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Rückblick "Tradition zum Anfassen" Teil 8

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 14:58

Multitalent im Museum
Tradition zum Anfassen mit Bernd Hölzenbein

Er hat goldene Schallplatten, eine wertvolle Tischtennismünze und ist Fußballweltmeister – Bernd Hölzenbein ist ein wahres Multitalent. Am Donnerstagabend erzählte er im Rahmen der vom Eintracht Frankfurt Museum sowie der Fan- und Förderabteilung initiierten Veranstaltungsreihe „Tradition zum Anfassen“ nicht nur von seinen großen Weltmeisterschafts-, UEFA-Cup- und DFB-Pokal-Erfolgen, sondern begeisterte die ca. einhundert Besucher vor allem durch die kleinen Anekdoten am Rande.

Vor allem Bescheidenheit wird Bernd „Holz“ Hölzenbein oft nachgesagt. Dass man mit diesem Eindruck richtig liegt beweist er schon in der Vorstellung. Als „größter Eintrachtler aller Zeiten“ angekündigt revidiert „Holz“ sofort: Der größte Eintrachtler war Jürgen Grabowski, er ist schon hoch zufrieden, wenn er „als Nummer drei hinter Grabi und Alfred Pfaff“ gezählt wird. Und sein Traum war es als kleiner Bub eh nur, in der 1. Mannschaft seines Heimatclubs spielen zu dürfen. Das Ziel vor Augen sah man ihn als Kind nur mit seinem Lederball – dem einzigen Lederball in Dehrn. „Den hatte ich immer bei mir, ich konnte ihn nicht alleine lassen. Es war ja meiner“, plaudert Bernd Hölzenbein von seinem schon früh ausgeprägten Verhältnis zum runden Leder.

Was er dann seinem begeisterten Publikum erzählt ist gelebte Eintracht-Geschichte: Angefangen mit seinem ersten Tor für die Eintracht gegen Hongkong, auch wenn er es als „Helmut Kraus“ geschossen hatte, weil er nur einen Amateurpass besaß, über sein erstes Bundesligaspiel „am 4. November 1967 um 16 Uhr gegen den Hamburger SV mit Uwe Seeler und den anderen“ , wie er akribisch vor dem Abend herausgesucht hatte, spekulierte über sein erstes Bundesligator „Da haben mich die Kölner beim Stand von 0:5 einfach laufen lassen, wahrscheinlich aus Mitleid“ bis hin zu seinen größten Erfolgen als Weltmeister 1974 und UEFA-Cup-Sieger 1980.
 
Diese Episoden kennt eigentlich jeder Eintracht-Fan auswendig. Doch „Holz“ erzählt nicht nur die trockenen Fakten, er lebt „Tradition zum Anfassen“ vor und schildert mit viel Ironie und großen Emotionen seine ganz persönliche Sichtweise auf die Ereignisse. Wenn er zum Beispiel in einem Testspiel der Nationalmannschaft genauso viele Tore geschossen hat wie Gerd Müller ist er sicher: „Der Gerd hat nur mit 20 Prozent gespielt, der Hölzenbein aber mit 120 Prozent!“ Bei seinem Karriereende beim FSV Salmrohr war er eigentlich fünf von sechs Monaten verletzt, doch im letzten Spiel – dem entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die 2. Liga gegen die Kickers Offenbach – ist er beim Stand von 0:2 kurz vor Spielende „in den gegnerischen Strafraum gehumpelt. Da stand ich dann, habe eigentlich gar nicht mitgespielt, aber scheinbar den Kickers ordentlich Angst gemacht.“ Endstand war 2:2, aufgestiegen ist der FSV Salmrohr!

Doch zum Ende hin wird Bernd Hölzenbein auch ernst: Bei allem Lob des Abends ist er sich bewusst, dass auch er viele Fehler gemacht hat, gibt sich eine große Mitschuld am Abstieg 1996 („Ich hätte mich beim Verkauf der drei Spieler durchsetzen müssen und es nicht zulassen dürfen“) und ist noch heute sehr berührt, wenn er an seinen großen Streit mit Helmut Schön zurückdenkt. Doch beim aktuellen Bezug ist er sicher: Caio ist ein super Fußballer – „nur in den Kopf gucken kann man ihm als Scout auch nicht.“
 
Nach dem länger als vorgesehenen Gespräch, dass wieder großartig von Axel „Beve“ Hoffmann moderiert wurde, ist Bernd Hölzenbein sehr angetan von der Veranstaltung „Tradition zum Anfassen“: „Im Nachhinein ärgere ich mich, nicht vorher schon zugesagt zu haben. Ich hatte Angst, dass das viel zu lange dauert, aber mit so einem großen Interesse der Fans habe ich nicht gerechnet“,  erzählt er – wie immer authentisch – zwischen den vielen Autogrammwünschen nach der Veranstaltung.                                                                                        

Von: Stefanie Apel

 

 


 

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