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Von New York nach Frankfurt und wieder zurück

Freitag, 22. Februar 2019, 18:02

Gestern Abend konnten unsere Profis den Achtelfinal-Einzug in der UEFA Europa League sicher machen. Exil-Adler Tom Fraehmke ist extra aus New-Jersey angereist um dieses historische Spiel nicht zu verpassen.

Eintracht Frankfurt Tom Fraehmke

Der Deutsch-Amerikaner kam eigentlich nur durch einen Zufall zur Eintracht. 1997 bis 1999 hat Tom in Frankfurt gewohnt, damals spielten die SGE noch in der zweiten Liga. Von seiner Frau bekam er zum Geburtstag ein Ticket fürs Spiel gegen den SC Freiburg geschenkt. „Wir haben bei dem Spiel den Aufstieg klar gemacht und im ganzen Stadion haben die Leute gerufen: ‚Nie mehr zweite Liga‘. Das hat mich damals so fasziniert, dass ich direkt vom Eintracht-Virus infiziert war“, berichtet der 51-Jährige. 

Tom war schon immer großer Fußballfan, früher vor allem von den New York Cosmos. Seine Liebe zur Eintracht entwickelte sich und ist vor allem auch einer Aufforderung seiner Frau zu verdanken. Sein damaliger Wunsch: Der Besuch des WM-Spiels zwischen Deutschland und Amerika. Doch das Ticket gab es nur mit Übernachtung und kostete knapp 1000 Mark. „Meine Frau sagte zu mir, du bist verrückt so viel Geld für ein WM-Spiel auszugeben, kauf dir lieber eine Dauerkarte für die Eintracht und so bin ich dann über Umwege überhaupt erst richtiger Eintracht-Fan geworden“, erzählt Fraehmke. Und ja, die Dauerkarte holte er sich tatsächlich. In der Saison 1998/99 erlebte er somit das „erste Wunder vom Main“. Eine ganz besondere Liebeserklärung, denn seine Familie, die ursprünglich aus Nordfriesland kommt, hielten damals zum HSV oder Werder Bremen. Ein großer Eintracht-Fan werden? Das konnte er sich zumindest damals noch nicht wirklich vorstellen.

Doch heute, 20 Jahre später, ist glücklicherweise nicht die Rede von der zweiten Liga, sondern viel mehr vom DFB-Pokalfinale. Über 6000 Kilometer entfernt das Spiel verpassen? Niemals. Mit Freunden verabredete er sich im Herzen von Manhatten. Eine Miniatur des DFB-Pokals hatte er sich vorher besorgt – für den Fall der Fälle. Während dem Spiel blieb dieser zwar noch in der Verpackung, aber nach dem Sieg wurde das kleine Goldstück durch die Reihen des Lokals gereicht.

Besonders groß war da natürlich auch die Freude, dass der richtige DFB-Pokal mit in das Wintertrainingslager nach Florida reiste. Das ließ sich der amerikanische Eintrachtler natürlich nicht entgehen. Aber nicht nur der Pokal, auch die Nähe zu Präsident und Teilen des Vorstandes haben ihn beeindruckt. „Wenn man die Chance hat Peter Fischer und Axel Hellmann kennenzulernen, lässt man sich das natürlich nicht entgehen, auch wenn sie ein bisschen kleiner als ich sind“, witzelt der zwei Meter große Tom.

Auch wenn die Fußballprofis immer wieder in Amerika vorbeischauen, die Bundesliga findet nun mal in Deutschland statt. Natürlich ist es da nur begrenzt möglich, live im Stadion dabei zu sein. Nur selten überquert er den großen Teich, um in unserem Wohnzimmer das Spiel zu sehen. Ein Spiel verpassen? Das kommt für ihn dennoch nicht in Frage. Seit neuestem veranstaltet er sogenannte „Viewing Partys“ und lädt Eintracht-Freunde zum gemeinsamen Fußball gucken ein.

Dass die Eintracht auch in den USA immer bekannter wird, ist für ihn eine große Freude.  „Mit Sicherheit ist immer noch Bayern München die bekannteste Mannschaft, danach kommt Borussia Dortmund. Aber seit den letzten Jahren kommt dann auch schon Eintracht Frankfurt, zumindest bei den Leuten die sich für Fußball interessieren“, so Tom, der im Rahmen des Heimspiels gegen Shakhtar Donetsk auch den Antrag für den „EFC New York“ und den für eine lebenslange Mitgliedschaft gestellt hat.

Bis zu seinem nächsten Besuch in Deutschland wird er weiterhin die Partien vor dem Fernseher verfolgen und hofft, dass seine Eintracht auch dieses Jahr die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb schafft. Der Frankfurt-Aufenthalt hat sich Dank des Sieges gestern auf jeden Fall gelohnt und vielleicht kommt er, wenn es die Eintracht bis ins Finale schafft, noch einmal extra aus New Jersey eingeflogen um das Spiel live im Stadion zu verfolgen. Glück hat seine Anwesenheit ja auf jeden Fall gebracht.

Von: Moritz Steinmann


 

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