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Von Bockenheim nach London

Dienstag, 30. April 2019, 17:45

Themse statt Main, Tower Bridge statt Eiserner Steg: Julia Schmidt ist vor fünf Jahren nach London ausgewandert, doch die Sehnsucht nach ihrem Herzensverein ist genauso groß wie die Vorfreude auf das Aufeinandertreffen mit Chelsea FC.

Eintracht Frankfurt Mitglied London

Seit Ende der achtziger Jahre geht sie schon ins Stadion, das Eintracht-Gen wurde ihr von den Eltern in die Wiege gelegt. Einen anderen Verein als die SGE? Keine Option! „In unserer Familie wird ‚Im Herzen von Europa‘ als Einschlaflied gesungen“, berichtet Julia lachend. Eine echte Frankfurterin, die schon viele Höhen und Tiefen miterlebt hat. Lange Zeit fuhr sie mit dem EFC Griesheim zu den Spielen, auch heute sind die Kontakte trotz der weiten Entfernung von der Insel an den Main noch gut. Um nicht ganz auf Fußball verzichten zu müssen, holte sich Julia eine Dauerkarte bei West Ham United. Der Weg ins Stadion war von ihrem Wohnort nicht weit, doch sie merkte schnell: Fußball ist nicht Fußball. „Es ist einfach nicht dasselbe. Die Stimmung hier ist nicht wie bei uns“, so die 37-Jährige. Und ja, es war eben auch nicht ihre Eintracht, die dort spielte.

So gibt es seitdem für die gebürtige Bockenheimerin nur noch Fußball im Stadion, wenn sie auf Heimatbesuch in Frankfurt ist. Denn ihre Mitgliedschaft und die Dauerkarte hat sie natürlich nicht abgegeben und nutzt jede Gelegenheit, um mit Familien und Freunden mehr als nur 90 Minuten Fußball zu genießen. Und wenn sie nicht live im Stadion sein kann, verfolgt sie die Spiele auf dem Laptop. „Ich lade Freunde ein, die teilweise überhaupt nichts mit Fußball zu tun haben. Aber die müssen einfach durch“, scherzt Julia. Zu besonderen Anlässen geht es dann auch hin und wieder in ein deutsches Pub, wie beispielsweise auch zum Halbfinale gegen Schalke 04. Dort traf sie auch auf Schalke-Fans, wie es ausgegangen ist, weiß wohl jeder Eintracht-Fan…

Anschließend reiste sie auch nach Berlin, dem wohl schönsten Moment ihrer persönlichen Eintracht-Geschichte. „Das klingt nach Klischee, aber es war für mich als Fan der erste Titel, etwas ganz besonderes“. Missen möchte sie aber keinen ihrer Erlebnisse. „Ich habe das Beste von allem: meine Familie, meine Freunde, den Sport, die Begeisterung und Leidenschaft.“ Das sei es auch, was ihren Lieblingsverein für sie so einzigartig macht. „Die Eintracht fehlt mir, manchmal sogar mehr als meine eigene Familie“, bemerkt Julia.

Deshalb hat sie auch die Reisen auf sich genommen und ist von ihrer Wahl-Heimat nach Lissabon und Rom gereist. Nun folgt das Aufeinandertreffen mit einem englischen Klub – endlich! Klar, dass die Vorfreude vor ihrem Heimspiel besonders groß ist. „Ich habe meinen Freunden und Kollegen hier schon viel erzählt und gesagt, dass sicherlich tausende Eintracht-Fans nach London reisen, um ihr Team zu unterstützen“, erzählt die Wahl-Londonerin. „Wenn einer den Engländern zeigen kann, wie Support geht, dann sicherlich die Eintracht!“

Natürlich ist auch Julia dann dabei, wenn die SGE an der Stamford Brigde um den Einzug ins Finale kämpft und blickt positiv auf die anstehenden Aufgaben: „Ich habe Chelsea die letzten Wochen verfolgt und sie sind definitiv schlagbar. Mit den Fans im Rücken können wir das schaffen!“ Spätestens kommende Woche beim Rückspiel in ihrer Heimat wird sie nicht nur viele alte Bekannte wieder treffen, sondern auch kurzzeitig ihre Sehnsucht nach der Eintracht stillen können…

Von: Ann-Kathrin Ernst


 

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