Aktuelles aus dem Verein

Stolzer Adler aus Leipzig

Freitag, 23. August 2019, 18:29

Am kommenden Sonntag gastieren unsere Profis bei RB Leipzig. Jaana Hilgenfeld ist eine von 71 Mitgliedern und lebt seit 10 Jahren in der größten Stadt Sachsens. Ihre Kindheit und Schulzeit verbrachte sie in Friedrichsdorf (Taunus) und verlor ihr Herz an die Eintracht.

Mit dem „Eintracht-Virus“ wurde Jaana Hilgenfeld von ihrer Mutter zu Zeiten von Yeboah, Okocha und Co. infiziert. Vor ihrem ersten Stadionbesuch bekam die gebürtige Berlinerin von ihrer Mutter eine kleine Fahne geschenkt, die mit dem damaligen Maskottchen Charly bedruckt war. Auch heute noch ist diese Flagge im Familienbesitz – ihr Sohn hat das Schmuckstück geerbt. „Er hat keine Chance, nicht Eintracht-Fan zu werden“, erzählte die 36-Jährige mit einem Lachen.  

Die Eintracht-Anfänge

1996 beantragte sie ihre Mitgliedschaft. „Die Eintracht stand kurz vor der Pleite und damals sind Kinder durch die Fußgängerzonen gezogen und haben Spenden gesammelt“, erinnert sich die Büroleiterin zurück. Mit 14 Jahren entschloss sie sich, von ihrem eigenen Taschengeld die Mitgliedschaft zu bezahlen. Der Antrag ist auch heute noch feinsäuberlich als Erinnerungsstück in einem Ordner abgeheftet.

Bis heute hat sie einige Höhen und Tiefen erlebt. Für manche sei es „nur“ ein Fußballverein, doch für Jaana ist Eintracht Frankfurt seit jeher eine Konstante. Im Alltag kann alles Mögliche los sein, aber eins ist sicher: Am Wochenende nimmt sie sich die Zeit für den Fußball. „Viele Leute verstehen das nicht, dass ich mich nach dem Fußball richte.“ Doch für ihre Familie ist das selbstverständlich. „Wenn man einmal sein Herz an einen Verein verloren hat, dann hat man es für immer verloren.“ Sie liebt den Verein, mit den kleinen Ecken und Kanten. Und dem Kante zeigen – auch außerhalb des Platzes.

Das perfekte Wochenende

Bei einer solch engen Beziehung zum Verein ist es klar, dass es auch private Momente gibt, die eng mit dem Fußball verknüpft sind. Dass der DFB-Pokalsieg 2018 ein besonderer Moment war, ist wohl jedem Eintracht-Fan klar. Doch für sie und ihren Freund, der Fan von Chemie Leipzig ist, war es besonders emotional: An diesem Wochenende erzählten sie Freunden und Familie, dass Nachwuchs auf dem Weg ist. Am Abend ging es dann ins Olympiastadion – der Ausgang ist bekannt. Nur zwei Tage später liefen erneut die Freudentränen, denn Chemie Leipzig gewann den Landespokal. „Dieses Wochenende werden wir immer mit unserem Sohn verknüpfen“, erzählt die 36-Jährige.

Doch bei all der Freude: Mit der Diva vom Main gab es natürlich auch ein paar Dramen. Für den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte war die gebürtige Berlinerin noch zu jung, um die Tragweite zu realisieren. Die weiteren drei Abstiege hat sie dann richtig mitbekommen. An das Spiel gegen den Hamburger SV in der Saison 2003/04, als der Abstieg besiegelt wurden, erinnert sie sich noch gut. „Die HSV-Fans zeigten die legendäre DAZKE-Choreo und wir standen da und sind in die 2. Bundesliga abgestiegen“, blickt Jaana zurück. Die Stimmung auf der Heimfahrt mit dem Zug war bitter. Das Trikot mit der Nummer 10 (Okocha), das sie zu Beginn der Saison von ihren Eltern geschenkt bekam, trug sie bis heute nicht mehr. „Das käme zu sehr einem schlechten Omen gleich“, gesteht sie.

Chemie und Eintracht

Als Eintracht-Fan lebt es sich für Jaana in Leipzig komfortabel, unter anderem wegen der guten Beziehung zwischen Chemie Leipzig und Eintracht Frankfurt. Aus Respekt würde sie zu anderen Vereinen nie mit einem Eintracht-Trikot ins Stadion gehen, aber bei Chemie Leipzig ist das kein Problem. „Dort muss ich die Eintracht nicht ablegen, denn die Beziehung geht weit über Freundschaft hinaus“, so die 36-Jährige. Am Wochenende stellt sich allerdings manchmal die schwierige Frage, welches Spiel man sich anschaut. Chemie oder Eintracht? Natürlich versucht sie jede Partie ihrer Diva zu sehen und würde um keinen Preis ihre Dauerkarte abgeben. Für die Fahrten nach Frankfurt ergeben sich häufig Fahrgemeinschaften, da viele Fans auch aus Leipzig zu den Spielen fahren. Für das Spiel am Sonntag brauchte sie diese allerdings nicht – das Spiel liegt ja quasi vor der Haustür. Wenn um 15.30 Uhr der Anpfiff im Zentralstadion ertönt, wird Jaana mit ihrem kleinen Sohn im Stadion sein und unsere Profis anfeuern. Wie die Mutter, so der Sohn…

Von: Aurelia Müller


 

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