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Stehplatz oder nichts

Freitag, 23. November 2018, 19:46

Zur Eintracht ist Marco Rizzo über seinen Frankfurter Freundeskreis gelangt. Auch wenn Marco seit sieben Jahren im Augsburger Raum lebt, ist seine Verbindung zur Eintracht gefestigter denn je.


Marco Rizzo mit seiner Freundin wenige Augenblicke vor der Gala gegen Lazio.

„Gewissermaßen bin ich mit der Eintracht groß geworden“, berichtet Marco von den Ursprüngen seiner Leidenschaft für das sportliche Aushängeschild in Hessen. „Freundschaft plus Fußball, diesem Gefühl kann sich keiner entziehen.“ Doch mit der Waldstadion-Routine war es spätestens 2011 dahin, als der nach der Schule für acht Jahre dem Wehrdienst verpflichtete Marco nach Bayern versetzt wurde. Nach Ablauf der Wehrpflicht entschied sich der heute 30-Jährige vor zwei Jahren für ein Studium in Augsburg, wo er mittlerweile vom ländlichen Raum in die Stadt gezogen ist.

„Gleichgesinnte zu finden, ist hier schwer“, räumt der Exil-Adler zwar ein, was ihn aber nicht gerade daran hindert, seiner Eintracht so oft wie möglich zu folgen. Versuche, Auswärtspartien in der Nähe wie beim FC Bayern, dem 1. FC Nürnberg oder auch dem VfB Stuttgart zu besuchen, sind genauso selbstverständlich wie das etwa halbe Dutzend Heimspiele pro Jahr. Dass es nicht noch mehr werden, hängt vor allem mit der unwiderstehlichen Anziehungskraft der Stehblocks zusammen: „Wir versuchen immer als Fünfergruppe Karten für den Stehplatzbereich zu bekommen, was natürlich am schwierigsten ist, aber ohne Mitgliedschaft eigentlich unmöglich wäre“, ist Marco zugleich froh, seit 2014 Mitglied in der Fanabteilung zu sein.

Kompromissbereit ist der Neffe eines Bayern-Fans gleichwohl, wenn es um die Familie geht: „Mit dem Vater meiner Freundin habe ich das vergangene Auswärtsspiel in Augsburg ihm zuliebe von der Tribüne aus verfolgt.“ Weniger entgegenkommend waren bekanntlich die Hausherren, die im Februar mit 3:0 die Oberhand behalten haben. Auch sonst waren Marcos Erfahrungen mit Stadionbesuchen in der Vergangenheit selten von Erfolg gekrönt. „Einmal musste ich zwei Jahre lang auf einen Sieg warten.“ Am denkwürdigsten sei die 4:5-Niederlage gegen den VfB Stuttgart im Oktober 2014 gewesen. Doch in dieser Saison läuft es. Das 3:0 gegen Schalke und vor allem das 4:1 gegen Lazio Rom seien „unglaublich“ gewesen. Generell werde er in letzter Zeit häufiger mit anerkennendem Unterton auf die Eintracht angesprochen, berichtet der Fugger-Main-Pendler, der die derzeitige Situation wohlwollend demütig zur Kenntnis nimmt:

„Natürlich wünsche ich mir den Gruppensieg in der Europa League, aber ich habe auch schon andere Zeiten mit dem Verein erlebt und weiß jeden einzelnen Sieg wertzuschätzen.“ Die live im Waldstadion erlebten wahrscheinlich umso mehr.

Von: Daniel Grawe


 

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