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René Arnold: Universal verbunden

Mittwoch, 28. November 2018, 13:00

Auch wenn der Steinadler nicht unbedingt zu den Zugvögeln zählt, steht außer Frage, dass er sich auch südlich Deutschlands und Europas immer weiträumiger ausbreitet – so wie René Arnold.

Eintracht Frankfurt Rene Arnold Mitglied

Der Kern von Renés Eintracht-Leidenschaft liegt wie so oft in der viel beschworenen Eintracht-Familie. Einerseits. Denn zwar „hat mich früher mein Vater zwei- bis dreimal pro Saison ins Waldstadion mitgenommen.“ Andererseits stammt die Familie aus der Ringerhochburg Aschaffenburg, weshalb René 15 Jahre lang recht erfolgreich in der Oberliga Hessen auf der Matte stand und sich der Fußball-Bezug auf Fanaktivitäten beschränkte. Mit dem vor allem passiv inhalierten Frankfurt-Flair war es allerdings bald vorbei.

„Super Zeit“ in München

Als René 2006 sein Studium in München angetreten hatte, gehörte zu einer seiner ersten Amtshandlungen der Beitritt eines frisch gegründeten EFC, der bald auch Taten sprechen ließ, die René noch heute von einer „super Zeit“ sprechen lassen. Die Support-Maßnahmen erstreckten sich über die Organisation und Umsetzung des Ebbelwoi-Express bei mehreren Frankfurter Auswärtsspielen oder auch eine Benefizaktion zugunsten von Überschwemmungsopfern in Bosnien-Herzegowina.

Der Adlermagnetismus ging sogar so weit, dass die Truppe regelmäßig die im Münchner Raum antretenden Nachwuchsmannschaften unterstützten: „Wir haben Banner angefertigt, die Jungs angefeuert und später sogar Alex Schur treffen dürfen“, schwärmt René noch heute von der Begegnung mit seinem Aufstiegshelden von 2003. Sogar zum Trainingslager nach Innsbruck hat es die Crew damals verschlagenen. „Nach einem Testspiel gegen Kiew haben wir Markus Pröll an der Theke getroffen“, plaudert René aus dem Nähkästchen.

Freundschaft in Frankreich

Ganz so einfach waren Gleichgesinnte natürlich nicht zu finden, als René 2014 aus beruflichen Gründen für einen Hersteller von Sportgeräten nach Lille umgesiedelt und zwei Jahre darauf nach Bordeaux weiterzogen war, führte eher ein glücklicher Zufall zu einer bis heute bestehenden Freundschaft. Getreu der Sichtweise „Hauptsache den Adler auf der Brust“ hat René während der Europameisterschaft 2016 die Spiele der Nationalmannschaft im Eintracht-Dress verfolgt. Und diese Idee nicht exklusiv gehabt. Der mit Benoit über den einheitlichen Dresscode entstandene Kontakt dauert bis heute an.

Treue in Stuttgart

Und ist bis heute nicht abgerissen. Denn auch wenn sich nach der Rückkehr nach Deutschland 2018 die Wege getrennt haben, „besucht mich Benoit einmal pro Jahr, dann nehmen wir in Frankfurt alles mit; Waldstadion, Alt-Sachs…“, sieht René keinen Hinderungsgrund darin, mittlerweile in Stuttgart zu leben und trotzdem möglichst häufig den Weg in die Mainmetropole zu finden. „Wir machen dann auch mal früher Feierabend“, gibt es für René keine Ausreden, wenn es darum geht im Kreise der Adler Stuttgart auf Tour zu gehen. Erst recht auf europäischer Bühne. In diesem Jahr sei er bei allein Euro League-Auftritten dabei gewesen, berichtet René. „Den Ausflug nach Zypern haben wir mit einer Woche Strandurlaub verbunden.“ Wer kann, der kann. Eine tolle Erfahrung sei das gewesen, genau wie die Ereignisse mit Porto und Bordeaux 2013/14. „Seitdem, aber auch nach dem Pokalsieg sympathisieren viele Franzosen mit der Eintracht, auch wegen der drei Landsmänner im Kader“, weiß der Exil-Adler um die gestiegene Aufmerksamkeit im Nachbarland.

Von Aachen bis Unterhaching

Gleichwohl hat das Mitglied der Fanabteilung auch schon andere Zeiten erlebt und weiß die aktuellen Geschehnisse daher demütig einzuordnen: „Auch in der zweiten Liga habe ich viele Spiele mitgemacht, von Aachen bis Unterhaching war alles dabei.“ Unvergessen bleibe auch der Klassenerhalt 1999, „den ich im Freibad über Radio verfolgt habe.“ Grundsätzlich wünscht sich René für die Zukunft natürlich einen nachhaltigen Aufwärtstrend für seinen Herzensverein, doch am wichtigsten sei für ihn, „so viele Partien zu sehen wie möglich. Egal wo, egal wie.“ Am Donnerstagabend natürlich vor Ort. Mit französischen Arbeitskollegen, wie René verrät. Der Eintracht-Virus, ihm ist einfach nicht zu entkommen.

Von: Daniel Grawe


 

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