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Heidler für Olympia-Silber geehrt

Dienstag, 29. Januar 2019, 12:39

Sechs Jahre nach den Olympischen Spielen von London 2012 wurde die damalige Siegerin des Dopings überführt. Dadurch rückt die ehemalige Eintracht-Hammerwerferin Betty Heidler auf den Silberrang vor und wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung für diese Leistung geehrt.

Eintracht Frankfurt Mitgliederversammlung Ehrung Betty Heidler

Vor gut zweieinhalb Jahren hat sie ihre aktive Karriere beendet und wurde anschließend zum Ehrenmitglied von Eintracht Frankfurt ernannt. Eigentlich, so könnte man meinen, hätte Betty Heidler mit dem Karriereende zumindest sportlich alles erreicht. Doch Leichtathletik-Fans wissen: diese Rechnung wurde ohne die Hammerwurf-Olympiasiegerin von 2012 gemacht. Oder besser gesagt, die Ex-Olympiasiegerin. Denn Tatjana Lysenko wurde im Sommer 2018 nachträglich des Dopings überführt. Der russischen Athletin wurde folgerichtig die Gold-Medaille aberkannt.

Heidler rückte dadurch vom Bronze- auf den Silberrang vor. „Die Freude ist natürlich eine andere als sie es wohl in London gewesen wäre. Auf der einen Seite ist es deshalb eben anders, aber die Freude insgesamt überwiegt“, erzählt die 35-Jährige. Der Wettkampf damals war an Dramatik kaum zu überbieten. Bei Heidlers letztem Wurf fiel das elektronische Messgerät aus, mit dem Maßband rückten Kampfrichter noch einmal aus, um ihren Wurf zu überprüfen. Und diese Überprüfung war eine Medaille wert. Auch wenn sie heute eine andere Farbe trägt als damals.

Alles, was mit der Verleihung einer Silbermedaille bei Olympischen Spielen verbunden ist, hat sie dadurch verpasst. Dennoch freue sie sich, von Präsident Peter Fischer vor der Eintracht-Familie dafür geehrt worden zu sein und vielen bekannten Gesichter wieder getroffen zu haben. „Auch wenn ich schon seit längerem wieder in Berlin lebe, fühle ich mich nach wie vor mit Frankfurt und gerade der Eintracht verbunden. Umso dankbarer bin ich über die Ehrung“, so Heidler, die sich gerade auf ihr erstes Staatsexamen im Jura-Studium vorbereitet. „Das ist gerade meine größte Herausforderung!“

Vor über 700 anwesenden Mitgliedern ehrte Präsident Peter Fischer die sympathische Eintrachtlerin satzungsgemäß mit der Ehrenplakette in Gold, bevor sie zurück zum Flughafen musste, um ihren Flieger nach Berlin zu bekommen. Wie so viele Momente im Leistungssport, beispielsweise ihrem ersten Wurf über 70 Meter oder ihrem Weltrekord, wird ihr sicherlich auch dieser Abend in ihrer Erinnerung bleiben. 

 

 

Von: Ann-Kathrin Ernst


 

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