Aktuelles aus dem Verein

Fliegende Bauten und legendäre Bretterwände

Montag, 05. November 2018, 16:06

Ja, früher war alles besser. Die Eintracht hat fast jedes Jahr Pokale, Meisterschaften oder Europapokale gewonnen – und die  Profis haben sogar noch am Riederwald trainiert. Und von wegen Geheimtraining:  Damals standen wir alle direkt am Platz und haben beim Training noch wertvolle Tipps gegeben. Und vielleicht war die SGE genau deswegen so erfolgreich…  Zum Jahrestag des Abrisses des "alten Riederwalds" schauen wir in die Geschichte der traditionsreichen Sportanlage und haben einige tolle Fotos gefunden…

Eintracht Frankfurt Riederwald 1997

Training am Riederwald…

Ganz nah dran war man in den 1990er-Jahren. Jung und Alt beobachten Jörn Andersen aus nächster Nähe am Ball, auch Toppi scheint beeindruckt ob der Wendigkeit unseres norwegischen Torjägers. Wir interessieren uns heute aber mehr für das Trikot des jungen Herrn in der Bildmitte – das Auswärts-Samsung-Trikot ist nämlich ein begehrtes Sammlerstück. Junger Mann, wenn Sie das loswerden möchten, melden Sie sich gerne im Museum. Wir tauschen gegen ein aktuelles Leibchen.

Eintracht Frankfurt alter Riederwald Training

Eine Bretterwand am Riederwald…

Als Reinhold Fanz im Dezember 1998 am Riederwald das Ruder übernahm, brachte er aus Hannover diese wunderschöne Holzwand mit. Vielleicht wurde sie aber auch von einem Frankfurter Schreiner gezimmert. Wenn das so war, melden Sie sich, wir suchen die Baupläne…  Die Wand sollte offensichtlich ein Tor symbolisieren und die Spieler mussten beim Torschusstraining eingezeichnete Felder treffen.  Das fleißige Üben hat geholfen, beim Auswärtsspiel bei 1860 München haben wir unter Reinhold Fanz nämlich die zweite Halbzeit mit 1:0 gewonnen. Die erste ging mit 0:4 verloren, aber wer will nach fast 20 Jahren schon nachtreten. Zumal  uns das Tor der zweiten Halbzeit in München erst in die Situation gebracht hat, dass das 5:1 gegen Lautern am Ende zum Klassenerhalt gereicht hat.

Eintracht Frankfurt Bretterwand am Riederwald

„Vorläufig ist die Luftblase noch ausgeliehen“…

Innovativ waren wir schon immer. 1968 wurde am Riederwald eine aufblasbare, luftgetragene Tennishalle eröffnet. „Vorläufig ist die Luftblase noch ausgeliehen“, titelte die Vereinszeitung 1969. Sieben Jahre später war die Luftblase weg, bei einem Sturm flog sie einfach davon. Das war umso tragischer, weil kein Versicherungsschutz für die Halle bestand. Die Eintracht zog ihre Konsequenzen aus „fliegenden Bauten“ und weihte 1977 am Riederwald eine fest gebaute Tennishalle ein.

Kuriose Sportarten am Riederwald…

Wenn man sich das 5:1 gegen Lautern übrigens noch mal anschaut, sieht man viele Linien auf dem Spielfeld. Die stammen von der Galaxy, die hier 1999 noch American Football gespielt hat. Was haben wir damals geschimpft, denn die American Footballer nahmen keine Rücksicht auf unseren heiligen Rasen und haben den regelmäßig umgepflügt. Schlimmer war es nur in den 1920er-Jahren. Da fanden am Riederwald (auf dem Hauptfeld!!!) sogar Motorradfußballspiele statt. Ob das gezeigte Spiel das Vorspiel einer Ligapartie war, wissen wir leider nicht…

Eintracht Frankfurt Riederwald Motorradfußball

„…dass sie der Schnäpse 17 tranken, und dennoch nicht vom Dache sanken…“

Eine der ersten Radioübertragungen eines Fußballspiels berichtete an Weihnachten 1926 von einem Derby gegen den FSV. Paul Laven kommentierte vom  Dach der Riederwaldtribüne. In seinen Memoiren erinnerte er sich vor allem daran, dass es bitter kalt war. „Inmitten der Übertragung tauchte der runde Kopf eines Mannes über dem Tribünendach auf. Er überreichte eine Flasche Cognac und ein Glas. Wir waren dankbar für diese Aufwärmung von Geist und Gliedern. Oftmals prosteten wir uns, auch die Hörer zum Mittrinken auffordernd, zu. Wie oft ich selbst angeblich `angesetzt` hatte, war eine Woche später in der Zeitung zu lesen. In einem an mich gerichteten Gedicht eines Hörers hieß es: `… dass sie der Schnäpse 17 tranken, und dennoch nicht vom Dache sanken…`.“

Von: Matthias Thoma


 

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