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Ein Stück Heimat in der Hosentasche

Freitag, 03. Mai 2019, 18:00

Dieses Wochenende treffen unsere Fußballprofis in Leverkusen auf die Werkself. Exil-Adler Oliver Bredel lebt seit 2006 im Rheinland und lässt sich dieses Spiel natürlich nicht entgehen.

An den Tag, als er Eintracht-Fan wurde, erinnert sich Oliver Bredel ganz genau. Er war zwölf Jahre alt, gerade waren die Bauarbeiten am Waldstadion für die Weltmeisterschaft 1974 beendet worden. Im Halbfinale des DFB-Pokals empfingen die Adlerträger den FC Bayern München. „Mein Vater und ich haben für das Spiel Karten geschenkt bekommen und saßen auf der Haupttribüne“, blickt der 57-Jährige zurück. 3:2 gewann die Diva vom Main, Oliver war verzaubert. „Seitdem gab es für mich nichts anderes als die Eintracht.“

Als Jugendlicher stand er bei den Heimspielen im G-Block. „So wie es sich gehörte: Mit Jeans-Jacke und Eintracht-Aufnähern“, so der gebürtige Frankfurter mit einem Grinsen. Mit Anfang dreißig verließ der Gesundheitsmanager seine Heimatstadt aus beruflichen Gründen, 2006 landete er in Leverkusen. Dort lebt er mit seiner Frau und seinem Sohn, den er auch mit dem „Eintracht-Virus“ infizieren konnte. Von seiner Frau bekam Oliver 2014 eine Mitgliedschaft im Verein zu Weihnachten geschenkt. „Es ist wie ein Stück Heimat, das man mit dem Mitgliedsausweis in der Tasche mit sich herumträgt“, sagt Oliver. Eintracht Frankfurt, ergänzt er, sei eine Herzensangelegenheit und eine große Familie. Über Geburtstagswünsche und Weihnachtsgrüße aus Frankfurt freut sich Oliver immer wieder.

In seiner langen Fan-Karriere erlebte Oliver Höhen und Tiefen. Zeit seines Lebens hat die Eintracht fünf Mal den DFB-Pokal gewonnen. Auch den Triumph im UEFA-Pokal 1980 hat Oliver bejubelt. Gefragt nach seinen schönsten Eintracht-Momenten erwähnt er auch das sensationelle Tor von Jay-Jay Okocha gegen den Karlsruher SC, das er live im Stadion gesehen hat. „Das größte Drama war das Spiel 1992 in Rostock“, erinnert sich Oliver, der die Partie in Frankfurt auf einer riesigen Leinwand verfolgte. „Das war härter als der erste Abstieg.“

Doch zurzeit lässt es sich als Eintracht-Fan gut leben – auch in Leverkusen. Von allen Seiten erhalte man positive Reaktionen in Bezug auf die Eintracht, erzählt Oliver, und auf den Straßen könne man auch das ein oder andere Auto mit einem Adler-Aufkleber erblicken. „Hier im Umkreis gibt es einige Eintracht-Anhänger, mit denen ich oft gemeinsam Fußball schaue“, sagt er. Immer wieder zieht es ihn aber auch zurück in die Heimat und in die Commerzbank-Arena.

Am Sonntag wird Oliver natürlich in der BayArena sein und seine Adlerträger anfeuern. Er glaubt an einen knappen 2:1-Sieg der Eintracht. Für die restliche Saison hofft er auf die erneute Europa-Qualifikation, am liebsten natürlich für die Champions League – idealerweise durch den Gewinn der Europa League. „Das wäre natürlich ein Traum“, sagt der Wahl-Leverkusener. „Darüber hinaus wünsche ich der Eintracht, dass die 120-Jahr-Feier Ende Juni ein erfolgreiches und freudiges Ereignis wird.“ 

Von: Aurelia Müller


 

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