Über den alten Riederwald

Der Riederwald ist Teil der Tradition von Eintracht Frankfurt. Seit November 2008 ist der alte Riederwald Geschichte. Lesen Sie hier Anekdoten über das Gelände und informieren Sie sich über die Historie.

Die Heimat von Eintracht Frankfurt ist ein geschichtsträchtiges Stück Land. Hier wurde eine der ersten Flutlichtanlagen Deutschlands errichtet, hier wurden Weltrekorde in der Leichtathletik aufgestellt und hier gab es auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen.

Beim genaueren Studieren des Stadtplans fällt auf, dass der "Riederwald" in der Gemarkung Seckbach liegt und das Eintracht-Gelände somit seinen Namen zu Unrecht trägt. Wie ist das zu erklären?

Stadion am Riederwald

Bereits 1920 bezog die expandierende Eintracht am Ratsweg 14 das zur damaligen Zeit größte Vereinssportgelände Deutschlands. Im "Stadion am Riederwald" fanden mehr als 35.000 Besucher Platz. Umgangssprachlich sorgte die neue Heimat, in der im März 1922 das erste Fußballländerspiel auf Frankfurter Boden absolviert wurde, dafür, dass Eintrachtsportler zukünftig auch gerne "Riederwälder" genannt wurden. Sein Ende fand der "alte Riederwald" im Oktober 1943 bei einem schweren Bombenangriff auf Frankfurt.

1952-2002

Auf der Suche nach einer neuen Heimat wurde die Eintracht in Seckbach fündig. Am 12. November 1949 erfolgte durch Oberbürgermeister Dr. Walter Kolb der erste Spatenstich, 1952 wurde die neue Sportanlage eingeweiht. Seitdem hat der "Riederwald" schon so manches sportliche wie kulturelle Highlight erlebt:

1956 erhielt der Riederwald als eine der ersten deutschen Sportanlagen eine Flutlichtanlage. 1957 gewannen die Adlerträger am Riederwald im Finale gegen den FC Schalke 04 den Flutlichtpokal. Knapp zwei Jahrzehnte später, am 13. August 1975, schleuderte Walter Schmidt den 7,25-kg-Hammer auf eine neue Weltrekordweite von 79,30 Meter. Zwei Jahre zuvor hatte der Riederwald bereits die Feier eines neuen Weltrekords erlebt. Die Österreicherin Maria Sikora lief die 400-Meter-Hürden in der Rekordzeit von 57,3 Sekunden. Für die Amateurabteilung und die Fußballjugend ist der Riederwald bis heute die Heimspielstätte. Zuletzt knallten hier 2002 beim Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga die Sektkorken.

The US Army Field Band

Neben Sportereignissen fanden am Sportplatz Riederwald auch kulturelle Veranstaltungen statt. So warb am 3. Juli 1957 "The US Army Field Band" für die Freundschaft zwischen dem "amerikanischen Volk und dem deutschen Gastland". 21 Musikstücke präsentierte der mit mehr als 100 ausgewählten Musikern ausgestattete Zug am Vorabend des amerikanischen Nationalfeiertages dem Frankfurter Publikum.
 

Eine bewegende Ära am Riederwald neigt sich dem Ende zu. Jetzt heißt es Abschied nehmen vom guten alten Riederwald, denn die Stunde des Übergangs in eine neue Zeitrechnung ist angebrochen.


 

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