Über den alten Riederwald

Was Sie über den Riederwald wissen sollten.

Sie denken, Sie wissen gut über das Vereinsgelände Bescheid? Seien Sie sich da mal nicht so sicher! Auf dieser Seite finden Sie Geschichten rund um den "Riederwald", die bisher nur Insidern bekannt waren.

Von Luftblasen und Centre Court

Die Tribüne des ehemaligen Centre Courts

Ende der 1960er Jahre boomte Tennis am Riederwald. "Platz 1" wurde von engagierten Mitgliedern zum Centre Court hergerichtet. Vom im Umbau befindlichen Waldstadion wurden 1972 viele Bänke der Haupttribüne gerettet und am Riederwald installiert, so dass die Tennisanlage über 800 Sitzplätze verfügte. Der Centre-Court war nicht die einzige Neuerung auf dem Gelände der Tennisabteilung. Anfang 1969 wurde eine "luftgetragene Halle" eingeweiht. "Vorläufig ist die Luftblase noch ausgeliehen", titelte das Eintracht-Magazin 1969. Sieben Jahre später ging es der "Luftblase" an den Kragen. Bei einem Sturm wurde sie aus der Verankerung gerissen und schwer beschädigt, was umso tragischer war, da kein Versicherungsschutz für die Halle bestand. "Zu riskant" sei eine Deckung dieser Halle, so die Versicherungsgesellschaften. Die Eintracht bezifferte den Schaden auf 18.000 Mark. Im November 1977 wurde die 1,2 Millionen DM teure Tennishalle eingeweiht, die heute noch steht. Bei Wind und Wetter.

Zweite Heimat Riederwald

Wie viele Sportveranstaltungen Roland Gerlach am Riederwald gesehen hat, kann er auf die Schnelle nur abschätzen. "Ich habe aber alle dokumentiert, es waren sicher 500 Amateur- und Jugendfußballbegegnungen, mehr als 200 Hockeybegegnungen, Tennisveranstaltungen und auch das Leichtathletiksportfest anlässlich der Bahneinweihung 1973." Die erste Begegnung mit der Sportanlage hatte der 51-Jährige Gerlach bereits als Kind. "Ich war mit dem Vater von Patrick Ochs in einer Klasse und wir sind 1965 immer zusammen an den Riederwald, um uns Autogramme zu holen." Die Heimat der Eintracht ließ Gerlach, der seit Jahrzehnten akribisch Eintrachtveranstaltungen in ganz Europa besucht, nie los. "Der Riederwald ist schon mein Mekka, ich bin ja unweit davon in Seckbach geboren." Und einen Tipp hat er auch noch parat: "Am Riederwald gibt es die leckersten Brombeeren aller Stadien bundesweit." Tatsächlich kann man im Herbst in der Kurve beim Fußballgucken Brombeeren pflücken.

Berühmte Kulisse

Regelmäßig diente der Riederwald als Kulisse für Film- und Fotoaufnahmen. Unvergessen bleibt der Film "Die Meistermannschaft", in dem die Spieler der 1959er Elf am Riederwald beim Training beobachtet wurden. Sammler erinnern sich an die Bergmann-Sammelbildchen, auf denen die Spieler vor der Tribüne abgelichtet wurden. Aus der jüngeren Vergangenheit sind in Erinnerung geblieben: Der Abgang von Präsident Otto durch das repräsentative Treppenhaus, die suspendierten Bundesligaspieler Gaudino, Okocha und Yeboah unter dem Eingangsschild und der entlassene Trainer Horst Ehrmantraut, der den Tränen nahe in sein Auto stieg.

Eine Katze gegen die Mäuse

Wiederholt sorgten Mäuse am Riederwald für Irritationen. Klaus Mank, ehemaliger Vizepräsident, erinnert sich an Mitarbeiter, die angesichts des Anblicks kleiner Nager Anfang der 1980er Jahre auf die Schreibtische flüchteten. Das Problem der ungebetenen Gäste löste Mank auf ökologisch unbedenkliche Weise: "Ich habe aus der Nachbarschaft eine Katze mitgebracht und diese ein Wochenende lang in den Büros rumstreunen lassen. Als wir montags ins Büro kamen, hatte die Katze ihre Jagdtrophäen fein säuberlich aufgereiht."

Abgang durchs Fenster

Zwischen 1973 und 1981 war mit Achaz von Thümen der Kanzler der Frankfurter Universität Präsident der Eintracht. 1977 nahm er an einer Vorstandssitzung der Leichtathletikabteilung am Riederwald teil. Die Sitzung dauerte länger als erwartet und als die Teilnehmer das Gebäude zu später Stunde verlassen wollten, waren alle Türen verschlossen. So blieb für alle Beteiligten nur der Weg aus dem Fenster, wobei Abteilungsleiter Ulzheimer den honorigen Präsidenten tatkräftig unterstützte.

Sumpflandschaft Riederwald

In den frühen 50er Jahren glichen Bereiche des Vereinsgeländes einer "Sumpflandschaft", wie der langjährige Platzwart Anton Hübler berichtet. Da immer wieder Grundwasser in den Tribünenbau eindrang, pflanzte Hübler auf dem Gelände zahlreiche Pappeln, die "am Tag bis zu 300 Liter Wasser aufnehmen". Hübler sorgte auch für die gesamte Begrünung der Anlage.


 

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