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Deutsche Mixed-Meisterschaften in München

Montag, 03. Juni 2013, 23:07

Das Turnierwochenende (24./25. Mai 2013) fing gut an. Die Eintracht-Mannschaft „Frau Rauscher & the Bembelboys“ gewann deutlich mit 11:5 gegen ein zusammengewürfeltes Münchener Team namens „Monaco“. Selbstsicher gingen die Frankfurter in die zweite Partie gegen „Unwucht Erlangen“. Schnell war ein zwei-Punkte-Vorsprung geschafft, aber Erlangen gab sich nicht auf. Sie glichen aus, stellten auf eine Zonenverteidung um und nutzten alle Fehler gnadenlos aus. Die Eintrachtler konnten den letzten Punkt leider nicht für sich entscheiden, sie verloren knapp und unnötig mit 7:8. Der dritte Gegner in der Gruppenphase war der amtierende Europa-Vizemeister „Frizzly Bears“ aus Aachen, gegen den die Frankfurter letztes Jahr mit nur einem Punkt verloren hatten. Diesmal verschliefen sie die ersten Punkte und verteidigten nur halbherzig gegen den gut strukturierten Aachener Angriff. Beim Rückstand von 0:4 half ein Timeout, Konzentration und Siegeswillen wieder zu finden. Die Frankfurter wollten das Beste aus der Situation machen, so dass der Rest des Spiels hart umkämpft war. Trotz des 7:10-Endstands für Aachen zeigten die Eintrachtler, wozu sie spielerisch in der Lage sind.

 

Nach der Gruppenphase war „Frau Rauscher & the Bembelboys“ nur Dritter in ihrem Pool. Um sich für die Viertelfinale zu qualifizieren, mussten sie deshalb in einem Überkreuz-Spiel gegen die Bamberger gewinnen. Es gab ein Dejá-vù: Wie schon morgens gegen Erlangen sah zunächst alles nach einem Sieg aus. Doch den zwei-Punkte-Vorsprung gaben die Frankfurter in der Folge leichtfertig aus der Hand und kurz vor Spielende stand es 10:10. Trotz mehrfacher Eroberung der Scheibe wollte den Eintrachtlern der letzte Punkt einfach nicht gelingen. Am Ende gab es eine bittere 10:11-Niederlage.

 

Damit war „nur noch“ der 9. Platz in „Frisbee-Deutschland“ möglich. Der nächste Gegner hieß „Drehst’n’Deckel“ (Dresden) - eine Mannschaft, gegen die es traditionell enge Spiele gibt. Die Enttäuschung des letzten Spiels saß den Frankfurtern noch in den Knochen, schnell lagen sie zwei Punkte zurück. Ein Timeout mit einer motivierenden Ansprache brachte den Siegeswillen zurück. Über eine konsequent gute Verteidigung erkämpften sich die Eintrachtler den Ausgleich. Beim dritten alles entscheidenen Punkt („Universe Point“) im Turnierverlauf hatten sie endlich das nötige Quäntchen Glück und gewannen verdient mit 10:9. Dieser Sieg stellt sich im Nachhinein als besonders wichtig heraus: Dresden hatte – wie Frankfurt auch – Interesse an den Europäischen Club-Meisterschaften im Herbst bekundet. Durch den Vorteil im direkten Vergleich konnte sich nun aber das Eintracht-Team einen der wenigen Startplätze beim Qualifikationsturnier sichern.

 

Schon am Samstag waren die Wetterbedingungen eher bescheiden: Konstant leichter Regen bei kaum zweistelligen Temperaturen. Am Sontag legte der Wettergott noch eine Schippe drauf. Es regnete ununterbrochen und teilweise sehr stark, der Wind erreichte fast Sturmgeschwindigkeiten. Der erste Gegner am Morgen, die „Frisbee Family“ aus Düsseldorf, kam besser mit diesen Widrigkeiten zurecht und warf vor allem sicherer. So verlor die Eintracht trotz athletischer Überlegenheit mit 6:10.

 

Im letzten Spiel gegen „Jinx-City“ (Berlin) fanden auch die Wetterkapriolen ihren Höhepunkt. „Frau Rauscher & the Bembelboys“ reagierten clever und spielten „Huck und D“. Bei dieser typisch Schlechtwetter-Taktik legt man den Gegnern die Scheibe durch einen weiten Wurf („Huck“) möglichst weit nach hinten. Diese müssen sich anschließend mühsam mit vielen kleinen Pässen gegen den Wind nach vorne kämpfen. Verliert der Gegner dann die Scheibe, was dank Wind und einer aufmerksamen Verteidigung („D“ wie „Defence“) recht zuverlässig passiert, kann man selber punkten. Auf diese Weise machten auch die Frankfurter zwei schwierige Punkte „gegen den Wind“ und lagen zwischenzeitlich fast uneinholbar mit 4:0 in Führung.

Die Taktik ging auf: Die Eintrachtler gewannen mit 8:6 und beendeten das Turnier trotz des Shietwetters mit freudigen Gesichtern.

 

Am Ende kämpften sich „Frau Rauscher & the Bembelboys“ auf einen respektablen 11. Platz, für 2014 ist aber schon jetzt eine erneute Top-10-Platzierung angepeilt.

Von: Ian Spencer/ Maria Lungwitz