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IRONMAN Weltmeisterschaft Hawaii - eine harte Nummer

Donnerstag, 31. Oktober 2019, 15:15

Die IRONMAN Weltmeisterschaft auf Hawaii ist nun über 2 Wochen her und ich möchte euch berichten, wie es mir bei meiner 4. Langdistanz erging. Zuallererst möchte ich mich aber bei meiner Freundin, meiner Tochter und bei denen bedanken die mitgefiebert haben. Es gibt einem ein tolles Gefühl zu wissen das Leute die einem nahestehen an einen denken, vor allem wenn man ganz schön angeschlagen ist.

Nun zu meinem Wettkampf. Der Wecker ging um 3:00 Uhr runter. Wollte ich doch ausgiebig frühstücken und mir hierzu auch genügend Zeit geben, um eine gute Grundlage für den Wettkampf zu haben (nicht so wie beim Allgäutriathlon). Danach ging es dann mit dem Auto nach Kailua-Kona in Richtung Wechselzone. Hier war bereits geschäftiges Treiben zugange und überall war eine tolle Freundlichkeit der Helfer zu spüren und die energiegeladene Atmosphäre der Athleten.


Dieses Jahr wurde zum ersten mal in Altersklassenwellen gestartet. Damit versuchte IRONMAN die Windschattenproblematik etwas in den Griff zu bekommen (bei den Langdistanzrennen ist Windschattenfahren verboten). Meiner Meinung nach hat dies gut funktioniert, ich zumindest habe nicht viele gesehen die im Windschatten gefahren sind. Da das Schwimmen meine schwächste Disziplin ist hatte ich mal wieder gehörig Respekt, dies auch zurecht, war es doch am Wettkampftag sehr wellig und vor allem hatte es eine seitliche Strömung. Darum waren es dann auch letztenendlich 4 km, anstatt 3,8 km, die ich geschwommen bin. Dann ging es flott aus dem Wasser, unter den Duschen durch um das Salzwasser abzuduschen, ins Wechselzelt und dann aufs Rad, meiner Lieblingsdisziplin.

Die ersten Kilometer gingen durch Kona und die Stimmung der Zuschauer am Strassenrand gigangtisch. Da muss man aufpassen, dass man nicht gleich übertreibt. Über die Palaniroad ging es dann hoch zum Queen Ka’ahumanu Highway. Die Radstrecke wäre an und für sich richtig gut flüssig zu fahren, wenn da nicht dieser verflixte Wind wäre. War es noch im Training ein leichter Seitenwind, zeigte er sich beim Wettkampf von seiner kräftigeren Seite. Und das Gemeine ist, dass er immer irgendwie von schräg vorne kommt.

Dadurch hat sich die Rückfahrt von Hawi dann auch ganz schön gezogen und mein Plan, dieselbe Wattzahl wie in Malaysia und einen Schnitt zwischen 35 und 36 zu fahren ging nicht auf.


Runter vom Rad, zweites Mal Wechselzone und los ging es zum abschliessenden Marathon. Das Laufen hat im Vorfeld richtig gut geklappt und die Woche vorm Wettkampf konnte ich gut nutzen, um mich an die Bedingungen zu gewöhnen. Leider konnte ich aber meine Leistung nicht so abrufen wie ich es mir vorgestellt habe und das Laufen wurde zäher und zäher. Wenn man dann aber bei KM 40 unter Anfeuerung der Hannes Hawaii Tours Leute den Highway verlässt, tritt der Schmerz in den Hintergrund und man freut sich nur noch auf den Zieleinlauf.


Trotz dass der Wettkampf, sagen wir mal suboptimal lief, bin ich sehr glücklich bei der IRONMAN World Championship auf Hawaii mit dabei gewesen zu sein. Begeistert haben mich auch die vielen vielen freiwilligen Helfer die einfach super waren, vielen Dank dafür.


Man hört sehr oft, früher war alles besser, als es noch kleiner war, auch wäre es weniger kommerziell gewesen. Nun, ich kann es nicht beurteilen, da ich noch nicht so lange dabei bin, sicher hat die Kommerzialisierung zugenommen, ist aber doch auch klar, funktioniert auch nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage, wie alles andere auch. Ausserdem bleibt es auch jedem seine eigene Entscheidung, bei einem IRONMAN-Rennen teilzunehmen oder bei einem anderen.


Ein Wort bzgl. Doping möchte ich auch noch loswerden. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige ehemalige Radprofis, die mit Doping in Zusammenhang gebracht wurden, sich jetzt im Triathlonsport in den Altersklassen austoben. Bezeichnend dafür möchte ich den Sieger in meiner Altersklasse nennen: Alexander Vinokurov. Wer den Herrn nicht kennt, kann sehr gut seine Geschichte in Wikipedia nachlesen. Und, man muss sich das geben, er wurde als Weltmeister der Altersklasse bei der Siegerehrung ausgebuht. Ich würde mir wünschen, dass die Veranstalter härter und vehementer mit dem Thema umgehen würden, was mehr Kontrollen und lebenslange Sperren für Dopingsünder beinhaltet.

Von: Stefan Kirchenmajer

 

 

 


 

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