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DFB-Pokal der Frauen: Mit großartigem Kampf verabschieden

Samstag, 07. September 2019, 17:16

Am Samstag, den 7. September, war es endlich soweit und die Frauen empfingen die Mannschaft des FC Bayern München. In einer umkämpften Partie unterlagen sie am Ende leider deutlich mit 0:5 (0:3), obwohl das Spiel zeitweise anderes vermuten ließ.

Es war angerichtet. Nach Wochen des Wartens und Hinfieberns war der große Tag gekommen: die zweite Runde des DFB-Pokals der Frauen. Der Gegner war kein geringerer als der FC Bayern München, seines Zeichens Bundesligist und Champions League-Teilnehmer. Nominell waren die Münchner das favorisierte Team, doch von Beginn an zeigten die Adlerträgerinnen, dass sie den Bayern heute den Schneid abkaufen und ihnen das Leben schwer machen wollten.

In den ersten Spielminuten zeigten sich beide Teams offensiv stark und so dauerte es nicht lange, bis die zahlreich angereisten Zuschauer Torchancen zu sehen bekamen. In der 7. Minute war es dann Mandy Islacker, die die Münchnerinnen in Führung brachte. Sie legte sich den Ball an der herausstürmenden Elena Bläser vorbei und schob ihn an ihr vorbei ins Netz zur 1:0-Führung für die Bayern. Kurz darauf sind es erst einmal wieder die Münchnerinnen, die Torgefahr ausstrahlen. Elena Bläser, die heute einen unfassbar starken Tag erwischte, parierte in der 10. Minute einen Ball, der ohne sie ins rechte obere Eck eingeschlagen wäre.

Im Gegenzug ist es dann zweimal Nina Neumann. Die linke Flügelspielerin, die schon in der ersten Runde die Offensive der Frankfurterinnen antrieb, drang in der 12. und 14. Minute tief in die Hälfte der Bayern ein. Ihre Flanken konnten beide jedoch rechtzeitig abgefangen werden. In der 17. Minute waren es dann die Münchnerinnen, die mit dem zweiten Tor des Tages ihre Titelambitionen deutlich machten. Boye kommt nach einer Flanke frei zum Kopfball und erhöht auf 0:2. In der Folge ließen sich die Riederwälderinnen keineswegs unterkriegen und hielten den Druck weiter aufrecht, sodass beide Teams bis zur 30. Minute weiter Stirn an Stirn kämpften. In der 32. Minute hatte Nina Neumann die bisher beste Chance für die Adlerträgerinnen. Nach einer Ecke schaltete Elena Bläser schnell, spielte den Ball weit auf Annika Leber, die das Leder Nina Neumann in den Lauf flankte. Die starke Offensivfrau hängt die Verteidigerin im Zweikampf ab, scheiterte aber an der Münchner Torfrau. „Ich bin unfassbar stolz auf die Leistung meiner Truppe“, so Trainer Christian Yarussi nach dem Spiel. „Sie haben sich nicht klein gemacht und haben den Bayern immer wieder Schwierigkeiten bereitet und selbst vorne das ein ums andere Mal großartige Chancen kreiert.“ Kurz vor der Pause flachte das Spiel etwas ab, doch in der 39. Minute weckte Carolin Simon das Riederwaldstadion mit einem Fernschuss zum 0:3-Halbzeitstand.

Nach dem späten Treffer kam die Eintracht jedoch ebenso zweikampfstark und kämpferisch aus der Pause, wie sie es zuvor waren. So gehörten die ersten Chancen in Halbzeit zwei ihnen, blieben jedoch weiter unbelohnt. Auf der anderen Seite war es immer wieder Elena Bläser, die die Schüsse der Münchnerinnen entschärfte und Schlimmeres vermeiden konnte. Die Eintracht war noch im Spiel und in der 66. Minute ein weiteres Mal war es Nina Neumann, die das Tor auf dem Fuß hat. Nach einem starken Solo, bei dem sie sich gegen drei Verteidigerinnen durchsetzte, schlenzt sie den Ball mit Gefühl an der Torhüterin, jedoch aber auch knapp am Pfosten, vorbei.

Die Bayern waren in ihrem Offensivspiel dann jedoch erneut kaltschnäuziger. Mandy Islacker bekam den Ball zentral im Strafraum auf den Fuß und schloss ab. Dieses Mal musste Elena Bläser leider hinter sich greifen, obwohl sie noch am Ball war. 0:4 in der 73. Minute. Obwohl das Spiel somit schon entschieden war, drückten die Frankfurterinnen weiter auf den Münchner Kasten, doch das Wetter und die Platzverhältnisse zehrten merklich an ihren Kräften. Nachdem die Adlerträgerinnen in der 84. Minute noch ein wenig Aluminiumglück hatten, machte Nicole Rolser dann in der 88. Minute den Deckel auf die Partie.

Christian Yarussi ist mit der Leistung seiner Spielerinnen sehr zufrieden: „Wir haben uns in allen Belangen nach bestem Gewissen präsentiert. Dass wir am Ende kein Tor erzielen konnten, ist natürlich schade. Das hätten sich meine Spielerinnen mit ihrer Leistung wirklich verdient.“ Nach einem Spiel, bei dem sich die Adlerträgerinnen nicht versteckt haben und den Münchnerinnen über weite Strecken Paroli boten, können die Riederwälderinnen mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Partie schauen. Lachend, weil sie gegen einen Bundesligisten sowohl offensiv, als auch defensiv stark mitgehalten und sich großartig präsentiert haben, weinend, weil keine der Großchancen zu einem Treffer gegen die Favoriten aus München gereicht haben.

 

Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:5 (0:3)

Eintracht Frankfurt: Bläser – Würtele, Klich (58. Syla), Leber (72. Mundt), Marcellino, Neumann, Fushiki (41. Baumann), Müller, Beuth, Uzungüney, Sirna

FC Bayern München: Schlüter, Soerensen, Riley, Leupolz (72. Laudehr), Damnjanovic (76. Kögel), Gielnik (63. Rolser), Hendrich, Skorvankova, Wenninger, Islacker, Simon

Tore: 0:1 Islacker (8.), 0:2 Soerensen Boye (18.), 0:3 Carolin Simon (39.), 0:4 Mandy Islacker (74.), 0:5 Nicole Rolser (88.)

Schiedsrichterin: Christina Biehl (Niederhambach)

Zuschauer: 500

 

 

Von: Leon Mathieu