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U19 sichert Klassenerhalt!

Samstag, 11. Mai 2019, 17:42

Die U19 ist kämpferisch, taktisch und phasenweise spielerisch auf den Punkt da und siegt in Ingolstadt verdient 1:0. Die Zähler 29 bis 31 sollten elementar für den am Samstagmittag gesicherten Klassenerhalt sein.

Rückblickend konnten nämlich die unmittelbaren Verfolger 1. FC Kaiserslautern (2:0 gegen 1. FC Heidenheim) und 1. FC Nürnberg (4:0 gegen die Stuttgarter Kickers) ihre Aufgaben für sich entscheiden. Ein Punktverlust an der Donau hätte somit zum Abstieg in die Hessenliga geführt.

Doch die Riederwälder machten von der ersten Sekunde an deutlich, dass sie sich nicht auf Ausrutscher im Fernduell verlassen würden, agierten kompromisslos in der Zweikampfführung und mutig im Vorwärtsgang. Auf der anderen Seite war auch dem Tabellendritten aus Ingolstadt anzusehen, dass er am letzten Spieltag etwas zu gewinnen hatte: Als bester bayerischer Verein, noch vor dem Vierten FC Bayern, wollten sich die Schanzer direkt für den DFB-Vereinspokal der Junioren qualifizieren.

Entsprechend nickelig, aber selten unfair, gestaltete sich der kontrollierte Schlagabtausch. Beide Lager hatten ihre Strafräume weitgehen im Griff, kreierten zudem zuverlässig blitzartige Umschaltsituationen. Mitte der ersten Halbzeit stellte Maximilian Breunig geschickt den Körper zwischen Ball und Gegner, dribbelte in halbrechte Strafraumposition, doch Mason Judge kam rechtzeitig herbeigeeilt und blockte den Abschluss im letzten Moment (19.). Der US-Amerikaner war einer von zwei U17-Jahrgängen in der Startformation. Neben dem heute Rechtsverteidiger spielenden Judge lief mit Fynn Otto ein weiterer B-Junior auf und bildete mit Laurin Stich die Innenverteidigung. Stich übernahm nach dem verletzungsbedingten Ausfall Nils Stenderas auch gleich die Kapitänsbinde und hielt die auf drei Positionen veränderte Viererkette zusammen. Neben Stendera fehlte mit Toptorjäger Abdulkerim Cakar ein weiterer Leistungsträger gelbgesperrt.

Dafür sollten die Kabuya-Zwillinge Tempo über die Außen machen, im Mittelfeld zogen die Jungprofis Patrick Finger und Sahverdi Cetin die Fäden, dahinter sicherte Allzweckwaffe Vladimiros Safaridis ab. Mischa Häuser begann wie gegen die Bayern als Linksverteidiger, Florian Zorn gab in der Spitze den ersten Störenfried.

Zum Jubeln reichten die Kräfte am Ende doch noch. Die U19 sichert als Tabellenzehnter den Klassenerhalt (Foto: Aurelia Müller).

Je länger die erste Halbzeit andauerte, desto griffiger wurden die Aktionen der Adlerträger, nicht zuletzt auch fußballerisch, wie Marco Pezzaiuoli bemerkte: „Die Jungs haben phasenweise auch richtig gut Fußball gespielt.“ Daraus resultierende Chancen ließen sich irgendwann nicht mehr vermeiden. Erst scheiterte Finger mit einem Fernschuss von der linken Seite an FCI-Keeper Lukas Schellenberg (28.), wenig später setzte der Mittelfeldmotor Rechtsaußen Patrice Kabuya in Szene, der aus spitzem Winkel ebenfalls flach, lang zielte, aber ebenso in Schellenberg seinen Meister fand (36.). Ein Muster, das sich etablieren sollte – und das Tor zum Klassenerhalt fünf Minuten vor der Pause aufstieß! Diesmal fand eine scharfe Hereingabe Patrice Kabuyas nämlich den in den Fünfmeterraum gesprinteten Justin Kabuya, der das Leder unaufhaltsam in die Maschen beförderte (40.). Zuvor hatte Zorn den Ball überlegt durchgelassen.

Die Pausenführung war dem Glauben an die eigene Stärke nur zuträglich. Nach dem Seitenwechsel behaupteten die Hessen mehr denn je jeden Quadratzentimeter und Zweikampf, ob am Boden oder gegen die vornehmlich mit langen und zweiten Bällen operierenden Hausherren in der Luft. Die Abschlussfrequenz der Schanzer vergrößerte sich zwar zunehmend, doch der Kasten von Max Hinke blieb von den ungenauen Schüssen weitgehend unbehelligt. Die Situation verschärfte sich allerdings als Justin Kabuya nach einer Stunde Rot sah und sich der Doppelsieg der Konkurrenz anbahnte. Zwar gaben die Gäste ob der numerischen Unterlegenheit alsbald mehr Ballbesitzanteile ab, blieben hinsichtlich Chancen aber mindestens ebenbürtig. So tankte der nach der Dezimierung ins linke Mittelfeld gerückte Finger über den Flügel durch, flankte auf den kurzen Pfosten, wohin Patrice Kabuya diagonal eingelaufen kam und ans Außennetz köpfte (66.). Am Gesamtbild änderte sich bis zum Schluss wenig. Der FCI drückte, hatte aber spätestens an der Strafraumkante Fragezeichen in den Augen. Also blieb es vornehmlich bei Versuchen aus der zweiten Reihe. Wie von Felix Bachmann, dessen abgefälschten Schuss Torwart Hinke noch mit den Fingerspitzen an die Latte lenken konnte (81.). Die verbleibende Viertelstunde – richtig, denn es gab unverhältnismäßige sechs Minuten Nachspielzeit – glich einem Kampf ums nackte sportliche Überleben, den die widerstandsfähigen Jungadler bravourös meisterten – und mit dem ersehnten Schlusspfiff reihenweise vor Erleichterung und Erschöpfung in die Knie sanken.

Für den Technischen Direktor Marco Pezzaiuoli, der die U19 seit März interimsweise übernommen hatte, stand im Nachgang „die großartige Moral der Truppe“ über allem. Bemerkenswert wie der Fußballlehrer wenige Augenblicke nach Schlusspfiff nicht nur seine Schützlinge, sondern alle mitgereisten Anhänger, über Eltern, Betreuer und Mitarbeiter, im Kreis versammelte. Diese Homogenität war auch während der vorangegangenen 90 Spielminuten ausschlaggebend gewesen: „Wir haben gegen einen kompakten, sieggewillten Gegner Charakter bewiesen und kaum etwas zugelassen. Die Jungs waren da, als es darauf ankam und haben sich auch von personellen Rückschlägen nicht aus der Bahn bringen lassen.“ Somit stehen in der Endabrechnung 31 Punkte und Platz zehn zu Buche.

 

FC Ingolstadt 04 U19 - Eintracht Frankfurt U19 0:1 (0:1)

Ingolstadt: Schellenberg - Bachmann, Herrmann (79. Trslic), Hawkins (46. Mengi), Neuberger, Kraus (65. Schwarzmeier), Breunig, Pintidis, Polauke, Bilbija, Gratzl

Frankfurt: Hinke - P. Kabuya (87. Irorere), Finger (90. + 3), Judge, Stich, Otto, J. Kabuya, Safaridis, Zorn (79. Makanda), Cetin, Häuser

Tor: J. Kabuya (40.)

Rote Karte: J. Kabuya (60.)

Gelbe Karten: Breunig, Neuberger, Trslic – Hinke

Zuschauer: 150

Schiedsrichter: Jan Dennemärker (Saarwellingen)

Von: Daniel Grawe

 

 


 

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