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U17 verlangt VfB alles ab und verliert 3:4

Samstag, 01. September 2018, 17:28

Spektakel, Drama, Tore satt! Dem rasanten Aufeinandertreffen unserer U17 mit dem VfB Stuttgart fehlte es am Samstagnachmittag eigentlich an nichts – abgesehen von einem Punktgewinn, den die Frankfurter Jungs mindestens verdient gehabt hätten.

Entsprechend angetan war deshalb auch Cheftrainer Frank Leicht von der mitreißenden Auseinandersetzung und sprach unabhängig vom unglücklichen Ausgang von einem „top Junioren-Bundesliga-Spiel mit vielen packenden Zweikämpfen und hohem Tempo.“ Beide Kriterien erfüllte insbesondere in der Anfangsphase überwiegend die im Vergleich zum ungefährdeten Sieg in Unterhaching auf zwei Positionen veränderte Eintracht. Zum einen ersetzte der wiedergenesene Ali Loune Fynn Otto, wofür Nikola Komljenovic von der rechten in die zentrale Verteidigerposition rückte und Hüseyin Bakirsu den Rechtsverteidigerposten bekleidete und damit Platz für Loune im defensiven Mittelfeld machte. Außerdem erhielt Ercan Yildiz vor Larion Kosuchin den Vorzug im Sturmzentrum.

Die leichten Rochaden hatten freilich keine Auswirkungen auf den Spielfluss der furios in die Saison gestarteten Riederwälder – zumindest keine negativen. Denn kaum hatte Schiedsrichter Dominik Fober die Partie eröffnet, schnappten sich die hellwachen Hausherren flugs die Kugel und setzten Jongmin Seo in Szene, der den Ball aus halblinker Position überlegt im langen Eck unterbrachte (1.). Das 1:0 nach nicht mal 15 Sekunden! In ihrer forschen Marschroute bestärkt fuhren die Hessen unentwegt weitere konsequente Umschaltaktionen, von welchen eine bald im zweiten Versuch zu Yildiz prallte, der den fälligen Abstauber aber aus fünf Metern über das Gehäuse beförderte (7.). Erst nach gut einer Viertelstunde tauten die Schwaben allmählich auf und ließen ihre brutale individuelle Klasse aufblitzen, gebündelt mit einer gnadenlosen Effizienz. Erst vollendete Lilian Egloff eine fast unaufhaltsame Kombination zum 1:1 (13.), dann bekamen die Frankfurter Verteidiger eine Hereingabe von der rechten Seite nicht entschärft, was Maurice Kramny per Direktabnahme mit dem 1:2 bestrafte (16.). Wer sich nach einer Viertelstunde seiner theoretischen Kräfteverhältnisse pro Stuttgart bestätigt sehen mochte, sah sich rasch eines Besseren belehrt. Denn wiederum nur vier Minuten später kamen nach einer Freistoßhereingabe nacheinander Felix Irorere und Ercan Yildiz zum Abschluss, ehe der neue Neuner die Pille aus einem Meter über die Linie drückte (20.). Alles auf Anfang also!

Dachten sich auch die Riederwälder und fanden spätestens nach einer halben Stunde zu ihrem Stil zurück, reihenweise Einschussgelegenheiten inklusive. Erst zog Patrick Markiewicz nach einer blitzsauberen Passstafette über den linken Halbraum aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei (29.). Dann eroberte Linksverteidiger Ioannis Vassiliou tief in der gegnerischen Hälfte das Spielgerät, setzte sich anschließend in die Mitte ziehend gegen zwei weitere Gegenspieler durch, verpasste aber in aussichtsreicher Position das entscheidende Abspiel zum blank stehenden Tim Littmann (31.). Keine zwei Zeigerumdrehungen darauf ein ähnliches Muster, als Markiewicz den VfB-Verteidiger unter Druck setzte, dieser das Spielgerät zu schwach auf Torhüter Tobias Werdich zurück passte, den der an den Ball gelangte Yildiz zu umspielen versuchte, sich aber im Eins-gegen-eins-Duell verzettelte (33.). Nach 40 atemberaubenden Minuten durften dann sowohl die Akteure als auch das Publikum erst einmal durchschnaufen.

Nach dem Seitenwechsel ging es mit neuem Schwung und bewährter Schlagzahl weiter, allerdings zunächst mit leichten Vorteilen für die Gäste. Fünf Minuten nach Wiederbeginn brachte sich Elias Bördner erst selbst in Verlegenheit, als er sich bei einem hohen Ball verschätzte, dann allerdings den folgenden Schuss noch vor der Linie entschärfte (45.). Wenig später pennten dann die Vorderleute des Keepers, als sich die Württemberger ohne Gegenwehr durchs Zentrum spielen konnten und der durchgebrochene Frederik Schumann in der Mitte keinen Abnehmer fand. Ausgerechnet als sich Frankfurt scheinbar wieder etwas freigeschwommen hatte, war Kramny erneut zur Stelle, indem er nach einem von Bördner parierten Schuss den Rebound zum 2:3 verwandelte (59.). Im Gegenzug stellte zweimal Littmann die linke Stuttgarter Seite bloß, doch erst konnte der mittlerweile eingewechselte Kosuchin die scharfe Hereingabe nicht verwerten (62.), dann war Schlussmann Werdich im kurzen Eck zur Stelle (63.). Längst wogte das muntere und immer hektischere Treiben hin und her, jeder Angriff barg Trefferpotential. So eine Viertelstunde vor Schluss, als Kramny im Sechzehner nur Geleitschutz erhielt und den Ball überlegt zum 2:4 unters Tordach jagte (66.).

Coach Leicht reagierte erneut und setzte mit der nach Kosuchin und David Osei dritten offensiven Einwechslung von Gianluca Schäfer das Signal zur Aufholjagd. Der frische Flügelflitzer ließ seinem Auftrag bald Taten folgen, war nach einer vertikalen Verlängerung Oseis nicht mehr zu halten, bis er mutterseelenallein in aussichtsreicher Abschlussposition doch noch unter Einwirkung des Gegners zu Fall ging. Eine klare Notbremse, weshalb die Gelbe Karte diskutabel war. Ganz im Gegensatz zum fälligen Elfmeter, den Loune sicher zum 3:4 ins linke untere Eck verwandelte (77.). Inklusive Nachspielzeit waren dann immer noch sechs Minuten Zeit, das packende Spektakel zu einem einigermaßen gerechten Abschluss zu bringen. Nach einem letzten verheißungsvollen Kopfball Oseis knapp über den Kasten (80. + 1) blieb es letztlich beim 3:4.

„Nachdem wir den VfB anfangs erfolgreich früh attackiert hatten, in Führung gegangen sind, es aber anschließend verpasst haben nachzulegen, ist der Gegner zwischenzeitlich dank seiner spielerischen Klasse in Führung gegangen. Umso beeindruckender war, wie die Jungs danach zurück gekommen und trotz des erneuten Rückstands in der zweiten Halbzeit am Drücker geblieben sind“, fasste Trainer Leicht die Begegnung kurz nach Spielschluss treffend zusammen. Einerseits sei zwar die Chancenverwertung wieder nicht optimal gewesen. „Andererseits muss man gegen den VfB Stuttgart auch erst mal drei Tore erzielen. Entscheidend ist, dass die Jungs lernen, den Sack zuzumachen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Daran werden wir arbeiten.“ Die fußballerische Grundlage dafür ist trotz der zweiten Saisonniederlage zweifelsfrei gegeben.

 

Eintracht Frankfurt U17 - VfB Stuttgart U17 3:4 (2:2)

Frankfurt: Bördner - Komljenovic, Vassiliou, Irorere, Loune, Harder, Littmann, Seo (73. Schäfer), Yildiz (51. Kosuchin), Bakirsu, Markiewicz (64. Osei)

Stuttgart: Werdich - Krasniqi, Schumann, Göggel, Suver, Meyer, Knappe, Münst, Kramny (59. Sensoy, 76. Sifayin), Egloff (66. Hummel), Katsianas-Sanchez (41. Preuß)

Tore: 1:0 Seo (1.) 1:1 Egloff (13.) 1:2 Kramny (16.) 2:2 Yildiz (20.) 2:3 Kramny (59.) 2:4 Kramny (66.) 3:4 Loune (78., Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Bakirsu, Seo - Preuß, Schumann

Zuschauer: 70

Schiedsrichter: Dominik Fober (Herrieden)

Von: Daniel Grawe

 

 


 

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