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U17-Juniorinnen: Klassenerhalt mit Punktgewinn gesichert

Montag, 08. April 2019, 20:00

Direkt nach dem Abpfiff konnte man die Enttäuschung über das 2:2 gegen den dreimaligen Deutschen B-Juniorinnen Meister vom FC Bayern München in den Gesichtern der Adlerträgerinnen sehen, gut eineinhalb Stunden später gab es dennoch Grund zum Jubeln: Nachdem die SpVgg Greuther Fürth in Freiburg verloren hatte (0:1) und der TSV Crailsheim nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen den VfL Sindelfingen Ladies hinauskam, sicherten sich die U17-Juniorinnen erstmals in der Geschichte des Mädchenfußballs von Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt und werden daher mindestens zwei Jahre hintereinander der höchsten deutschen Nachwuchsspielklasse angehören!

Eintracht Frankfurt Frauenfußball Saison 2018/19 Mädchenfußball

Nun aber zum Spiel gegen den FC Bayern München:

In einer auf Augenhöhe erwarteten Partie gehörten die Anfangsminuten den Gästen aus der bayerischen Landeshauptstadt. Der FC Bayern München versuchte durch viel Ballbesitz den Ton anzugeben, erspielte sich jedoch zunächst keine Tormöglichkeiten. Dies lag vor allem daran, dass unsere U17 die Vorgaben des Trainerduos Stanik/Schouten umsetzte und mannschaftlich geschlossen und sehr kompakt verteidigte. In der 13. Minute der erste große Aufreger der Partie. Nach einem diagonalen Zuspiel des FC Bayern auf den rechten Flügel zu Anna Formanski war Jana Felchle zur Stelle um den Ball abzulaufen. Hierbei lief die Spielerin des FC Bayern Jana Felchle in die Hacken und brachte sie regelwidrig zu Fall. Der Pfiff der Unparteiischen blieb jedoch aus und Anna Formanski konnte allein auf das von Michèle Häuser gehütete Tor zulaufen und zur 1:0-Führung einnetzen. „In dieser Szene gibt es keine zwei Meinungen, das war ein klares Foul an Jana – somit hätte der Treffer nicht zählen dürfen. Die Schiedsrichter-Assistentin hatte auch freie Sicht, da muss man einfach mal den Mut haben und die Fahne heben!“ ärgerte sich Eintracht-Trainer Adrian Stanik.

Danach fand unsere Eintracht deutlich besser ins Spiel und erarbeitete sich in der 17. Minute die erste große Möglichkeit zum Ausgleich. Nach einem Ballgewinn von Kara Bathmann auf der rechten Seite schüttelte diese zunächst eine Gegenspielerin ab, ließ eine weitere Akteurin des FC Bayern München aussteigen und spielte dann einen tollen Diagonalpass auf Lena Bencic. Diese stand plötzlich in zentraler Position an der Strafraumgrenze völlig frei und spielte den Ball nochmal quer auf Linn Beck, welche den Ball aber nicht richtig verarbeiten konnte. „Lena muss hier mutiger sein und selbst den Abschluss suchen, im Training netzt sie aus dieser Position fast jeden Ball ein.“ so Adrian Stanik zu der aussichtsreichen Spielsituation.
Dies war dann jedoch der Auftakt zu einer großen Druckphase der Eintracht. Es folgte eine Chance in der 20. Minute. Nach einem Befreiungsschlag von Lili Wanjura war Linn Beck auf dem rechten Flügel durch und lief in Richtung Strafraum, von der Grundlinie suchte sie den Pass zu Lena Bencic, der jedoch entscheidend geblockt werden konnte. „Im Rückraum war Karla Reute noch mitgelaufen, der Rückpass zu ihr auf Höhe des Elfmeterpunktes wäre durchaus die bessere Alternative gewesen.“ analysiert Frankfurts Trainer.
Die Adlerträgerinnen blieben aber weiter dran und drängten zunehmend auf den Ausgleich. Kurz darauf eine Szene, aus der deutlich mehr hätte herauskommen können. Lena Bencic kam ca. 40 Meter vor dem Tor in zentraler Position an den Ball – zuvor hatte die Defensive einen Ballverlust der Gäste provoziert – und spielte einen Gassenball auf Karla Reuter, die links mitgelaufen war. Das Zuspiel war allerdings zu ungenau, sodass diese aussichtsreiche Szene verpuffte (21.). Es folgte die nächste große Chance zum Ausgleich: Ein Zuspiel von April Fritz konnte von Linn Beck entscheidend auf Lena Bencic weitergespitzelt werden. Lena Bencic setzte sich im anschließenden Laufduell gegen Lea Spittka durch und kam in Höhe des Elfmeterpunktes zum Abschluss, leider konnte Schlussfrau Luisa Weinhändler parieren (22.). In dieser Phase hatte der FC Bayern München dem Druck der Eintracht nichts entgegenzusetzen und es folgte prompt die nächste dicke Möglichkeit. Ein Freistoß von der linken Seite wurde aus gut 25 Metern von Lili Wanjura direkt auf das Tor geschossen, für die geschlagene Weinhändler rettete die Unterkante der Latte (23.).

Der Ausgleich lag weiterhin in der Luft und in der 26. Minute war es dann endlich soweit:  
Nach einem Einwurf auf der linken Seite gelangte der Ball zu Karla Reuter. Reuter spielte den Ball quer zu April Fritz, die den Ball jedoch nicht verarbeiten konnte. Daraufhin rollte der Ball zurück in Richtung Karla Reuter, die blitzschnell schaltete und den Ball über die Bayern-Torfrau hob (26.).

Die Eintracht blieb bis zur Halbzeit weiter die dominierende Mannschaft und schaffte dann sogar noch den verdienten Führungstreffer. Vorher kam jedoch nochmal Anna Formanski auf der rechten Seite zum Abschluss, der Michèle Häuser vor keinerlei Probleme stellte. Im Anschluss spielte die Eintracht den letzten Angriff der ersten Halbzeit aus. Ein langer Ball von Katharina Bilz fand zunächst nicht die beabsichtigte Adressatin Linn Beck, diese zwang Anna Junge jedoch zu einem Rückpass, der etwas zu ungenau geriet. Schlussfrau Luisa Weinhändler konnte diesen gerade noch vor dem Überschreiten der Torauslinie wegschlagen, traf den Ball jedoch unsauber, sodass dieser zu Karla Reuter rollte. Diese fasste sich ein Herz und schoss den Ball direkt aus gut 25 Metern in Richtung des freistehenden Tores. Der Ball prallte vom linken Torpfosten zum umjubelten Führungstreffer ins Tor (beides 40.).

Das Fazit von Adrian Stanik zur ersten Halbzeit: „Auch wenn wir verdient geführt haben, konnten wir mit dem Ergebnis zur Halbzeit nicht zufrieden sein. Mir geht es hier gar nicht um das unberechtigte Führungstor des FC Bayern, sondern viel mehr um die vielen liegengelassenen Chancen. Wenn ich Lilis Lattentreffer noch dazu nehme, hätte es zur Pause mindestens 4:1 wenn nicht sogar 5:1 für uns stehen müssen. Nachdem wir bis zum Führungstor der Gäste nicht so recht im Spiel waren, haben wir danach das Spielgeschehen klar dominiert.“

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Zur zweiten Halbzeit erhöhte der FC Bayern den Druck, die ersten Möglichkeiten verbuchte jedoch wieder die Eintracht. Zunächst konnten Kara Bathmann und Linn Beck im Zusammenspiel auf der rechten Seite einen ersten harmlosen Schussversuch von Linn Beck verzeichnen, kurz darauf tauchte Lena Bencic nach Schnittstellenpass von Linn Beck allein vor der Gästetorhüterin auf – jedoch ganz knapp im Abseits stehend (beides 43.). Nach Zuspiel von Aileen Passler trieb Leandra Wickert den Ball in die gegnerische Hälfte und kam nach einem Doppelpass mit Karla Reuter zum Abschluss aus 25 Metern, jedoch deutlich drüber (49.).
Insgesamt erarbeitete sich der FC Bayern München bis hierhin keine wirklichen Torchancen, jedoch verschoben sich die Spielanteile zunehmend zu den Gästen, welche durch eine Umstellung auf ein
4-4-2-System mehr Druck auf die Hintermannschaft erzeugen wollten. In der 60. Minute dann der Ausgleich, etwas aus dem Nichts. Nach einem Ballverlust auf der rechten Seite ging es schnell. Der FC Bayern München in Person von der eingewechselten Annalena Knöferl trieb den Ball in Richtung Zentrum und passte zu Melissa Ugochukwu. Diese kam ca. 30 Meter vor dem Tor in zentraler Position an dem Ball und schoss diesen einfach mal als Heber in Richtung Eintracht-Tor. Dieser schlug dann unhaltbar für Michèle Häuser im Kasten ein.
Kurz darauf eine weitere Möglichkeit für die Gäste. Nach einem Gassenball kam Ugochukwu zum Abschluss, jedoch stand sie im Abseits (61.).  In der Folge kam der Ball nach einem Klärungsversuch der Bayern-Hintermannschaft zu Paula Vidovic, die sich im Laufduell durchsetzte und aus 22 Metern zu einem harmlosen Abschluss kam (62.).

Dann wieder mal eine sehr gute Aktion für die Eintracht. Kara Bathmann wurde auf der rechten Seite geschickt, jedoch kam der Ball zu Bayern-Verteidigerin Chiara Pucci. Unter Druck gesetzt von Karla Reuter passte sie zurück auf Torhüterin Luisa Weinhändler. Dies erkannte Eintracht-Stürmerin Linn Beck frühzeitig und konnte den Ball kurz vor der Torhüterin an ihr vorbeispitzeln. Leider klärte die Schlussfrau gerade noch rechtzeitig vor der einschussbereiten Linn Beck zur Ecke (64.). Nach kurzer Verschnaufpause folgte dann wieder eine Möglichkeit für den FC Bayern München. Zunächst spielten die Gäste den Ball über das Zentrum auf die rechte Seite, von dort wurde eine diagonale Flanke auf den langen Pfosten geschlagen. Hier stand Anna Formanski ziemlich frei, brachte den Ball jedoch nicht kontrolliert in Richtung Eintracht-Gehäuse, sodass der Ball ins Toraus trudelte (72.). In der 75. Minute hieß es nochmal durchatmen für die Eintracht-U17. Einer der vielen langen Bälle des FC Bayern gelangte in Höhe des Elfmeterpunktes zu Melissa Ugochukwu. Allerdings war diese Flanke schwer zu verarbeiten, der Schussversuch mit dem Oberschenkel ging klar über das Tor (75.). Den Schlusspunkt setzte dann der Eintracht-Nachwuchs. Nach einem Freistoß von Lili Wanjura in Höhe der Mittellinie gelangte der Klärungsversuch der Bayern-Hintermannschaft vor die Füße von Spielführerin Aileen Passler. Diese nahm den Ball mit vollem Risiko aus 20 Metern direkt, der etwas zu hoch angesetzte Heber ging leider über das Tor (80.).

„So direkt nach dem Spiel waren wir als Team natürlich nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Auch wenn der FC Bayern in der zweiten Halbzeit mehr vom Spiel hatte, haben wir über die gesamte Spielzeit nicht nur mehr, sondern auch die klareren Chancen auf den Sieg gehabt. Da wäre das zu Unrecht gegebene 0:1 auch überhaupt nicht mehr ins Gewicht gefallen. Dennoch können wir im Nachgang mit dem Unentschieden gut leben, da wir hierdurch in Zusammenhang mit den anderen Ergebnissen des Spieltags den Klassenerhalt fix gemacht haben. Für den Frauen- und Mädchenfußball bei Eintracht Frankfurt ist dies somit ein historischer Tag, schließlich ist es keiner Eintracht-U17 nach einem Aufstieg bisher gelungen die Klasse auch zu halten.
Wir als Team können stolz darauf sein und wollen jetzt nun in den vier ausstehenden Spielen weitere, möglichst viele Punkte sammeln, um diese bisher sehr positive Saison auch positiv abzuschließen!“ resümiert zufrieden Eintracht Frankfurt Trainer Adrian Stanik diese Bundesliga-Partie.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 2:2 (2:1)

Tore: 0:1 Formanski (13.), 1:1, 2:1 Reuter (26., 40.), 2:2 Ugochukwu (61.)

Schiedsrichterin Christina Biehl

SGE: Häuser; Bathmann, Bilz, Wanjura, Felchle, Passler, Wickert, Fritz (49. Rausch), Bencic (65. Müller), Reuter, Beck.

 

 

 

 

 


 

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Armin Kraaz
Leiter Leistungszentrum

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