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U16: Starke Aufholjagd nicht belohnt

Montag, 12. März 2018, 13:20

Am Sonntagvormittag traf unsere U16 am Riederwald auf den SV Wehen Wiesbaden. Nach einer gnadenlosen ersten Halbzeit der Gäste setzte die Eintracht alles auf eine Karte und hätte sich am Ende fast mit einem Punktgewinn belohnt.

Nach einer beidseitig respektbehafteten Anfangsphase besannen sich die Taunussteiner nach einer Viertelstunde ihrer Aufstiegsambitionen und machten innerhalb von vier Minuten kurzen Prozess. Erst gelangte ein Steckpass zu Philipp Volk, der das linke Eck anvisierte und den noch mit den Fingerspitzen an den Ball kommenden Elias Bördner zum 0:1 überwand. Zwei Zeigerumdrehungen darauf setzte sich Wehen zu mühelos über die rechte Seite durch und fanden in der Mitte gleich zwei Abnehmer. Nachdem die Frankfurter Jungs den ersten Versuch noch abwehren konnten, verwandelte Vassilios Polichronakis den Rebound zum 0:2. Wiederum keine 120 Sekunden später benötigte Wiesbaden gar drei Versuche, ehe Mario Letizia auf 0:3 stellte. Dazwischen hatte sich die Eintracht in Person von Francesco Simonelli mit einem ersten abgefälschten Fernschuss erstmals zu Wort gemeldet. Danach benötigten die Hausherren eine Weile, um diesen Schockstart zu verdauen. Als Bördner nach einer halben Stunde gegen den aus der Distanz abschließenden Noel Eichinger einen weiteren Gegentreffer vereitelt hatte, schalteten seine Vorderleute allmählich wieder in den Vorwärtsgang. Erste Chancen waren die Folge. Zunächst schoss Daniel Dejanovic aus halblinker Lage am langen Pfosten vorbei, fünf Minuten vor der Pause vergab ein Frankfurter freistehend. Ein Lehrbeispiel in Sachen Effizienz lieferten daraufhin die Gäste, als sich der umtriebige Eichinger über die linke Seite bis zur Grundlinie durchtankte und für den am kurzen Pfosten zum 0:4 einschiebenden Abdul Jalloh servierte. In der Nachspielzeit konnten gleich drei Frankfurter eine Freistoßhereingabe nicht verwerten, weshalb es mit einem scheinbar uneinholbaren Rückstand in die Kabinen ging.

Mit der Betonung auf scheinbar. „Wir haben uns in der Pause vorgenommen, unser Heil in der Offensive zu suchen“, zeigte Dominik Reichardt im Nachgang den Balanceakt zwischen Wunder und Waterloo auf. Da die Adlerträger die Marschroute zu jeder Sekunde mit Leben füllten, sollte sich der totale Angriff als denkbar beste Verteidigungsstrategie erweisen. Die zweite Halbzeit war nur eine Minute alt, da erzwangen die Riederwälder mit einem Vorstoß über die linke Seite einen Handelfmeter, den der eingewechselte Ismael Sy zum 1:4 verwandelte. Nach jeweils einer Möglichkeit auf jeder Seite, als Wehens Torhüter ein weiteres Tor verhinderte und Eichinger nach einem Konter den Pfosten touchierte, fand die Eintracht nach einer Stunde endgültig zur völligen Kontrolle. Und immer öfter auch den Weg in den Strafraum. So scheiterte David Osei nach einem Steilpass aus acht Metern an Keeper Brandon Dorth, der die Kugel noch an die Latte lenkte. Dann war der Schlussmann gegen den aus spitzem Winkel abziehenden Leon Dietz zur Stelle. Die Hausherren ließen sich davon nicht beirren und setzten bald zur nächsten Attacke an. Eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit war es wieder soweit. Luca Uth fing einen Abstoß ab, woraufhin der Ball wie ein Bumerang zurückkam und bei Joshua Fröls landete, der auf 2:4 verkürzte. Zehn Minuten später kippte die Stimmung dann endgültig zugunsten der Eintracht. Erneut setzte sich Frankfurt über die rechte Seite durch, wieder war Fröls aus nächster Nähe zur Stelle – nur noch 3:4! Da kurz darauf Wehen noch eine Fünf-Minuten-Strafe erteilt bekam, schien der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit. Allein die Zeit wurde immer knapper und nach einem von Bördner entschärften Wehener Konter hatten die Adlerträger noch eine einzige Angriffsmöglichkeit. Doch just in dem Moment, als Uth zu einem letzten Fernschuss ansetzen konnte, beendete der Schiedsrichter die Partie.

Der Unmut über den gefühlten Diebstahl dieser Möglichkeit wich allerdings rasch einem gewissen Stolz über die beinahe gelungene und in jedem Fall imponierende Aufholjagd, wie auch Coach Reichardt bestätigte: „Der Stolz über die bewiesene Moral überwiegt gegenüber dem Frust über die erste Halbzeit.“ In dieser seien unsere B-Junioren längst nicht so unterlegen gewesen wie Wehen im zweiten Durchgang, „aber der Gegner war ungemein effizient, wohingegen uns im letzten Drittel zunächst die Zielstrebigkeit gefehlt hat.“ Da der Lerneffekt quasi mit dem Seitenwechsel eingesetzt hat, „haben die Jungs aus einem solchen Spiel die Erfahrung mitgenommen, was möglich sein kann.“ Am Ende war es aber vielleicht doch ein Gegentor zu viel für eine 40-minütige Aufholjagd.

 

Eintracht Frankfurt U16 – SV Wehen Wiesbaden U17 3:4 (0:4)

Frankfurt: Bördner – Vassiliou, Markiewicz (41. Sy), Huder, Oestreicher, Uth, Dejanovic, Simonelli (70. Parzeller), Dietz (70. Toure), Fröls, Osei

Wehen Wiesbaden: Dorth – Karimi (74. Aktas), Kasteleiner, Zeghli, Nikolic, Volk, Polichronakis, Letizia (20. Jalloh), Parker (50. Ürel), Sfarca (67. Handanovic), Eichinger

Tore: 0:1 Volk (13.) 0:2 Polichronakis (15.) 0:3 Letizia (17.) 0:4 Jalloh (39.) 1:4 Sy (45., Handelfmeter) 2:4 Fröls (66.) 3:4 Fröls (76.)

Schiedsrichter: Mark-Oliver Ney

Von: Daniel Grawe

 

 


 

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