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Stipic: „Die Zuschauer sollen sich unterhalten fühlen.“

Freitag, 17. August 2018, 11:50

Am Sonntag startet nun auch unsere U19 beim SC Freiburg in die neue Saison 2018/19 in der A-Junioren-Bundesliga. Im Vorfeld sprach der neue Cheftrainer Tomislav Stipic mit der Eintracht-Redaktion über die Vorbereitung, die Reisen nach China und Zagreb, die Trainingsschwerpunkte und seine Erwartungen.

Herzlich Willkommen bei Eintracht Frankfurt, Tomi Stipic! Wie ist es Ihnen in den ersten Monaten bei Ihrem neuen Verein ergangen?
Es hat sich genauso angefühlt, wie man es sich als Mitglied einer neuen Familie vorstellt. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen, bin vielen offenen und neugierigen Menschen begegnet, wozu ich nicht zuletzt die vielfältigen Persönlichkeiten in meiner Mannschaft zähle, die mir in den ersten acht Wochen große Freude bereitet beziehungsweise Vorfreude auf mehr geweckt haben.

Was können Sie uns über Ihre angestrebte Spielphilosophie verraten?
Es ist immer wichtig, die Spieler dahingehend zu entwickeln, dass sie die komplette Komplexität des Spiels verinnerlichen. Das bedeutet, sie in beide Richtungen zu schulen: Mit dem Ball und gegen den Ball. Sie müssen verstehen, wie sie sich gegen welchen Gegner in welcher Situation zu verhalten haben. Auf der anderen Seite wollen wir ihnen den nötigen Freiraum lassen, um ihre eigene Kreativität zur Geltung zur bringen. Insgesamt möchten wir attraktiven, mutigen und dynamischen Fußball lehren, in dem die Jungs auch Fehler machen dürfen. Dafür  steht ebenso unser Technischer Direktor Marco Pezzaiuoli, der diese Identität mit uns Trainern ausgearbeitet hat. Natürlich wollen wir auch Bundesligareife beweisen, Spiele gewinnen und eine Siegermentalität implementieren!

Inwiefern hilft es Ihnen bei der Arbeit mit den Spielern, den Profibereich aus eigener Erfahrung zu kennen?
Vor allem weiß ich, dass im Herrenbereich nochmal eine ganz andere Drucksituation herrscht, in der in erster Linie die Ergebnisse zählen. Darauf müssen wir die Jungs als höchste Instanz hinter den Profis vorbereiten, was schon in der Vorbereitung der Fall war.

Welche Überlegungen stecken hinter dem Aufbau der Vorbereitung?
Zunächst diente die Kennenlernphase Anfang Juni dazu, drei Gruppen – den 2000er-, den 2001er-Jahrgang und die externen Neuzugänge – zusammenzuführen, was uns gut gelungen ist. Anschließend ging es im Trainingslager im bayerischen Wald darum, unsere Identität in die Köpfe und Herzen der Spieler zu transportieren. Es folgte die Wettkampf- und Stressphase in China, wo wir gezielt Reibung erzeugt haben, indem wir die Spieler bewusst kritisch beurteilt haben, etwa mittels Videoanalyse und Einzelgesprächen. Das Turnier in Zagreb diente wiederum als Vertrauensphase, wo die Spieler sehr viel Lob erhalten und Vertrauen in ihre Aufgaben gewonnen haben, um mit einem guten Gefühl aus der Vorbereitung herauszugehen. Wenn dabei dann der dritte Platz herausspringt, können wir mit unserer Vorgehensweise nicht allzu viel falsch gemacht haben. (lacht)

Welchen Stellenwert messen Sie dem zweiten Platz beim Bundesliga-Cup bei?
Es war wichtig, sich mit Topteams aus Deutschland zu messen und zu sehen, nach drei bis vier Wochen konkurrenzfähig zu sein. Vor allem hat mir gefallen, dass wir sehr erfrischend und torgefährlich aufgetreten sind. Trotzdem dürfen wir die Resultate nicht überbewerten, weil es nicht um Punkte ging, sondern darum, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu erlangen.

Welchen Mehrwert hatten die Reisen nach China und Zagreb?
Neben der genannten Stress- und Wettkampfphase gegen teilweise zwei Jahre ältere und internationale Gegner wollten wir den Spielern in China mehr bieten als nur Fußball. Das heißt, wir wollten die Spieler in ihrer Persönlichkeit weiterbringen, etwa mit dem Besuch der Chinesischen Mauer, aber auch des Lebens in Peking: Wie sehen die Häuser aus? Wie ist das Essen? Wie ticken die Menschen? Idealerweise erinnern sich die Jungs in 50 Jahren und sagen: Mit der Eintracht war ich in China, was mich im Leben in dieser oder jener Hinsicht weitergebracht hat. Nichtdestotrotz gilt, dass die Vorbereitungsmaßnahmen ein Mittel zum Zweck sind. Das Hauptaugenmerk liegt auf den 26 Ligaspielen 2018/19!

Wo lagen die Trainingsschwerpunkte?
Unabhängig von den Trainingsinhalten haben wir für jeden einzelnen Spieler versucht herauszufinden, welche Position am ehesten seinen Fähigkeiten entspricht, damit er instinktiv seine beste Leistung bringen kann. Denn das ist der Schlüssel. Unsere Beobachtungen haben dazu geführt, dass wir für einige Akteure ihre Stammposition neu definiert haben, weil wir der Meinung sind, dass sie dort die bestmögliche Entwicklung nehmen können. Die Trainingsschwerpunkte ergeben sich aus unserer Spielidee.

In Zagreb erschien der Eindruck eines sehr ausgeglichenen Kaders. Stimmen Sie dem zu?
Meine Aufgabe ist es, alle Spieler weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund haben wir während der Vorbereitung allen Akteuren ausreichend Spielpraxis gewährt. Einerseits, dass sie das Gefühl haben ein Teil der Gemeinschaft zu sein. Andererseits, um die Belastung zu steuern. Wir verfügen über einen großen, ausgeglichenen Kader.

Zum Stab zählt auch Ihr neuer Co-Trainer Miroslav Petric. Was versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit?
Miro ist ein empathischer und strukturierter Trainer, der sehr gut auf die Bedürfnisse der Spieler eingehen kann und gerade im athletischen Bereich sehr viel Erfahrung hat. Darüber hinaus unterstützt er mich auch fußballspezifisch, ist loyal und hat sich als gute Seele hervorgetan, ist im Zweifelsfall aber auch konsequent. Insgesamt ergänzen wir beide uns gut. Kurzum: eine Bereicherung.

Auf welchem Level befindet sich die Mannschaft kurz vor dem Saisonstart?
Hinsichtlich Einsatz, Leistungen und Resultaten bin ich auf jeden Fall zufrieden und deswegen optimistisch. Daraus jedoch Schlüsse für die Liga zu ziehen, ist schwierig. Sollte sich der aktuelle Eindruck zum Start als falsch erweisen, hinterfragen wir uns natürlich. Aber wir sind vorbereitet.

Welche Rolle trauen Sie Ihrer Mannschaft 2018/19 zu?
Ich möchte, dass sich die Zuschauer unterhalten fühlen und hinterher sagen: Diese Mannschaft hat alles gegeben, leidenschaftlichen, strukturierten und zugleich kreativen Fußball geboten. Wenn dieser Fall eintritt, werden sich Ergebnisse automatisch einstellen und ein Kreislauf stattfinden, der allen große Freude bereiten wird. Das erhöht nicht zuletzt die Wahrscheinlichkeit, Talente für den Herrenbereich herauszubringen. Es würde mich stolz machen, wenn es einige der Jungs, von denen viele schon fünf bis sechs Jahre im Verein sind, den Sprung nach oben schaffen. Das ist kein Traum, sondern meine feste Überzeugung.

Die Ergebnisse unserer U19 in der Übersicht:
Testspiel:
Samstag, 14. Juli 2018: SV Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 2:3

15. Sparkassen Bundesliga-Cup, Schäbisch Hall:
Freitag, 20. Juli 2018: Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 1:1 (Vorrunde)
Samstag, 21. Juli 2018: Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen 7:0 (Vorrunde)
Samstag, 21. Juli 2018: Eintracht Frankfurt - TSG 1899 Hoffenheim 3:3 (Vorrunde)
Sonntag, 22. Juli 2018: Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 5:3 n. E. (Halbfinale)
Sonntag, 22. Juli 2018: Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen 4:6 n. E. (Finale)

16th Memorial Mladen Ramljak, Zagreb:
Donnerstag, 9. August 2018: Eintracht Frankfurt - Real Madrid 0:2 (Vorrunde)
Freitag, 10. August 2018: Eintracht Frankfurt - GNK Dinamo Zagreb 2:0 (Vorrunde)
Samstag, 11. August 2018: Eintracht Frankfurt - Zagłębie Lubin 2:2 (Vorrunde)
Sonntag, 12. August 2018: Eintracht Frankfurt - Kroatien U19 1:0  (Spiel um Platz 3)

Von: Daniel Grawe

 

 


 

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