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Frauen 1: Julia Beuth im Interview

Mittwoch, 08. Mai 2019, 21:53

Julia Beuth liebt Kaffee, also haben wir uns mit der Mannschaftskapitänin der Regionalligamannschaft zu einer Tasse Kaffee verabredet, um uns über die Saison, die nächsten Ziele und die Entwicklung der Regionalliga zu unterhalten. 

Eintracht Frankfurt Frauenfußball Saison 2018/19 Julia Beuth

Vor einigen Wochen hat Julia Beuth den Bachelor-Abschluss in der Betriebswirtschaftslehre in ihrem dualen Studium erfolgreich abgeschlossen. Studium, Beruf und Fußball hat sie somit sehr gut unter einem Hut gebracht. Nun steht im Herbst der Masterstudiengang in Digital Management und Business Consulting an. Wieder eine persönliche Herausforderung für die 23jährige Frankfurterin Sport, Studium, Beruf, Familie und Freunde miteinander zu verbinden. Man könnte fast sagen, eine typische Challenge für eine Fußballerin. 

Im defensiven Mittelfeld ist Julia Beuth für Frankfurts Trainer Christian Yarussi eine wichtige Stütze und verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Auch außerhalb des Platzes ist sie ein Teamplayer und hilft den Mitspielerinnen.

Essen, schlafen und Kaffee liebt sie … nehmen wir uns also die Zeit für ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee mit Julia Beuth.

Julia, die Saison neigt sich dem Ende entgegen. Unser Team steht in der Liga auf Platz 4 und im Hessenpokal im Halbfinale. Wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Saison und welche Ziele habt ihr als Team für die restlichen Spiele?

Rückblickend auf die bisherige Saison verlief sie nicht unbedingt so, wie wir es uns vorgestellt haben. Unser Ziel war wieder die Meisterschaft, nachdem wir im vergangenen Jahr Regionalligameister geworden sind und als Titelverteidiger in die Saison starteten. Bewusst war uns, dass wir eine neue Mannschaft waren und uns auch erstmal finden mussten. Nach dem Trainerwechsel haben wir uns während der Saison als Mannschaft und unseren Fußballstil wieder gefunden. So gesehen haben wir das Bestmögliche herausgeholt. Wir müssen nun aber weiter von Spiel zu Spiel denken. Mit Hegau haben wir am Wochenende einen schweren Gegner, die noch im Abstiegskampf jeden Punkt benötigen.

Im Hessenpokal haben wir auch noch Ziele, Ziel ist das Pokalfinale und natürlich möchten wir dieses dann auch gewinnen. Nächste Woche am Mittwoch steht das Halbfinale an, da wird uns Opel Rüsselsheim sicherlich alles abverlangen. 

Was kann die Mannschaft noch besser machen?

Wir haben noch einiges Potential nach oben. In unserem Spiel müssen wir beispielsweise noch konstanter werden, da haben wir noch einige Schwankungen drin. Unseren guten Teamgeist könnten wir noch besser auf dem Platz umsetzen.

In der aktuellen Saison hat Eintracht Frankfurt bereits mehr Tore erzielt als in der Vorsaison. Ist die Qualität in der Offensive stärker geworden?

Wir erspielen uns in dieser Saison mehr Torchancen, unsere Chancenverwertung ist aber noch steigerungsfähig.

Effektiver sind wir in dieser Saison bei unseren Standards geworden, da sind wir bei Ecken und Freistößen deutlich besser als im Vorjahr. Hier hilft uns auch die hohe Qualität von Lise Munk im Strafraum und auch die guten Standards von Kaho Fushiki. 

Du bist mit 23 Jahren eine der erfahrenen Spielerinnen im Kader, spielst bereits Deine fünfte Saison in der Regionalliga. Wie hat sich aus Deiner Sicht die Liga sportlich in den letzten Jahren verändert? Wie hat sich Eintracht Frankfurt Frauenfußball in dieser Zeit geändert?

Mein erstes Spiel in der Regionalliga war mit 17 Jahren. Die Regionalliga war damals eine sehr kämpferische Liga. In den letzten Jahren ist die spielerische Qualität durch Mannschaften, wie FC Ingolstadt, 1.FC Nürnberg und SV Alberweiler, höher und besser geworden. Insgesamt kann man sagen, es ist eine sehr starke Liga, es hat große Sprünge im taktischen und spieltechnischen Bereich gegeben. Die Leistungsdichte ist insgesamt enger geworden.

Auch Eintracht Frankfurt Frauenfußball hat einen großen Sprung getan. In den letzten 3 Jahren haben wir einiges aufgebaut. Nach dem damaligen Abstieg aus der Regionalliga und dem Neustart in der Hessenliga haben wir uns sehr positiv entwickelt, besonders als Team mit einem hohen Teamgeist. Das Gerüst des Teams spielt noch heute bei Eintracht Frankfurt. Die Strukturen um das Team drumherum sind besser geworden, die Wertschätzung unserer Leistungen sind höher und wir werden im Verein mehr wahrgenommen. Dies gibt uns Mädels auch ein sehr gutes Gefühl.

Die Mannschaft ist noch sehr jung, dennoch schon erfahren im Frauenfußball, was kann in der Zukunft von Eintracht Frankfurt Frauenfußball erwartet werden?

Ich bin der Meinung, wenn wir in der neuen Saison vom Start weg konzentriert auf unser Ziel zu steuern und uns schnell als Team finden und festigen, können wir sehr viel erreichen. Wir müssen noch an unseren Baustellen der Kommunikation auf dem Platz, mehr Verantwortung übernehmen und uns mehr gegenseitig helfen arbeiten, dies bekommen wir hin und wird uns auch helfen, den Weg in die 2. Liga zu schaffen. Unsere Einstellung muss sagen, wir wollen dies schaffen und alle gemeinsam - Mannschaft, das Team drumherum und der Verein - ziehen an einem Strang.

Wie siehst Du Deine Rolle als Mannschaftskapitänin?

Ich übernehme gerne Verantwortung, dafür ist aber die Kapitänsbinde nicht entscheidend. Wichtig ist, Ansprechpartnerin für die Mädels zu sein, auch gegenüber dem Trainerteam und der sportlichen Leitung. Die Mannschaft macht es mir sehr leicht und wenn es mal etwas gibt, finden wir immer eine Lösung. Wir haben untereinander ein sehr gutes Vertrauensverhältnis.

Welche Rituale hast Du vor einem Spiel?

Nach dem Aufwärmen binde ich die Schuhe nochmal neu zu und gehe immer als erste aus der Kabine. Die Mädels warten mittlerweile auch immer bis ich rausgehe.

Vielen Dank, Julia und viel Erfolg für die nächsten Spiele!

 

 

 

Von: Denis Michel Biesold

 

 


 

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