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Ein unbekanntes Team marschiert durch

Mittwoch, 21. November 2018, 15:34

Ein kanadisches Team aus dem holländischen Zoetermeer hat den am vergangenen Wochenende ausgetragenen 5. Possmann Bembel-Cup überzeugend gewonnen. Eine überraschend große Zahl von Zuschauern kam beim Inklusionsturnier in der Eissporthalle am Bornheimer Hang in den Genuss von teils hochspannendes Curling der insgesamt 12 Teams.

Die sechs Mannschaften der ersten Gruppe schienen am Samstag vom strahlenden Sonnenaufgang gleichsam beflügelt. Denn kaum hatte Turnierleiterin Mariia Rauhala die Curlerinnen und Curler begrüßt und ihnen nochmals die Regeln erläutert,  schoben sie die ersten Steine in Richtung Haus. Und auch die Skips, welche jeweils die Richtung vorgeben, feuerten die Wischer zu Höchstleistungen an, wenn es galt, einen Stein um einen gegnerischen herum zu bringen. Und so wurden immer wieder 2-er oder gar 4-er Häuser herausgespielt – das heißt, es lagen so viele zählbare eigene Steine im Kreis.

Zwei Stunden und sechs Ends später trat die zweite Gruppe an, darunter die Ice-Wheelers, welche ihr Team mit Gehörlosen ergänzt hatten. Gerade hier wurde ersichtlich, wie Spielende mit Behinderung ihr Handicap fast vergessen lassen, denn sie sind in der Lage, mit den Steinen durchaus meisterlich umzugehen. Skip Martin Schlitt führte sein Team mit Umsicht und dieses dankte es ihm, indem es sich steigerte und von Spiel zu Spiel mehr Steine legte. Im letzten Durchgang am Sonntag führte es gar nach zwei Ends mit 4 Steinen, konnte den Vorsprung jedoch nicht bis zum Ende halten.

Eingebrochen
Mit schwierigen Bedingungen hatten die Teams dann im zweiten Durchgang zu kämpfen, weil das Eis stumpfer zu werden schien, also mehr aber trotzdem dosierte Kraft vonnöten war, um die Steine Richtung Haus zu schieben. Entsprechend lauter wurden die Skips, sie brüllten auf deutsch (wischen, wischen) oder englisch (sweep, sweep hard) oder auch rätoromanisch (tira). Doch nachdem sich die Spielenden entsprechend umgestellt hatten, gelangen plötzlich wieder schwierigste Steine.

Zu Beginn der dritten Runde war bereits abzusehen, wer um die Spitzenplätze kämpfen würde. Allerdings waren bei einigen Teams erste Anzeichen von Müdigkeit oder nachlassende Konzentration zu erkennen: Ausrutschen, Wegdrücken oder Nachschieben der Steine. So etwa musste das Team aus Scuol, Engiadina 1, unter Skip Markus Solinger, das bisher die Spitzenposition hielt, gegen den Verfolger PWA Zoetermeer (Skip: Scott Moon) einen regelrechten Einbruch konstatieren, während das Kollegenteam Engiadina 2 (Skip: Andri Krebs) zur Spitze aufschloss. Erfreulich auch, dass der CC Frankfurt (Skip: Oskar Schwarz) den Kontakt nach oben halten konnte. Noch besser lief es dem US-Team Denver Clan (Skip: Jennifer Neels), dem unter anderem Mark Blanton und die zwei Frankfurter Jens Herber und Mariia Rauhala angehörten.

Hohe Ends
Eher ruhig begann am Samstagmorgen die Finalrunde – möglicherweise, weil der vergnügliche Curler-Abend in der Nähe der Friedberger Warte seinen Tribut zu fordern schien. Dabei dürfte es nicht der Rede von Manfred Hübner, Spartenchef Curling von Eintracht Frankfurt, anzulasten sein, hatte dieser sich doch kurz gefasst als er die Teams mit Spielern und Spielerinnen aus 9 Nationen begrüßte. Zu denken gab jedoch sein Hinweis auf den Kampf der Eintracht-Curler um jede Stunde Eiszeit, den sie jeweils auszufechten haben. „Gerne hätten wir so paradiesische Zustände wie in der Schweiz“, so sein Fazit angesichts des Umstands, dass ein Turnierbeginn bereits am Freitag aussichtslos sei angesichts des dichten Belegungsplans der Hallen.

Bei den Teams, die um die Plätze 7 bis 12 stritten, ergaben sich – vielleicht auch wegen nachlassender Konzentration – eine Reihe von 2er-, 3er- und 4er-Häusern, gar ein 5er-Haus konnte erzielt werden. Letzteres konnte sich der CC Düsseldorf (Skip: Miro Zlobinski) gegen das Team KKEK Kölnstanz (Skip: Oliver Geissinger) gutschreiben lassen, doch am Schluss hiess es trotzdem 6:9. Als Weckruf erwies sich für den CC Ilmenau (Skip: Andreas Schmidt) ein kassiertes 4er-Haus: Er wirkte danach fast entfesselt und gewann gegen den CC Frislan die letzten fünf Ends und damit das Spiel schließlich mit 14:5 Steinen.

Das geschlossene Finale bestritten PWA Zoetermeer und Engiadina 2, die in den Vorrunden die besten Ergebnisse erzielt hatten. Hier wogte das Wettkampfgeschehen anfangs hin und her – dabei überwog das Können das Glück bei weitem – bis im 5. End Scott Moon ein 4er-Haus gelang. Doch Engiadina 2 gab nicht auf und schaffte im 8. End ein 3er-Haus, was aber nicht mehr ganz reichte. Das Spiel endete 10:8 für die insgesamt konstanteren Spieler aus Zoetermeer. Dahinter schaffte es der Denver Clan gegen Engiadina 1 (6:4) mit einem starken Finale auf den dritten Platz, während Letzebuerg plus (Skip: Alex Benoy) die Eintracht auf den 5. Platz verwies.

Die Sieger, die die großen Bembel empfangen durften, bedankten sich bei der Turnierleitung für die tadellose Organisation und auch dafür, dass das Eis besser gewesen sei als ihm nachgesagt werde. Anschließend durften sich auch die weiteren Teams am Gabentisch bedienen, den unter anderem die Firmen Possmann, Jim Beam Deutschland, Campari Deutschland sowie das Sportamt und Eintracht Frankfurt reich gedeckt hatten. Einige Teams erklärten auch, nächstes Jahr wieder anzureisen, zum 6. Possmann Bembel-Cup.

Von: Hans Wicki

 

 

 


 

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