Aktuelles vom Curling

Dem Schnee und der Kälte getrotzt

Montag, 18. Februar 2019, 12:39

Ein Team der Eintracht-Curler spielte im Januar an zwei Open-Air-Turnieren im schweizerischen Engadin. An der 51. „Coppa Romana“ in Silvaplana belegte es den 44. Rang und an der 24. „Grond Premi da Scuol“ landete es auf Platz 15.

Eintracht Frankfurt Curling

Wer es einmal in die Coppa Romana in Silvaplana geschafft hat, gibt den Platz nur her, wenn es nicht mehr geht. Denn in den Kreis der 76 Teams zu kommen, ist begehrt, die Warteliste interessierter Mannschaften entsprechend lang. Bislang sind es gerade rund ein halbes Dutzend nicht-einheimischer Gruppen, die es geschafft haben. Und die Konkurrenz auf den 19 Rinks, auf denen gleichzeitig  gespielt wird, ist hart, denn um die vorderen Plätze kämpfen nicht zuletzt auch Teams, die an Europa- und Weltmeisterschaften sowie an Olympischen Spielen in den Medaillenrängen zu finden sind. Doch Halle ist nicht Open Air – die Bedingungen, die zu bewältigen sind, könnten unterschiedlicher kaum sein.

Hatte im Jubiläumsjahr 2018 ein Kälteeinbruch am entsprechenden Wochenende die Spiele draußen gerade noch möglich gemacht – drei  Tage zuvor hatte das Turnier in Sils Maria wegen schmelzendem Eis abgebrochen werden müssen – so war in diesem Januar Väterchen Frost schon länger Gast im Hochland und auch Frau Holle hatte mehrfach das Gefühl, ihr Bettzeug ausschütteln zu müssen. Entsprechend schneereich und kalt waren die Bedingungen. Die Eintracht-Mannschaft bekam dies gleich zweifach zu spüren: Angereist mit fünf Leuten, blieb einer, Manfred Hübner, in seiner Unterkunft in Scuol stecken, weil in der Nacht vor Turnierbeginn eine Lawine die Straße ins Oberengadin verschüttet hatte; einen zweiten, Jens Herber, erwischte die Grippe, sodass für ihn die Coppa zu Ende war, bevor er einen Stein anfassen konnte; die ersten beiden Tage spielte das Team daher nur zu Dritt, weil Ersatzleute bereits bei anderen geschwächten Teams aushalfen.

Debakel im letzten Spiel
Am 13. Januar sorgten also Kälte und Schnee dafür, dass der Spielbeginn nach hinten verschoben werden musste. Um dem Programm trotzdem Genüge zu tun, wurden in den jeweils zwei Durchgängen nur sechs Ends ausgetragen; für das reduzierte Frankfurter Team bedeutete dies, dass für das spätere Spiel Flutlicht-Bedingungen herrschten. Doch dies war weniger problematisch als der Umstand, dass vor jeder Steinabgabe der Mopp zu Hilfe genommen werden musste, um den frischen Schnee zu beseitigen. Und doch gelang dem Trio nach der knappen Niederlage im ersten Durchgang – der letzte Stein entschied im letzten End über die Niederlage – danach ein deutlicher Sieg. Am Dienstag dann strahlende Sonne und beißende Kälte (wegen einer steifen Brise gefühlt -17 Grad), welche wieder viel Schnee über die Fläche blies, was den Steinen eine manchmal komische Linie verlieh. Diesmal ging es über 10 Ends und wieder resultierte nach einer deutlichen Niederlage ein ebenso deutlicher Sieg.

Der Mittwoch-Auftritt endete mit einem Debakel: Nachdem die Eintracht – nun mit den vier Spielenden Mariia Rauhala, Hans Wicki, Tom Sutherland und Manfred Hübner – nach vier Ends mit 8:0 vorne lag, war anschließend der Faden gerissen; der Gegner, die Zürcher Grasshoppers, gewann die nächsten sechs Durchgänge und lag am Schluss mit 15:8 vorne.

Mochte man sich auch über misslungene Steine ärgern und seltsame Kurvenläufe wundern, so gab dies beim gemeinsamen Trunk den nötigen Gesprächsstoff. Gerade der Rink 10 wies nämlich einen tückischen Buckel auf, der bei richtigem Anlaufen und Tempo dem Stein am Schluss eine fast 60-Grad-Kurve verlieh und ihn ins Haus gleiten ließ. Hatten entsprechend die Frankfurter mit ihren ersten Steinen die Grasshoppers weit hinter sich gelassen und sie in eine leichte Depression gestürzt, wie sie nachher zugaben, so ereilte darauf der Eintracht dieses Schicksal – es wurde mit einem leichten Grauburgunder weggespült.

Sieger wurde übrigens das Team „Lugano“ mit Skip Patrick Hürlimann – Olympiasieger 1998 in Nagano und Silbermedaillen-Gewinner von der Weltmeisterschaft in Milwaukee 1989. Zweiter wurde der Vorjahressieger, das Team „Glarus“ mit Skip Martin Rios, welcher im Vorjahr an der Weltmeisterschaft im Mixed-Double Silber geholt hatte. Den vierten Platz erkämpfte sich „Riessersee“ mit Skip Christoph Falk, sowie den 18. Rang das Team „Konstanz“ mit Skip Oliver Trevisiol. Auf dem 35. Platz schließlich landeten die Grasshoppers (Skip Hans Blaser).

Strahlendes Wetter in Scuol
Bereits am folgenden Wochenende hatte das Eintracht-Team, nun in der Besetzung Manfred Hübner, Tom Sutherland, Hans Wicki und Simon Weber, einen nächsten Turnierauftritt – diesmal an der „24. Grond Premi da Scuol“. Trotz schönstem Wetter sahen sich die Frankfurter vom Pech verfolgt, mussten sich zumeist in den Spielen über acht Ends durch die letzten Steine geschlagen geben. Es resultierten nur ein Sieg und ein Unentschieden, was am Schluss Rang 15 von 18 Teilnehmer-Teams ergab. Doch an der Schnee-Bar lockten nach den harten Spielen bei Temperaturen von jeweils bis zu -12 Grad sowohl der Glüh- als auch der Weißwein und ließen verschossene Steine schnell vergessen gehen. Zum Wohlbefinden trug auch das gelungene Samstag-Dinner bei. Zudem ließen sich in der Sauna der Bäderlandschaft Bogn Engiadina schmerzende Muskeln gut behandeln.

Von: Hans Wicki

 

 

 


 

Abteilung Eissport / Curling

Manfred Hübner
E-Mail an Manfred Hübner

 

Termine