Toni Hübler

Der unvergessene Kenner

Toni Hübler

Steckbrief

Vorname: Anton
Nachname: Hübler
Abteilung: Verein

Anton Hübler, der von 1954 bis 1995 für die Eintracht arbeitete, war einer der intimsten Kenner des Vereins. Und so verwundert es nicht, dass es immer wieder Anfragen gab, ob er nicht mal ein Buch über seine Erlebnisse am Riederwald schreiben wolle. Doch Anton Hübler winkte ab. „Ich trage nichts in die Kabine rein und nichts aus ihr heraus“, hat er einmal in einem Interview gesagt, und daran hielt er sich auch. Diese Loyalität zu Verein, Spielern und Offiziellen zog sich durch Tonis Leben und war einer der Gründe für seine Popularität.

1954 kam Toni Hübler eher durch Zufall an den Riederwald. Der gelernte Gärtner, der in Urberach wohnte, wollte sich bei der Eintracht vorstellen. Und lief vom Hauptbahnhof schnurstracks zum Waldstadion. Hier wurde er darüber aufgeklärt, dass die Eintracht am Riederwald beheimatet sei. Also ging es zu Fuß wieder durch die Stadt. Mit einigen Stunden Verspätung erschien Hübler dann zum Bewerbungsgespräch – und bekam zunächst einen achtwöchigen Probevertrag. Der wurde aber schon nach sechs Wochen in einen unbefristeten Arbeitsvertrag geändert.

Fortan arbeitete Hübler als Gärtner an der erst zwei Jahre zuvor errichteten Anlage. Er bepflanzte das Gelände mit Pappeln, die viel Wasser brauchen und so das Grundwasser zurückhielten. Er kümmerte sich um die Spielfelder, half bei Turnieren von den Fußballern bis zu den Rugby-Spielern – und war oft bis spät abends auf der Anlage. Der damalige Präsident Rudi Gramlich wusste den zuverlässigen Mitarbeiter zu schätzen und  schnell war Toni auch noch Chauffeur des Präsidenten. Mit Einführung der Bundesliga wurde er Zeugwart, fortan kümmerte er sich um die Belange der Ligaspieler der Eintracht. Dabei ging es nicht nur um Schuhe, Trikots und Bälle – immer wieder war Toni Hübler auch der „Kummerkasten“ für die Spieler. Mit guten Tipps, aufmunternden Worten und garantierter Verschwiegenheit.  Und manchmal war er auch als Dolmetscher tätig. Toni, der im ungarischen Pecs (Fünfkirchen) geboren wurde, sprach perfekt ungarisch und konnte in den 50er Jahren für Istvan Sztani und in den 1980er Jahren für Lajos Detari übersetzen.

Toni Hübler reiste mit der Eintracht durch die halbe Welt, er erlebte vier Pokalsiege und den Uefa-Pokalsieg. Einige Tiefpunkte gab es aber auch, und manchmal mussten die Nerven geschont werden. So verbrachte er die zweite Halbzeit des „Abstiegsendspiels“ gegen den OFC im Winter 1984 in der Kabine. „Ich war zu aufgeregt habe sogar die Duschen angemacht, damit ich nichts höre“, lacht er. Abgestiegen ist die Eintracht mit Toni nie. 1984 gelang die Rettung in der Relegation gegen Duisburg, 1989 gegen Saarbrücken. Eigentlich nur logisch, dass da was schiefgehen musste, als Anton Hübler 1995 in den wohlverdienten Ruhestand ging. Ein Jahr später war die Eintracht nur noch zweitklassig. Bis zu seinem Tod  begleitete Toni Hübler seine Eintracht mit viel Interesse. Bei jedem Spiel war er live im Stadion. Der passionierte Jäger war außerdem regelmäßig im Wald unterwegs. Mit dem "EFC Kommando Anton Hübler" hatte das Riederwald-Urgestein sogar einen eigenen Fanclub. Einmal im Jahr luden seine Frau Christel und er die Fans nach Urberach ein, dann wurde auf der Terrasse oder in der legendären Kellerbar gefeiert.

Im Jahre 2016 verlor Anton Hübler im Alter von 87 Jahren den Kampf gegen seine Krankheit. Über vier Jahrzehnte stand er im Dienste unseres Vereins, auch anschließend blieb seine Bindung zur Eintracht stets erhalten. Diese Loyalität dem Verein und den handelnden Personen gegenüber machte Toni zu so einem so wertvollen Menschen. „Wir sind sehr dankbar für alles, was Toni Hübler für die Eintracht geleistet hat, wir werden ihn sehr vermissen", zeigte sich Eintracht-Präsident Peter Fischer betroffen.

Dem schließt sich die gesamte Eintracht-Familie an: Danke für alles, Toni!