Jürgen Strott

Der Nimmermüde

Jürgen Strott

Steckbrief

Vorname: Jürgen
Nachname: Strott
Geburtsjahr: 1941
Abteilung: Triathlon
Beruf: Rentner
Vereinsmitglied seit: 01.01.2007

Jürgen Strott war schon immer sportlich. In den sechziger Jahren begann er mit Judo, darauf folgten Volleyball, Windsurfen und Skilanglauf. Zum Triathlon kam er aber erst spät: Der heute 76-Jährige fing erst vor knapp 15 Jahren mit dem Laufen an, nur ein Jahr später bestritt er seinen ersten Marathon und vor sechs Jahren kamen Radfahren und Schwimmen dazu. In seinen Trainingshochphasen quält er sich bis zu zwanzig Stunden in der Woche. Über das Jahr hinweg gesehen trainiert er durchschnittlich drei Stunden Schwimmen (6 km), fünf Stunden Laufen (50 km) und fünf bis sechs Stunden Radfahren (140 km) pro Woche. Mit diesem Pensum qualifizierte er sich 2010 für den Ironman Hawaii, den er 2014 sogar ein weiteres Mal absolvierte.

Seinen ersten Start hatte Jürgen Strott nach zwei Wochen Vorbereitungszeit im Dezember 2001 beim Nikolaus-Duathlon (2,5 km Laufen - 15 km Radfahren - 2,5 km Laufen). „Das lief ganz gut und dadurch entstand die Wette mit meiner Schwägerin, wer zuerst einen Marathon schafft“, erzählt er. Im Oktober des darauffolgenden Jahres war es so weit: Er absolvierte den Marathon in Essen mit einer Zeit von 3:52:57 Stunden. Sein Sohn schlug ihm dann vor, mit dem Triathlon anzufangen. Der Gedanke reifte langsam in ihm heran und wurde 2005 in die Tat umgesetzt. Zwei Jahre später schloss er sich mit 170 weiteren Triathleten Eintracht Frankfurt an. „Die Trainingsbedingungen in unserem alten Verein haben uns nicht mehr gefallen und da die Eintracht noch keine Triathlon-Abteilung hatte, haben wir uns dem Traditionsverein im Oktober 2007 angeschlossen“, berichtet Jürgen Strott. Diesen Schritt haben die Triathleten nie bereut.

In Kärnten gelang ihm 2010 das, wovon ein jeder Triathlet träumt: Er schaffte die Qualifikation zum Ironman Hawaii. Gemeinsam mit seiner Frau Leena machte er sich im Oktober auf den Weg zur „Ford Ironman World Championship“  in Kona Hawaii, dem härtesten Triathlon der Welt. „Die Kulisse war einfach umwerfend, aber die Bedingungen umso härter“, erklärt Jürgen Strott. Der Reiseveranstalter ermöglichte ihm eine Bootstour entlang der Schwimmstrecke und eine Fahrt zum Wendepunkt der Radetappe, um diese vorab testen zu können. Dies erwies sich als gute Idee. Nicht nur, dass es einem ein mulmiges Gefühl bereiten kann, wenn man im offenen Meer, kilometerweit vom Festland schwimmt, die heftigen Böen beim Radfahren haben auch den ein oder andern zu Boden gerissen. „Meine Schwäche liegt im Schwimmen. Als ich nach 1:51 Stunden aus dem Wasser gestiegen bin, habe ich ständig gerufen: ‚Ich hab´s geschafft, ich hab´s geschafft! ‘ Und mir war klar, dass ich jetzt auch finishen würde“, erzählt er nicht ohne Stolz.

Sein schönstes Erlebnis mit Eintracht Frankfurt kann er nicht beschreiben. „Triathlon ist ein Einzelsport, da hat man nur wenige gemeinsame Erlebnisse“, sagt Jürgen Strott. Doch es gefällt ihm, dass es ein bisschen wie in einer Familie ist und sich so ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl entwickelt hat. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich in unserem Eintracht-Trikot am Trainieren bin oder einen Wettkampf absolviere und Kinder am Straßenrand  ‚Hallo Eintracht‘ oder ‚Viel Glück Eintracht‘ rufen“, schildert er mit einem Lächeln.

Sein Ziel, die erneute Teilnahme am Ironman auf Hawaii, gelang dem nimmermüden Adlerträger 2014. Die Qualifikation dafür sei aber keinesfalls leicht gewesen, erinnert sich das Lauftalent: „Es gehört eine Menge Glück dazu, die Quali zu schaffen. Ich musste verletzungsfrei durch die Vorbereitung und durch den Triathlon kommen sowie als erster in meiner Altersklasse im Ziel einlaufen“, berichtet er. Auch heute noch ist Jürgen Strott mit dem Adler auf der Brust unterwegs: Im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß.