Rainer Klein

Rainer Klein: „Nichts hat mich von der Eintracht weggebracht“

Steckbrief

Vorname: Rainer
Nachname: Klein
Abteilung: FuFA

Große Partien erzeugen große Aufmerksamkeit. Zu einem der bedeutendsten Spiele in der langen Eintracht-Historie zählt sicherlich das Finale des Europapokals der Landesmeister aus dem Jahre 1960. Rainer Klein, ein damals 10-jähriger, nicht unbedingt fußballaffiner Junge aus dem Odenwald, kommt durch die mediale Präsenz des Endspiels erstmals mit der Eintracht in Verbindung. Seitdem ist der Adler aus seinem Herzen nicht mehr wegzudenken. 

„Ich war ein kleiner Odenwälder Bub‘, gerade einmal zehn Jahre alt. Kurz vor dem Endspiel war ich das erste Mal in Frankfurt und habe mit großen Augen das Waldstadion betrachtet“, erinnert sich der langjährige Fan. Es dürfte so etwas wie die oft zitierte „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen sein, denn auch die 3:7-Finalniederlage gegen die Übermacht aus Madrid sorgte bei dem überzeugten Hessen nicht für einen Sinneswandel. Es komme für ihn eben nicht vordergründig auf Ergebnisse an.

Seit nunmehr über fünf Jahrzehnten drückt der in Reichelsheim lebende Südhesse unserer Eintracht schon die Daumen. Die erste Partie im Waldstadion verfolgte er Mitte der 60er Jahre, ein Derby gegen die Offenbacher Kickers. Es folgten viele weitere Begegnungen im Stadtwald, aber auch auswärts begleitete er „seine“ Diva vom Main bei jeder passenden Gelegenheit. Er versuche, Urlaube oder bedingte Reisen mit den Partien der Adlerträger so gut es geht zu verknüpfen. Ein Beispiel: Zu seiner Zeit bei der Bundeswehr wurde er im Großraum München untergebracht. „Da ließ ich mir es nicht nehmen, die Eintracht gleich zweimal im Münchener Olympiastadion lautstark zu unterstützen“, so Klein. Auch in Hamburg war er zu Besuch und wurde von den Hanseaten nett empfangen. Als gern gesehener Gast sei er bezeichnet worden, da die Frankfurter zu damaliger Zeit gerne die drei Punkte in der Hansestadt ließen. „Umso schöner war es, mit einem Auswärtssieg im Gepäck die Heimreise anzutreten“, sagt er und kann sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.

In der langen Zeit als Eintracht-Fan hat Rainer Klein einige sportliche Höhe- sowie Tiefpunkte erlebt. „Nichts hat mich von der Eintracht weggebracht“, beteuert der treue Anhänger. Wie zu Anfang erwähnt stehen die Ergebnisse für ihn ohnehin nicht im Vordergrund. Es gehe ihm nicht einmal nur darum, die Spiele zu verfolgen. „Wenn ich nach Frankfurt komme, setze ich mich in die Straßenbahn und fahre zum Stadion, unabhängig davon, ob ein Spiel oder eine Trainingseinheit stattfindet. Es gibt mir einfach ein Gefühl von Verbundenheit. Das ist mir wichtig.“ Auch die Diskussionen mit Gleichgesinnten in der U-Bahn nach einem Spiel liebe er. Es sei das Gesamtpaket Eintracht, was ihn jedes Mal aufs Neue fasziniere. So richtig verärgert nach einer Partie, so erinnert er sich, sei er nur ein einziges Mal gewesen: Das verlorene Heimspiel gegen den SV Darmstadt Ende 2015 machte ihn aus einem ganz bestimmten Grund sauer: „Ich habe einige Freunde, die es mit den Lilien halten. Da musste ich mir einiges anhören“, erinnert sich der Pensionär.

Seit seinem Vereinseintritt im Jahre 2014 ist er nicht nur im Herzen, sondern auch formell ein Teil der Eintracht-Familie. Doch warum ist jemand, der Anhänger seit weit über fünfzig Jahren ist, erst jetzt Vereinsmitglied geworden? „Ich war nie Mitglied in einer Partei oder einem Verein, ich habe schlicht und einfach nicht daran gedacht.“ Die verspätete Mitgliedschaft lebt der Pensionär aber dafür umso mehr aus. Auch dem im Dezember 2017 gestarteten Projekt „Adler Classics“ gehört er mittlerweile an. In seinem Auto liege der Adler Classics-Schal schon sichtbar auf der Ablage und auch Atilla begleite ihn bei jeder Fahrt. Jeder im Odenwald soll wissen, für wen sein Herz schlägt. Denn aus seiner Zugehörigkeit zu den Adlerträgern macht er keinen Hehl: „Ich liebe meine Eintracht und ich liebe Frankfurt. Dass ich mich nun auch offiziell als Teil der Eintracht-Familie sehen darf, macht mich unheimlich stolz.“