Benjamin Krieg

Der Pfarrer

Benjamin Krieg

Steckbrief

Vorname: Benjamin
Nachname: Krieg
Geburtstag: 05.03.1979
Abteilung: Rugby
Beruf: Pfarrer in Ausbildung
Vereinsmitglied seit: 2008
Aufgaben im Verein: Spieler der Rugby-Herrenmannschaft

Wer bei Benjamin Krieg in den Kleiderschrank schaut, wird wohl für einen kurzen Augenblick stutzig sein. Denn dort, inmitten von Rugby-Trikots, findet sich auch etwas, dass man bei einem Rugby-Spieler nicht erwarten würde: Die traditionelle Arbeitskleidung eines Pfarrers, den Talar.

Noch ist Benjamin Krieg „nur“ Lehrvikar. Doch wenn alles glatt läuft, ist der 32-jährige im Dezember 2011 fertig ausgebildeter Pfarrer. Von der Rolle des Klischee-Pfarrers ist er jedoch meilenwert entfernt, denn zweimal pro Woche tauscht er den Talar gegen ein Trikot und spielt für die Rugby-Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Seit 2008 betreibt er nun den Teamsport und fühlt sich dort  sichtlich wohl: „Rugby ist ein ungeheuer ehrlicher Sport. Auf dem Feld geht es zwar hart zu, doch der Gegner wird immer mit Respekt behandelt. So grillt man bei Turnieren nach dem Spiel auch schon mal zusammen mit der gegnerischen Mannschaft.“

Die Entscheidung Pfarrer zu werden lag für Benjamin Krieg nahe: „Kirche und Gemeinde waren einfach schon immer ein Teil von meinem Leben. Ich bin selbst in einem Pfarrhaus aufgewachsen, mein Onkel, Opa und Ur-Opa waren alle Pfarrer. Es hat also schon einen leichten familiären Einfluss gegeben“, schmunzelt Krieg.

Seine berufliche Tätigkeit und sein Hobby sieht der gebürtige Friedberger nicht als Gegensatz, sondern als Möglichkeit zum Ausgleich. „Als Pfarrer sitzt man sehr viel, sei es in Gesprächen, am Schreibtisch oder in Sitzungen. Daher ist der Sport für mich ein wichtiger Ausgleich geworden. Andere machen Yoga oder gehen joggen, ich mache eben Rugby.“ Bei der Rugby-Abteilung von Eintracht Frankfurt fand der leidenschaftliche Eintracht-Fan nicht nur viele neue Freunde, sondern entdeckte auch einen Zusammenhalt, wie er ihn aus anderen Mannschaftssportarten noch nicht kannte. Dieser Zusammenhalt geht sogar so weit, dass er in naher Zukunft die Trauung von Interimstrainer Thomas Nöth übernimmt. Auch anderweitig kommt es immer wieder zu Überschneidungen seines Berufs mit seinem Hobby. So zum Beispiel im Jahr 2010, als Benjamin Krieg seinen ersten größeren Gottesdienst verpasste, weil er sich am Vortag bei einem Spiel verletzt hatte. „Mein Lehrpfarrer musste dann am Sonntag vor die Gemeinde treten und verkünden, dass ich aufgrund eines Rugby-Spiels den Gottesdienst leider nicht halten kann, was natürlich für großes Gelächter sorgte“, erinnert sich der Pfarrer in Ausbildung.

Vor kurzem stand Benjamin Krieg erstmals nach einer langen Kreuzbandriss-Verletzung wieder auf dem Platz. „Bei dieser langen Pause habe ich wirklich gemerkt, wie wichtig Rugby für mich mittlerweile ist.“ Zum Glück kann er nun wieder spielen. Und wer dieser Tage auf dem Trainingsplatz am Riederwald die Rugby-Spieler mit einem Augenzwinkern von der „Hand Gottes“ reden hört, der weiß, dass Benjamin Krieg wieder einen guten Tag auf dem Platz hatte.