Emmi Simon

Die Altmeisterin

Emmi Simon

Steckbrief

Vorname: Emmi
Nachname: Simon
Geburtstag: 1916
Abteilung: Handball

Emmi Simon wurde 95 Jahre alt und war die letzte Zeitzeugin, die die erfolgreichsten Zeiten des Damenhandballs unserer Eintracht als Spielerin miterlebt hat. Sie wußte nicht nur von einer Deutschen Meisterschaft zu berichten, sondern auch von Schmuggelware im Zug.

Schon als Kind fuhr die im Februar 1916 geborene Frau mit ihrem Bruder alle zwei Wochen an den Riederwald, um den Fußballern zuzujubeln. Dort wurde sie dann eines Tages von Tilly Fleischer zur Handballdamenmannschaft eingeladen. Simon erinnert sich: „Paul Oßwald, der die Fußballer der Eintracht trainiert hat, war damals auch für die Handballdamen zuständig. Nach meinem ersten Training hat er gesagt, „Sie haben ja einen Wurf, da fällt der Torpfosten um“ und hat mich sofort zum nächsten Spiel bestellt.“ Von jenem Tag im Jahr 1933 an spielte Emmi Simon bei der Eintracht.

Ihren größten Triumph feierte sie jedoch erst zehn Jahre später, als sie im September 1943 mit dem Eintracht-Tross nach Magdeburg fuhr, um dort um die Deutsche Meisterschaft anzutreten. Auf der Zugfahrt erlebte Simon dann allerhand: „Es war ja Krieg, und Genussmittel waren streng rationiert. Wir haben Zigaretten in der Beinprothese eines Begleiters versteckt. Und in der Toilette haben wir Schnaps eines Schmugglers gefunden. Den haben einige von uns in Thermoskannen gefüllt.“

In Magdeburg trumpften die Eintracht-Damen groß auf, die Mannschaft siegte im Finale gegen TIB Berlin mit 10:6. Einen Tag später kehrten die Eintracht-Damen als Deutscher Meister zurück nach Frankfurt. Eine geplante Feier am Riederwald fand dann nicht mehr statt. Die Sportanlage, auf der die Damen den Grundstein für den Erfolg gelegt hatten, wurde zwei Wochen nach dem Sieg von Magdeburg bei dem großen Oktoberangriff auf Frankfurt von Bomben zerstört.

Die letzte Spielerin der Meistermannschaft ist am 16. Dezember 2011 im Alter von 95 Jahren verstorben.