Corinna Völker

Die Innendreiviertel

Steckbrief

Vorname: Corinna
Nachname: Völker
Sportart: Rugby
Vereinsmitglied seit: 1993

"Selbstbewusstsein, Willen und Durchsetzungsvermögen gehören genauso zum Rugby wie Zusammengehörigkeit, Vertrauen oder Respekt." Corinna Völker gerät ins Schwärmen, wenn sie über ihren Sport redet. "Das Zusammenspiel von Physis und Psyche begeistert mich."

Die "Innendreiviertel", also so eine Art Centerspielerin mit Allrounderfähigkeiten, erzählt mit großer Begeisterung von ihrem Sport und der Eintracht. Dabei sah es nicht immer so rosig aus wie heute. "Als ich mich 1999 überreden ließ, Rugby mal auszuprobieren, gab es weder Jugendliche noch Frauen bei der Eintracht. Ich trainierte also mit den Jungs", erzählt sie. "Ligabetrieb? Ich habe bei Turnieren bei den unterschiedlichsten Mannschaften "angeheuert", um Spielpraxis zu sammeln", erzählt sie grinsend. Nachdem Thomas Deichmann, der Bruder unseres heutigen Abteilungsleiters, sie 2003 für einen Sichtungslehrgang der Nationalmannschaft in Marburg anmeldete, fuhr sie kurz darauf nach Amsterdam zur ihrer ersten Europameisterschaft. Im Laufe der Jahre wurden daraus 10 Teilnahmen. "Der Höhepunkt war sicherlich der 4. Platz bei der "7-er EM" in Hannover 2009. "Alle Jungs und Mädels von Eintracht Frankfurt waren mit Fahnen im Stadion, haben mich angefeuert. Gemeinsam haben wir so viel unternommen und gefeiert - das war großartig", schwärmt Völker in vollen Zügen.

Für solch Erfolge brauchte es ab 2003 freilich mehr als "Männertraining" und Spaßturnier-Teilnahmen. Auf Anraten des Nationaltrainers, ging sie gemeinsam mit zwei weiteren Eintracht-Spielerinnen zum Heidelberger RK. "Ich war zwar in HD, hab die Eintracht aber nie verlassen", sagt die Polizistin fast ein wenig entschuldigend. "Ich hatte viele gute Angebote aus der Region, aber ich wollte nicht weg. Ich wollte bei der Eintracht etwas aufbauen". So spielte sie über Jahre hinweg für zwei Vereine: In Frankfurt '7-er'-Regionalliga, in Heidelberg '15-er'-Bundesliga. Seit 2011 spielt sie mit der gegründeten SG Rhein-Main nun wieder Bundesliga im '10-er'-Rugby.

"Weil!" antwortet Corinna knapp auf die ebenso knapp gestellte Frage "Warum eigentlich Eintracht Frankfurt?" und schaut dabei, als verstünde sie nicht, was die Frage soll. "Wenn Du in einem EM-Spiel vor 10.000 Zuschauern deinen Verein und deinen Namen aus den Fangesängen raushörst und  wehende Eintracht-Fahnen siehst, dann ist das etwas ganz Besonderes", ergänzt sie ein wenig weiter ausholend. "Rugby ist mein Sport, die Eintracht meine Heimat, die Mädels meine Familie." Bei diesen Worten versteht man, dass sie auch nach ihrer sportlichen Laufbahn dem Verein treu bleiben will: "Ein Trainerposten wäre schön, ist als Polzistin leider zeitlich schwierig abzustimmen", muss sich Corinna eingestehen. "Aber im Vorstand ich will gerne tätig bleiben, die Jugendarbeit weiter voran treiben und irgendwann mit Eintracht Frankfurt Deutsche Meisterin werden!"