Mit Einbruch der Dunkelheit näherte sich die Veranstaltung ihrem Höhepunkt. Noch einmal erleuchtete die Flutlichtanlage den traditionsreichen Rasen des Riederwaldstadions, auf dem Präsident Peter Fischer unterstützt von Moderator Oliver Forster feierlich die offizielle Abschiedszeremonie eröffnete. Dem sentimentalen Anlass angemessen zog der Präsident in Begleitung der sechs bis siebenjährigen Jungs der F2 unter mitreißenden Klängen ins Stadion ein. Auf den Rängen der Tribüne hatten sich zahlreiche Besucher versammelt, um diesen besonderen Augenblick der Vereinsgeschichte mitzuerleben. In seiner Rede ließ Fischer die wichtigsten historischen Ereignisse am und um den Riederwald, der eigentlich auf dem Gelände der Gemeinde Seckbach gelegen ist, kurz und in pathetischer Form Revue passieren.
Der am 05. September 1920 mit einem 1:1 der Eintracht gegen den Freiburger FC eingeweihte "alte Riederwald", am Ratsweg im Stadtteil Riederwald, wurde im Oktober 1943 bei einem nächtlichen Bombenangriff zerstört. Mit dem ersten Spartenstich am 12. November 1949 begann die Ära des damals neuen Riederwaldes in der Gustav-Behringer-Straße, im Westen der Pestalozzi-Schule, dessen Umbau nun in vollem Gange ist. Hier verwandelte am 08. März 1953 Ehrenspielführer "Don Alfredo" Pfaff im Oberliga-Süd-Punktspiel beim 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg einen direkten Eckball ins Tor. Und an dieser historischen Stätt konnten in den 70er Jahren zwei Weltrekorde gefeiert werden: 1973 lief die Österreicherin Maria Sikora anlässlich der Eröffnung der "attraktivsten Laufbahn in Hessen" die 400 Meter Hürden in der Weltrekordzeit von 57, 3 Sekunden. Nur zwei Jahre später ließ Walter Schmidt, Trainer der Leichtathleten der Eintracht, den 7,25-kg-Hammer auf die bisher noch nie erreichte Weite von 79,30 Metern fliegen. Zuletzt knallten 2002 am Riederwald die Sektkorken, als der Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga begossen wurde.
Als der Vereinspräsident auf die Zeit zu sprechen kam, als Jupp Heynckes das Training der Eintrachtprofis leitete, schallte ein gellendes Pfeifkonzert von der Zuschauertribüne. Mit seinem Statement: "Ich sehe das genauso wie ihr!" unterstrich Fischer mit Nachdruck seine Nähe zu den Fans und erntete dafür Applaus.
Das Schlusswort des Präsidenten war dann mit einer perfekt getimten Showeinlage gekoppelt. Mit Ende des Satzes: "Hier am alten Riederwald gehen jetzt endgültig die Lichter aus!", erloschen schlagartig die Leuchten der Flutlichtanlage und exakt in dem Augenblick, als das Stadion endgültig vom Dunkel der Nacht verschlungen zu werden drohte, flammten die bengalischen Feuer der "Ultras", die sich auf der Tribüne in Formation postiert hatten, auf und tauchten diese in ein grellrotes Farbenmeer. Auf dem Dach des Geschäftstellengebäudes war zudem in Leuchtschrift die Aufschrift "Riederwald" zu lesen. An die beeindruckend emotionale Pyro-Show schloss sich sogleich ein buntes Feuerwerk an, das für minutenlanges Gänsehautfeeling bei den Zuschauern sorgte.