Meilensteine

Turn-Weltmeister Ernst Winter

Ernst Winter

12. Dezember 1934

Ernst Winter - Der größte Turner, den Frankfurt je gehabt hat

Ernst Winter wurde geboren am 30. Oktober 1907 und im Jahre 1929 über den Rahmen seiner Vaterstadt hinaus bekannt, als er in einem Mannschaftskampf seiner „Frankfurter Turn- und Fechtgemeinde Eintracht“ gegen Göggingen bester Turner wurde und mit einer 20 am Reck den Sieg seiner Mannschaft krönte. Nun begann sein turnerischer Aufstieg.

Im Jahre 1930 wurde er als 23-Jähriger 1. Sieger bei dem Mittelrhein-Kreisturnfest in Hanau und im gleichen Jahr 1. Sieger bei den Deutschen Kampfspielen in Breslau. Er wurde dann in den Jahren 1931 bis 1935 viermal 2. Sieger bei den Deutschen Gerätemeisterschaften, dazwischen 2. Sieger beim Deutschen Turnfest in Stuttgart, was ihm den Namen „der ewige Zweite“ einbrachte aber gleichzeitig bestätigt, dass er der Beständigste unserer damaligen Kunstturner-Auslese war. Bei den Weltmeisterschaften in Budapest im Jahre 1934 war er als 10. Sieger der beste deutsche Vertreter und errang am Reck die Weltmeisterschaft.

Die Olympischen Spiele 1936 sollten die Krönung seiner turnerischen Laufbahn werden. Er hatte sich für diesen Wettkampf vorbereitet, wirklich hart trainiert. In den fünf Endausscheidungen für die Olympia-Mannschaft belegt Ernst fünfmal den 2. Platz, so dass man in ihm einen der aussichtsreichsten Wettkämpfer der deutschen Mannschaft sah. Bei einer letzten Vorbereitung in Lanz bei Lenzen zog er sich dann eine Verletzung im Schultergelenk zu und wusste schon vor dem Wettkampf, dass er sich nicht in die Spitze hineinturnen konnte. Es sei aber erwähnt, dass er trotzdem am Seitpferd die beste deutsche Kürübung mit 9,6 Punkten turnte.

Ernst Winter hatte neben einer überdurchschnittlichen Veranlagung das Glück, in seinem Verein hervorragende Turnlehrer und Vorbilder zu haben. Als Schüler unter Josef Lindner, als junger Zögling unter Martin Gebhardt und in seiner weiteren turnerischen Entwicklung mit Georg Pfeiffer hatte er Lehrer, die ihm die Grundlagen und die Begeisterung für das Geräteturnen vermittelten.
Mit ihm wuchs in der Frankfurter Turngemeinde Eintracht eine Schar junger Turner heran, die eine tüchtige Kampfmannschaft bildeten und sich zu einem Freundschaftsbund, der bekannten Jahnriege, vereinte.

Ernst Winter, ein Mensch mit allen liebenswerten Eigenschaften, war ein Turner mit einem persönlichen Mut der ihn befähigte, größte Schwierigkeiten zu wagen. Gleichzeitig hatte er künstlerisches Empfinden und ein feines, ästhetisches Gefühl, was ihn zum Typ des wirklichen Kunstturners machte. In uneigennütziger Weise vermittelte er auf dem Turnboden sein Können den Jüngeren und die Anhänglichkeit seiner Nachwuchsturner galt ihm mehr als ein persönlicher turnerischer Erfolg.

Kurz nach dem Krieg starb seine junge Frau Friedel noch in der Hoffnung, dass Ernst aus Russland heimkehren würde. Doch ein tückisches Fieber hatte ihn 1942 in einem Lager bei Stalingrad dahingerafft. Die zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, befinden sich vorerst in der Obhut seiner hochbetagten Eltern.
Die Ernst-Winter-Riege der „Frankfurter Turn- und Fechtgemeinde Eintracht“ hat die Aufgabe übernommen, in seinem Sinne weiter zu arbeiten.

 

 

 

Foto: Eintracht Frankfurt Museum


 

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