Meilensteine

Deutsche Meisterschaft A-Jugend

Deutscher A-Jugend-Meister

12. Juli 1985

Das Fußballjahr 2015 befindet sich in seiner finalen Phase. Kommendes Wochenende fallen in der Bundesliga die letzten Entscheidungen, eine Woche später wird in Berlin der neue DFB-Pokalsieger ermittelt und wiederum sieben Tage später an selber Stelle Europas Champion.

Fernab der großen Fußballbühne steigt bereits am kommenden Montag in Bochum das Endspiel um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaf. Mit dabei sein wird der Nachwuchs des FC Schalke 04, der mit einem Sieg seinen vierte Trophäe auf jener Ebene erringen und damit in der ewigen Titelrangliste alleiniger Dritter werden könnte. Bislang teilen sich die Knappen diese Stufe mit vier weiteren Vereinen – darunter der Eintracht aus Frankfurt.

Deren dritter und letzter Triumph 1985 ging einher mit einem sowohl in der allgemeinen Endrunde als auch in speziellen Spielverläufen Wechselbad der Tore und Gefühle. Zunächst allerdings bescherte das Losglück den Riederwäldern einen eher lockeren Aufgalopp bis zur Runde der letzten Vier. Im Achtelfinale Anfang Juni hatten die Hessen wenig Mühe, Hamburg-Meister TSV Reinbek spektakulär mit 3:1 und 5:2 die Leviten zu lesen. Noch schlimmer traf es Mitte Juni die Reinickendorfer Füchse. Mit 7:2 und 8:0 torpedierten die Hessen die Berliner aus dem Wettbewerb.

So locker leicht die Adlerträger die ersten vier Partien hinter sich gebracht hatten, so ernst gestaltete sich die Situation auf einmal im Halbfinale. Denn dort wartete kein geringerer als der VfB Stuttgart, seines Zeichens Titelverteidiger und mit nur einem Gegentor in der gesamten Endrunde. An letzterem sollte sich auch im Hinspiel nichts ändern. Sang- und klanglos gingen die Frankfurter Junioren in Württemberg mit 0:3 unter, der Traum vom dritten Titel in vier Jahren schien geplatzt. Doch nur eine Woche später machte die Eintracht ihrem Ruf als Diva im positiven Sinne einmal mehr alle Ehre. 1:0, 2:0, 3:0. 4:0! Die Sensation war perfekt.

Und mit ihr eine im weitesten Sinne Wiederauflage des Endspiels von 1983. Diesmal wie beim vorangegangenen Titelgewinn trafen die Kicker aus der Main-Metropole auf ein Team aus dem Rheinland. Nach Köln stand am 12. Juli 1985 die Auswahl des TSV Bayer 04 Leverkusen auf der anderen Seite des Spielfeldes. Auf deren Trainerbank damals saß übrigens der heutige Bayern-Sportdirektor Michael Reschke. Dessen Frankfurter Trainerkollege Klaus Gerster wiederum konnte auf einen kommenden Jungprofi bauen, der nur fünf Jahre später den WM-Pokal und wiederum sechs Jahre danach die EM-Trophäe in die Höhe recken sollte: Andreas Möller.

Für die Tore sorgten aber andere. Zum Beispiel Thomas Reubold, der die Adlerträger nach einer Viertelstunde sowie kurz nach dem Seitenwechsel mit 2:0 scheinbar auf die Siegerstraße brachte. Was nach über einer Stunde schon längst wieder Makulatur war, hatte Leverkusen doch schon bald ausgleichen können. Die Achterbahn hatte längst an Fahrt aufgenommen. Nicht einmal fünf Minuten nach dem 2:2 ertönte plötzlich erneut die Pfeife von Schiri Winfried Walz, der den Riederwäldern einen Strafstoß zusprach. Andreas Iglesias trat an, sah und traf. Letzte Befürchtungen, die Werkself könnte abermals zurückschlagen, beseitige dann Thorsten Dembowski zehn Minuten vor dem Schlusspfiff, nach welchem es hieß: Leverkusen zwei, Frankfurt vier. Der neue Vize-Rekord-Meister war geboren.

 

Endspiel um Deutsche Fußballmeisterschaft der A-Junioren 1985

TSV Bayer 04 Leverkusen – Eintracht Frankfurt 2:4 (0:1)

Leverkusen: Dreher – Wollenberg (67. Valk) – Reinartz, Kuhnt – Czarnetzki, Scholtysik, Drews, Marx, Reinhardt – Rehbein, Juterzenka (74. Tschiedel)

Frankfurt: Rogowski – Reussing (74. Pistauer) – Iglesias, Conrad, Dembowski, Möller, Völker (67. Gruner), Hestermann, Vucak – Reubold, Walz

Tore: 0:1 Reubold (17.) 0:2 Reubold (50.) 1:2 Rehbein (58.) 2:2 Scholtysik (66.) 2:3 Iglesias (70., Foulelfmeter) 2:4 Dembowski (80.)

Gelbe Karte: Kuhnt

Zeitstrafe: Kuhnt

Zuschauer: 5000

Schiedsrichter: Winfried Walz (Waiblingen)

Foto: Eintracht Frankfurt Museum


 

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