Meilensteine

WM-Bronze Gesa Krause über 3000-Meter-Hindernislauf

26. August 2015

Fünfter Tag, fünfte Medaille für das deutsche Team bei der Leichtathletik-WM in Peking. Selbstverständlich ist der jüngste Coup der Gesa Krause keineswegs (Foto: Pohle / RaceWalk Pictures).

Die Sensationsleistung stand außer Frage und dennoch wusste das Publikum im Pekinger Vogelnest und vor den TV-Geräten für einen Moment nicht, was bei Gesa Krause überwog: Die Erkenntnis, um eine Hundertstelsekunde Silber verpasst zu haben oder die Freude über die Tatsache, fortan den weltweit drei besten Hindernisläuferinnen über 3000 Meter zu zählen.

Schnell war klar, dass ausnahmslos Letzteres zutraf. Nach dem souverän absolvierten Qualifikationslauf räumten die Experten der Athletin von Eintracht Frankfurt angesichts der Konkurrenz aus den USA und Afrika lediglich Außenseiterchancen ein. Bezeichnend, dass Krause neben der Türkin Özlem Kaya die einzige Europäerin im Finale war.  

Doch der eher gemächliche Aufgalopp der mehrheitlichen Konkurrenz spielte dem Laufwunder in die Karten, sodass sich die Deutsche konsequent im vorderen Bereich des von Runde zu Runde schrumpfenden Hauptfeldes auf- und das kontinuierlich ansteigende Tempo mithielt. Während der letzten Runde gelang es der gebürtigen Ehringshausenerin sodann die Innenbahn zu erobern und sich während dem Sprung über das letzte Hindernis, welches in diesem Moment seiner Bezeichnung nicht wirklich gerecht wurde, an die Spitze zu setzen, unmittelbar verfolgt nur noch von der Kenianeri Hyvin Jepkemoi und der Tuneserin Habiba Ghribi. Auf den letzten Metern bewegte sich das Trio wahrhaftig auf Augenhöhe, wie die Zahlen nach Überschreiten der Ziellinie bezeugen: Krause 9:19,25 Minuten, die Olympia-Zweite Ghribi 9:19,24, Jepkemoi 9:19,11.

Die 1,67-Meter-Frau stellte damit eine neue persönliche Bestleistung auf, zum deutschen Rekord von Antje Möldner (9:18,54) fehlte nicht viel. Geschichte schrieb das offensichtlich eingelöste Zukunftsversprechen trotzdem. Noch nie gelang einem deutschen Läufer über jene Distanz eine WM-Medaille, ohnehin lag das letzte Edelmetall in einer Laufdisziplin für den Deutschen Leichtathletikverband schon 14 Jahre zurück. Damals fuhr Ingo Schulz Silber über 400 Meter ein.

Das 50-Kilogramm-Leichtgewicht bescherte dem DLV nebenbei die fünfte Podestplatzierung des Turniers und freut sich nun auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Als Talent gilt die 23-Jährige spätestens nach dem China-Coup dann kaum mehr.

 

Foto: Pohle/RaceWalk Pictures

 

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