Meilensteine

Gesa Krause bricht deutschen 2000-Meter-Rekord

6. September 2015

Spätestens seit der bemerkenswerten Podestplatzierung bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer ist Gesa Krause endgültig in den Leichtathletikolymp aufgestiegen. Zahlreiche persönliche Bestmarken dokumentieren einen abermaligen Leistungssprung der jungen Frankfurterin.

Bereits Mitte Mai brach die 23-Jährige in Pliezhausen den deutschen Rekord über 2000 Meter, welche sie in 6:15,52 Minuten zurücklegte und damit hauchdünn an Antje Möldner-Schmidt vorbeizog, deren 2009 aufgestellte 6:15,90 Minuten bis dato niemand zu unterbieten schaffte. Keine zwei Wochen später übertraf sich Krause im niederländischen Hengelo einmal mehr selbst, als sie die drei Kilometer in 9:02,04 Minuten absolvierte. Dieselbe, diesmal mit Hürden versehene, Distanz brachte das 50-Kilogramm-Leichtgewicht sodann ein viertel Jahr später in selbst noch nie erreichten 9:19,25 Minuten hinter sich. Die Rede ist von besagtem Höhepunkt im Pekinger Vogelnest. Neben diesem Scheinwerferlichtgewitter verkam der vormals in Belgien erreichte neue individuelle Rekord über 1500 Meter (4:11,03 Minuten) zu einer Randerscheinung. Wenn überhaupt.

Am 6. September sollte sich gewissermaßen der Kreis der Sommersaison 2015 schließen. Als die gebürtige Ehringshausenerin beim Internationalen Stadionfest Berlin (ISTAF) abermals über die eher unübliche Hindernisdistanz von zwei Kilometern antrat, hatte sie nicht nur WM-Bronze, sondern auch die in Pliezhausen gelaufene Weltjahresbestzeit über die „krumme Strecke“ im Gepäck.

Anders als etwa noch im WM-Finale gingen die Konkurrentinnen von Beginn an ein enorm hohes Tempo. Krause allerdings ließ sich davon nicht unter Druck setzen und hielt an ihrem kalkulierenden, vorausschauenden Stil fest. Mit Weitsicht und einer unnachahmlichen Technik schob sich die LG-Athletin in der vorletzten Runde an die dritte Stelle hinter den Kenianerinnen Virginia Nyambura Nganga und Beatrice Chepkoech, denen sie letztlich auch den Vortritt vorlassen musste, sich die Bronzemedaille hingegen ebenso wenig nehmen ließ wie das Übertrumpfen ihres eigenen deutschen Rekords, welchen sie nochmals um über zehn Sekunden unterbot (6:04,20 Minuten). Dass dieser aufgrund der Seltenheit jener Disziplin nicht offiziell verbrieft ist – sei’s drum, untermauert er dennoch sowohl den kurz- als auch langfristigen Entwicklungssprung der einstigen Nachwuchshoffnung, die im Olympiastadion als beste Nicht-Afrikanerin die Ziellinie passierte.

Fehlt eigentlich nur noch eine neue deutsche Bestleistung über 3000 Meter. Den hat weiterhin Möldner-Schmidt inne (9:18,54 Minuten) und brachte Krause bereits in Peking mehr als ins Wanken. Ohnehin dürfte die ausgebildete Sportsoldatin ihre besten Jahre noch vor sich haben, wohin auch immer das führen mag.

 

Foto: Iris Hensel

 

Das folgende Video visualisiert für Sie den vergangenen Lauf auf dem ISTAF, inklusive anschließendem Interview mit Gesa Krause.



 

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