Meilensteine

C-Junioren werden Süddeutscher Meister

Foto: A2/Hartenfelser

31. Mai 2014

Am kommenden Samstag starten unsere U15-Junioren (Foto: A2/Hartenfelser) mit dem Spiel beim TSV 1860 München in die neue Spielzeit. Da lohnt es, auf den Höhepunkt der vergangenen Saison zurückzublicken, als die Mannschaft von Erfolgstrainer Samad El Messaoudi in einem dramatischen Saisonfinale die Süddeutsche Meisterschaft errang. Spektakulärer als das Resultat an sich waren vielmehr das Zustandekommen und die Umstände, die sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können.

Prolog: Drei Punkte in Stuttgart als notwendige Bedingung
Wenn der letzte Spieltag als Saisonfinale tituliert wurde, darf das vorrangegangene Spiel als Halbfinale herhalten. Dies lässt sich mit einfachster Mathematik begründen. Vor dem 25. Spieltag belegten der FC Bayern (53 Punkte), der VfB Stuttgart (52) und Eintracht Frankfurt (50) die ersten drei Plätze. Es war kein großes Fußballfachwissen nötig, um zu prognostizieren: Wollen die Adler-Träger Meister werden, ist die maximale Punkteausbeute Pflicht. Schließlich gewann München erwartungsgemäß 5:0 gegen das Tabellenschlusslicht Wehen-Wiesbaden.
Die wesentlich schwerere Aufgabe wartete auf unsere C-Junioren in Stuttgart. Bei der möglicherweise nominell stärksten Mannschaft der Süd-Staffel erledigte das El Messaoudi-Team seine Hausaufgaben bravourös in Form eines 1:3-Sieges


Einleitung: Da waren’s nur noch zwei
Damit verabschiedeten sich die Schwaben aus dem Meisterrennen. Die Bühne war geschaffen für ein in jeder Hinsicht würdiges Saisonfinale. Der Zweite empfängt den Ersten. In beiden Reihen treffen die drei besten Torschützen der Liga um die Wette. 1200 Besucher im Riederwaldstadion sind mehr als viele Regionalligisten vorweisen können – im Seniorenbereich wohlgemerkt! Der Gegner: Kein geringerer als der FC Bayern München.
Die Ausgangslage war so einfach wie eindeutig. Bei drei Zählern Rückstand und besserem Torverhältnis brauchte niemand einen Rechenschieber, um auf die Gleichung zu kommen: Sieg gleich Meisterschaft. Tulpengeneral Louis van Gaal sprach in einem ähnlichen Zusammenhang einmal martialisch von „Tod oder Gladiolen“. Nun steht das Riederwaldstadion nicht auf einer Stufe mit dem Circus Maximus, die Kicker auf dem Rasen und die Zuschauer auf den Rängen maßen diesem 31. Mai 2014 trotzdem die größtmögliche Bedeutung bei. Die Show konnte losgehen….

 

Hauptteil I: K.O. in der ersten Runde?
…und war aus Sicht der Hessen scheinbar schneller beendet, als die zahlreichen Supporters „Eintracht Frankfurt“ anstimmen konnten. Kurz nach dem Anstoß der Frankfurter eroberten die Bayern den Ball, den der Torschützenkönig Manuel Wintzheimer zum 0:1 verwandelte. Eine Viertelstunde später erhöhte Benjamin Hadzic auf 0:2. Die gute Nachricht, die Trainer El Messaoudi und die Zuschauer zu übermitteln versuchten, lautete, dass noch 55 Minuten zu spielen waren. In etwas mehr als einer Stunde würde die Saison 2013/14 beendet sein. Noch war Zeit, deren Ausgang zu beeinflussen


Hauptteil II (Wendepunkt): Vier Tore für ein Halleluja
In dem Wissen, jetzt erst recht nur noch gewinnen zu können, spielten die Jungs völlig befreit auf, was sich auch bald im Ergebnis widerspiegelte. Nelson Mandela Mbouhom und Renat Dadachev sorgten für den 2:2-Halbzeitstand und untermauerten damit ihren Ruf als Torjäger vom Dienst. Die Pause tat dem Spiel der Eintracht keinen Abbruch. Nach dem Seitenwechsel agierten die Spieler weiter wie im Rausch. Zwei Mbouhom-Tore später führten die Riederwald-Kicker mit 4:2. Plötzlich befanden sich alle Beteiligten in einer komfortablen Situation, die sich jedoch vier Minuten später in einen Drahtseilakt wandelte. Meritan Shabani hatte auf 4:3 verkürzt. Auf einmal hatten U15-Spieler wieder wirklich etwas zu verlieren. Vor ihnen lagen die längsten 23 Minuten ihres Lebens. Die nächste notierenswerte Situation gehörte wieder den Gästen. Allerdings nicht in Form eines erzielten Treffers, sondern weil Leart Sulejmani nach einem Foul die gelb-rote Karte sah. Möglicherweise eine Frustaktion, schließlich gelang es den Bayern nach dem Anschlusstreffer nicht mehr, die elf Spieler sowie deren über 1000 Anhänger zu überwinden. Auch weil die Adler-Träger bewiesen, dass sie neben spielerischer Eleganz auch den kämpferischen Bereich des Sports beherrschen. .

 

Ende: Das Beste kommt zum Schluss
Offensichtlich streute El Messaoudi im Training auch die eine oder andere Ausdauereinheit ein. Denn selbst nach 70 gespielten Minuten hatten die Jungs noch genügend Energie, mit Fans und Funktionären die Süddeutsche Meisterschaft zu feiern. Für den Erfolgstrainer war es bereits die dritte Süddeutsche Meisterschaft mit C-Junioren der Eintracht nach 2005 und 2009. Doch keine glich so einem Fußballmärchen wie die 2014. Am passendsten fasste das Wunder vom Riederwald wohl Präsident Peter Fischer zusammen: „Ich denke, heute gehen alle Beteiligten zufrieden nach Hause – sofern sie keine Bayern-Fans sind.“

Eine Dokumentation der Geschehnisse finden Sie bei Eintracht TV 

 



 

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