Meilensteine

Hockey Europameisterin Olha Hryzodub

24. Januar 2010

Heiligabend liegt exakt einen Monat zurück, da fährt Felix Neureuther 2010 im Hahnenkamm-Slalom Kitzbühel zu Gold. Zur gleichen Zeit feiern die Hockey-Damen der Ukraine ihren ersten Europameisterschaftstitel. Mittendrin im Blau-Gelben Freudentaumel: Die Eintrachtlerin Olha Hryzodub.

Und das ausgerechnet in der Heimat von Titelverteidiger und Rekordchampion Deutschland, ihrem zu Hause. Dabei erwischten Hryzodub & Co. alles andere als einen Traumstart. Traumhaft war’s allemal für die Zuschauer in der Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg, die einen spektakulären 8:7-Einstand des noch zur Pause mit 4:5 zurückgelegenen Gastgebers bejubeln durften. Die Osteuropäer waren folglich trotz einer nahezu gleichwertigen Leistung schon im zweiten Gruppenspiel gegen Litauen unter Zugzwang, wollten sie ein frühes Ausscheiden vermeiden. Doch von Verkrampfung keine Spur. 40 Minuten Einbahnstraßen-Hockey auf das Gehäuse der baltischen Auswahl, die sich bei ihrer Torfrau bedanken durfte, nicht höher als 4:0 verloren zu haben. Somit stand schon in der dritten Partie ein erstes Endspiel gegen die punktgleichen Schottinnen an. Bald sah es danach aus, dass das „End“ seiner Bedeutung gerechter werden sollte als nötig, lagen die Britinnen doch nach 25 Spielminuten mit 2:4 in Front, ohne den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich Hryzodubs womöglich noch höher. Doch wie durch ein Wunder kämpften sich die Totgeglaubten in den verbleibenden sechs Minuten zurück und machten dank eines 6:4 den Halbfinaleinzug perfekt. In der Runde der besten Vier wartete kein geringerer als Weltmeister Niederlande.

Und siehe da: Anders als in der Vorrunde geriet die Ukraine kein einziges Mal ins Hintertreffen, was unter anderem an der glänzend aufgelegten Goalkeeperin lag, sodass die teamintern geringste Torausbeute von drei Treffern während dieser 15. Indoor-EM zum Überraschungscoup von 3:2 reichte, welcher den Finaleinzug besiegelte, wo es am Folgetag zum Showdown mit Vize-Weltmeister und Deutschland-Bezwinger Spanien kommen sollte. Der Außenseiter – wenn er nach dem bisherigen Turnierverlauf überhaupt noch als solcher durchging – zeigte sich unbeeindruckt und begann wie entfesselt, schonte weder sich noch Gegner und führte bereits nach sechs Zeigerumdrehungen mit 3:1 und legte nach einer Viertelstunde gar nochmal nach. In der Folge gestaltete sich das Aufeinandertreffen wesentlich ausgeglichener, an der Drei-Tore-Differenz von 6:3 änderte sich jedoch bis fünf Minuten vor Schluss nichts. Zwei Erfolgserlebnisse sollten den in der Schlussphase auf eine Keeperin verzichtenden und mit einer zusätzlichen Feldspielerin agierenden Iberern noch vergönnt sein, am nächsten Vize-Titel änderte das freilich nichts mehr.

6:5. Die Ukraine war Europameister, Olha Hryzodub war Europameister und somit auch ein ganz klein wenig der Verein der damals 25-Jährigen: Eintracht Frankfurt!

 

Foto: Eintracht Frankfurt Hockey, 2012


 

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