Meilensteine

U20-Europameisterin Carolin Schäfer

Schäfers Wurf an die Spitze

25. bis 26. Juli 2009

Erst vergangenen Samstag erhielt Carolin Schäfer (Foto: Iris Hensel) im Kurhaus Wiesbaden die Auszeichnung als Hessens Sportlerin des Jahres. Ausschlaggebend für diese Ehrung war vor allem ihr gutes Abschneiden bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im August dieses Jahres in Zürich, als sie mit einer persönlichen Bestleistung auf Platz vier landete. Dass Leistungssportler nicht von heute auf morgen ein solches Niveau erreichen, dürfte hinlänglich nachvollziehbar sein. Schäfers Leistungsvermögen allerdings war schon „gestern“ – sprich: zu Teenager-Tagen – vergleichsweise weit fortgeschritten.

Beispielhaft dafür steht der Auftritt der damals 17-Jährigen bei der U20-Europameisterschaft 2009 in Novi Sad. Als amtierende U20-Weltmeisterin angereist sollte die Erfolgssträhne der Siebenkämpferin auch in Serbien kein Ende finden. Bis dahin war es allerdings ein beschwerlicher Weg, an dessen Ende auch eine gewisse Portion Glück nötig sein sollte. Das lag neben der starken Konkurrenz, bestehend aus 19 Wettbewerberinnen, unter anderem daran, dass sie in den Laufdisziplinen zwar nicht schlecht, aber doch schwächer abschnitt als in den Jahren zuvor.  So musste sie beim 100-Meter-Hürdensprint mit 14,45 Sekunden Helga-Magret Thorsteinsdottir sowie der Russin Kris­ti­na Sa­vits­ka­ya den Vortritt lassen.  Wesentlich besser lief es für die angehende Polizeikommissarin im Kugelstoßen mit einer Weite von 12,72 Metern. Doch auch diese Marke überbot wieder einmal die Isländerin Thor­steins­dot­tir. Nach den 25,25 Sekunden im klassischen 200-Meter-Lauf beende die Deutsche den ersten Wettkampftag immerhin auf Platz vier. Doch mit 3331 Punkten lag sie schon 200 Zähler hinter der Skandinavierin.

Der zweite Tag startete nicht unbedingt mit einer Aufholjagd. 5,65 Meter im Weitsprung bedeuteten zunächst ein Abrutschen auf den fünften Platz. In derselben Disziplin sollte sich ohne weiteres Zutun das Blatt wenden. Schien vieles auf einen Durchmarsch Thor­steins­dot­tirs hinzudeuten, schied die Isländerin nach dem ersten Vergleich an diesem Tage verletzungsbedingt aus. Plötzlich war wieder alles offen. Nur eine Disziplin später sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Im Speerwurf beförderte die Hessin das Sportgerät 48,20 Meter weit und sich damit an die Spitze des Gesamtklassements. Mit ganzen 100 Punkten Vorsprung vor der Tschechin Katerina Cachova ging die LG-Athletin in den entscheidenden 800-Meter-Lauf, den lediglich die nach Punkten besten neun Athletinnen bestritten. Mit einer Zeit von 2:21,27 behauptete die Mehrkämpferin letztlich die Spitzenposition mit 37 Punkten Vorsprung vor Cachova. Dank 5679 Punkten und dem Ausfall von Helga-Magret Thor­steins­dot­tirs fuhr Schäfer bereits in jungen Jahren ihr drittes Edelmetall ein.


 

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