Meilensteine

Letztes Profi-Spiel am Riederwald

20. Januar 2007

Das 0:0 gegen den Berner Sport Club Young Boys – hierzulande besser bekannt als die Young Boys Bern – am 20. Januar 2007 ist von nicht unerheblicher historischer Bedeutung.

Das abschließende Testspiel der Wintervorbereitung vor dem Rückrundenauftakt 2006/2007 gegen den FC Schalke 04 war nämlich die bis heute allerletzte von einem Profi-Team der Eintracht im Riederwaldstadion ausgetragene Partie überhaupt. Insofern hatte die unspektakuläre Nullnummer gewissermaßen symbolischen Charakter: Der Null- als Schlusspunkt eines an Höhepunkten reichen Standorts. Eingeweiht am 17. August 1952 gegen Ägyptens Olympiaauswahl, welcher die Hessen 1:4 unterlagen, war das Stadion bereits ein Jahr später ein Trumpf beim Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft. Ganz großes Kino eben. Hollywoodähnliche Zustände herrschten dann tatsächlich, als für die gleichnamige Verfilmung der Geschichte der 1959er „Meistermannschaft“ die trainierenden Titelhelden vor die Linse kamen.

Von derlei Ehren waren die Adlerträger 2007 in etwa so weit entfernt wie der Weg vom Riederwald zum Schweizer Regierungssitz. Die Auswahl des damaligen Trainers Friedhelm Funkel rangierte zum Jahreswechsel auf Platz zehn, was aber immer noch genügte, um 2 300 Zuschauer zum Kräftemessen mit dem elfmaligen Schweizer Meister anzulocken. Mehr als 17(!)mal so viele waren übrigens zum „Geburtstagsspiel“ des Vereins am 8. März 1953 zu Gange. 40 000 wohnten dem „54.“ des Vereins bei, der sich und die Besucher mit einem 4:0 über den 1. FC Nürnberg beschenkte. Bis heute und voraussichtlich auf ewig Rekord am Riederwald, an dem trotz des Umzugs der Profis weiterhin der Ball rollt. Woche für Woche jagen Frankfurts A-, B- und C-Junioren in der altehrwürdigen Spielstätte dem runden Leder nach - entgegen 2007 selten (gegen)torlos.

Der damalige Spielverlauf ist schnell erzählt. Nach einer Viertelstunde schied Abwehrrecke Sotirios Kyrgiakos verletzt aus, was der angestrebten Stabilität jedoch keinen Abbruch tat. Die von Ex-Eintracht-Trainer Martin Andermatt betreuten Gäste prüften SGE-Keeper Markus Pröll erstmals in der Schlussminute. Zuvor waren die Hausherren zwar spielbestimmend, ohne jedoch zwingenden Zug nach vorne zu entwickeln. Liebhaber des Hurra-Stils mussten sich eben noch siebeneinhalb Jahre gedulden.

 

Eintracht Frankfurt: Pröll - Ochs (60. Preuß), Russ, Kyrgiakos (18. Vasoski), Spycher - Chris (60. Huggel), Jones - Streit (46. Heller), Meier, Thurk – Amanatidis

 

Foto: Eintracht Frankfurt Museum