Meilensteine

Betty Heidler gewinnt WM

Betty Heidler mit Gold in Osaka

30. August 2007

Die deutschen Leichtathleten haben sich bei der Europameisterschaft in Zürich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Gerade in die Hammerwerferin Betty Heidler wurden große Hoffnungen gesetzt, was unter anderem auf ihre vorhergegangenen Erfolge zurückzuführen ist.

Der erste größere Coup gelang ihr bei der Weltmeisterschaft in Osaka 2007. Mit einer Weite von 74,76 Metern bescherte die gebürtige Berlinerin der Deutschen Leichtathletik den ersten WM-Titel im Hammerwurf seit acht Jahren. Überhaupt war die Jura-Studentin mit diesem Erfolg für die Hälfte aller Goldmedaillen, die dem DLV in Osaka vergönnt waren, verantwortlich. Dabei geriet die Entscheidung zwischen Spitze und Silber denkbar knapp.

Als an jenem 30. August im Nagai-Stadion der fünfte Versuch der Hammer der Kubanerin Yipsi Moreno in unmittelbarer Nähe zu der Stelle einschlug, an der kurz zuvor Heidlers Sportgerät gelandet war, stand der Einzug in den Leichtathletik-Olymp kurzzeitig auf der Kippe. Bei der Verkündung des Ergebnisses fiel mehr als nur vier Kilo Eisen Ballast von der Bundespolizistin ab: 74,44 Meter. Zwei Zentimeter Unterschied. Daumen hoch für eine Daumenbreite Vorsprung.

„Es war eng, aber Glück muss man auch mal haben“, wusste die damals 23-jährige ihren Triumph, der nebenbei mit 60 000 US-Dollar versüßt wurde, zugleich realistisch einzuschätzen. Seitdem gilt die Athletin der LG Eintracht Frankfurt als eine der größten Medaillenhoffnungen Deutschlands. Dies erkannte auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der zu den ersten Gratulanten gehörte. „Wir brauchen solche Stars, um die Stadien zu füllen“, gab er zum Besten. Weitere Höhepunkte, wie der Weltrekord 2011, sollten folgen. In Zürich blieb der ganz große Wurf jedoch aus.

Sehen Sie jetzt Betty Heidlers sensationellen WM-Wurf im Video: