Meilensteine

Wiedergründung der Eishockeyabteilung

1. Juli 2002

Ist es möglich, aus der Geschichte zu lernen? Was regelmäßig in vielschichtigen Situationen Zweifel an jener These hervorruft, darf Eintracht Frankfurt hinsichtlich seiner Eishockeyabteilung eindeutig bejahen.

Nach eigener Aussage steht die 14. Abteilung heute auf einem wirtschaftlich und finanziell grundsoliden Fundament, wenngleich die Verantwortlichen zwangs ihrer konservativen Handlungsweise bisweilen auf sportlich höhere Weihen verzichten müssen und möchten. Diese Politik der Vernunft kommt nicht von ungefähr, wie ein Blick zurück offenbart.

Erster März 1991. Im Sinne des Adlers entscheidet der Vorstand Eintracht Frankfurts, die Eishockeyabteilung vom Gesamtverein zu trennen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Wintersportler aufgrund semi-professioneller Entscheidungen wie einer überteuerten Mannschaft etwa sieben Millionen D-Mark Schulden angehäuft. Das Risiko, bei einem etwaigen Konkurs Schaden zu erleiden, erschien schlüssigerweise zu hoch. Schon vier Tage später ging aus den abgespaltenen Schlittschuhfahrern der Frankfurter ESC hervor, welcher 2004 unter der Bezeichnung  Frankfurt Lions die Deutsche Meisterschaft errang – und 2010 schließlich Insolvenz anmelden musste. Eintracht-Eishockey war allerdings für das verbleibende vergangene Jahrtausend erst einmal passé.

Doch wie das Schicksal so spielte, kreiste 2001 einmal mehr der Pleitegeier über Eishockey-Deutschland. Diesmal sah sich der EHC Frankfurt Verbindlichkeiten im fünfstelligen D-Mark-Bereich sowie strukturellen Schwierigkeiten ausgesetzt, weshalb deren Verantwortliche mit dem Anliegen an die Eintracht herantraten, den keinesfalls überschuldeten, doch sportlich in eine Sackgasse geratenen Club einzugliedern. Mit Erfolg. Am ersten Juli 2002 war die Rückkehr der verlorenen Tochter in die Eintracht-Familie besiegelt.

Wahrlich nicht die schlechteste aller Botschaften einen Tag nach dem verlorenen Weltmeisterschaftsfinale der deutschen Fußballnationalmannschaft, die bekanntlich mittlerweile ebenfalls aus der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen wusste.