Meilensteine

Irinia Mikitenko: Deutscher 5000-Meter-Rekord

7. September 1999

Jede Sportlerkarriere endet irgendwann, Rekorde hingegen bleiben. Manche für die Ewigkeit, andere wiederum nur für wenige Tage. Nicht viele Athleten personifizieren beide Szenarien so anschaulich wie Irina Mikitenko.

Bevor sich die ehemalige Langstreckenläuferin jedoch daran machen durfte, einen deutschen Rekord nach dem anderen zu brechen, musste sie mehrere bürokratische Hürden überwinden. Noch 1996 hatte die Urenkelin deutscher Aussiedler die Farben ihres Geburtslandes Kasachstan bei den Olympischen Spielen in Atlanta präsentiert. In der Hauptstadt des US-Bundesstaats Georgia war allerdings schon nach dem Vorlauf über 5000 Meter Schluss. Nicht weniger ärgerlich als das frühe Ausscheiden in der späteren Spezialdisziplin des 49-Kilogramm-Leichtgewichtes war im Folgejahr das Startverbot für das unmittelbar nach Olympia als neue Heimat liebgewonnene Deutschland. Erst 1998 erteilte der Kasachische Verband die Freigabe für die dank ihres familiären Hintergrundes die deutsche Staatsbürgerschaft besitzende Mikitenko – sehr zum Leidwesen von Kathrin Ullrich.

Der ihrerzeitige Weltstar aus der ehemaligen DDR war es nämlich, dem die im hessischen Freigericht lebende Mikitenko am 30. Mai 1999 das erste Mal den deutschen Rekord über 5000 Meter streitig machte. Der Rahmen, um die seit knapp acht Jahren bestehende Bestmarke zu brechen, hätte passender nicht sein können. Prompt in ihrem Premierenjahr für die LG Eintracht Frankfurt, ausgerechnet in der Mainmetropole unterlief die damalige Mutter eines Sohnes die 14:58,71 Minuten um über vier Sekunden (14:54,32). Eine allzu lange Haltbarkeitsdauer sollte dieser Wert jedoch nicht besitzen, was ausschließlich an Mikitenko selbst lag, die am 27. August desselben Jahres bei den Weltmeisterschaften in Sevilla mit 14:50,17 als Vierte das Treppchen nur knapp verpasste. Dazwischen hatte sie Anfang Juli in Erfurt übrigens noch die Deutsche Meisterschaft eingefahren – ausnahmsweise rekordlos. Das sollte sich am 7. September 1999 ändern, als in Berlin der vorläufige Höhepunkt der deutschen Langstreckengeschichte eintrat und die 27-Jährige sich selbst nochmals um über acht Sekunden übertraf. Der 5000-Meter-Rekord von 14:42,03 ist bis heute unangefochten und hievt Mikitenko damit sogar in der Riege der 50 schnellsten Frauen aller Zeiten.

Mit einem weiteren Topwert in ihrer Lieblingsdisziplin wartete die Rekordkönigin dann noch zwei Jahre später auf, als sie mit 14:55,99 Minuten einen neuen deutschen Bestwert in der Halle aufstellte und damit viele Experten überraschte, gilt die Straße für Langstreckenläufer(innen) doch gemeinhin als schwieriger, also langsamer zu bewältigen.


 

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