Meilensteine

Deutsche B-Junioren-Meisterschaft

14. Juli 1991

Früher als mancher Mitkonkurrent haben unsere U17-Junioren die diesjährige Bundesligasaison bereits abgeschlossen. Während jene sich weiterhin auf Hessenpokaljagd befinden, kämpfen in der Liga insbesondere die beiden Führenden, Stuttgart und Hoffenheim, noch um den Einzug in die Endrunde der Deutschen Meisterschaft.

Derer hat die Eintracht auf B-Jugend-Ebene bereits vier Stück vorzuweisen und liegt damit auf Rang drei der ewigen Titelrangliste. Zwischenzeitlich führte Frankfurt jene gar unangefochten an, was unter anderem dem Titelgewinn 1991 zu verdanken war.

Qualifiziert als einer von 16 Landesmeistern galt es ab dem Achtelfinale, sich gegen die Bestplatzierten aus der Region Süd/Südwest durchzusetzen, während parallel dasselbe Prozedere für den Bereich Nord/West galt. Gleich zu Beginn Anfang Juni setzten die Riederwälder vieles auf Angriff, setzten dem 1. FC Nürnberg gleich zweimal ein 5:2 zu und zogen so deutlich wie verdient ins Viertelfinale ein, wo der Karlsruher SC wartete. So klar die Badener noch das Achtelfinal-Hinspiel gegen Koblenz mit 6:2 gestalteten, so sehr kamen sie im ersten Aufeinandertreffen in der Mainmetropole unter die Räder. Erneut gelangen den Adlerträgern fünf Buden, die zu einem deutlichen 5:1-Erfolg beitrugen, sodass im Rückspiel in der Fächerstadt ein 1:1 genügte. Das gleiche Ergebnis stand denn auch nach den ersten 90 Minuten mit Halbfinal-Kontrahent Kaiserslautern zu Buche. Schon in der Runde der letzten Acht waren die Pfälzer nach zwei Remis nur durch Elfmeterschießen weitergekommen. Dazu sollte es im Rückspiel nicht kommen, wenngleich auch dieses denkbar eng verlief – am Ende mit dem besseren Ende für die Hessen, die bei den Roten Teufeln dank eines 2:1 die erste Finalteilnahme seit neun Jahren klarmachten.

Unterlagen die Riederwälder 1982 noch Gastgeber Wattenscheid mit 1:3, hatten sie diesmal gegen Hertha BSC Berlin das Heimrecht auf ihrer Seite – gewissermaßen jedenfalls, fand das Endspiel doch am Bornheimer Hang, dem Wohnzimmer des Stadtnachbarn FSV, statt. Von etwaigen Irritationen jedoch keine Spur. Bereits nach sieben Minuten brachte Sascha Lense Frankfurt in Führung, welche bis zur Pause Bestand hatte. Bis Berlins Mijalovic kurz nach dem Seitenwechsel den Ausgleich herbeiführte, wovon sich die Akteure von Trainer Gernot Lutz allerdings nicht beeindrucken ließen und direkt im Gegenzug den alten Abstand wieder herstellten. Was dann so lange nach einem einigermaßen normalen – sofern dieses Attribut für ein Finale überhaupt zutreffend ist – Fußballspiel aussah, entwickelte sich ab Spielminute 70 ein beidseitiges Schützenfest, das noch jedem der damals 5000 Besucher in bester Erinnerung sein dürfte, nein muss. Zu jenem Zeitpunkt eigentlich 20 Minuten vor dem voraussichtlichen Ende glich Goya Jaekel abermals für die Hauptstädter aus. Diesmal ließ die Antwort statt weniger Sekunden eine geschlagene Viertelstunde auf sich warten. Aber sie kam. Lense netzte zum dritten Mal an diesem Sonntagvormittag des 14. Juli ein, Michael Groh sorgte eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit gar für die Vorentscheidung.

Die vermeintliche Vorentscheidung. Denn was dann passierte, erscheint in der Rückbetrachtung als Vorbote des Bayern-Dramas von Barcelona 1999, als Manchester United ab der Nachspielzeit einen 0:1 Rückstand noch in den Champions-League-Sieg umbog. Ähnlich wie acht Jahre zuvor der Berliner Nachwuchs, der sich binnen nicht einmal drei Zeigerumdrehungen in die Verlängerung rettete. Hätten sie’s lieber bei einem zwei oder drei zu vier belassen. In der Folge fiel die Reaktion der Hessen nämlich umso heftiger und gnadenloser aus. Innerhalb von fünf Minuten machten je zweimal Oliver Buch und Matthias Hagner das Dutzend an gefallenen Tore voll, am 8:4 und damit einhergehenden dritten Meistertitel für die Eintracht gab es nichts mehr zu rütteln.

 

Endspiel um Deutsche Fußballmeisterschaft der B-Junioren 1991

Eintracht Frankfurt – Hertha BSC Berlin 8:4 n.V. (4:4, 1:0)

Frankfurt: Nulle – Wilde – Akkus, Orf – Leuschner, Lense (86. Buch), Niesner, Groh, Kresovic (90. Gessner) – Hagner, Anicic

Berlin: Greil – Stern – Mielke, Engel – Kleinert, Schneider, Mijailovic (53. Hegend), Cerkez, Dortay (58. Müller) – Celik, Jaekel

Tore: 1:0 Lense (7.) 1:1 Mijalovic (49.) 2:1 Lense (49.) 2:2 Jaekel (70.) 3:2 Lense (85.) 4:2 Groh (89.) 4:3 Jaekel (90.) 4:4 Celik (90. +2) 5:4 Buch (95.) 6:4 Hagner (96.) 7:4 Buch (98.) 8:4 Hagner (100.)

Gelbe Karte: Jaekel

Zeitstrafe: Engel

Zuschauer: 5000

Schiedsrichter: Hermann Albrecht (Kaufbeuren)

 

Foto: Eintracht Frankfurt Museum


 

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