Meilensteine

Deutscher A-Jugend-Meister

Mit drei errungenen Deutschen A-Jugend-Meisterschaften rangiert Eintracht Frankfurt hinter Stuttgart (zehn) und Dortmund (fünf) an dritter Stelle. Den Grundstein dafür legte der Jahrgang 1963/64.

Die Diskrepanz grenzt schon beinahe an Perversion. Einerseits machten unsere A-Junioren in der gerade abgelaufenen Ligasaison den Klassenerhalt auf märchenhafte Weise erst am letzten Spieltag endgültig perfekt, auf der anderen Seite stehen sie in der Rückrundentabelle an dritter Stelle, was in der Endabrechnung das denkbar knappste Verpassen der Meisterschaftsendrunde bedeutet hätte.

Diese eröffnen just in diesen Tagen die Nachwuchsteams des Karlsruher SC und des FC Schalke 04, die im Karlsruher Wildpark das Hinspiel des ersten Halbfinals austragen. Ausgerechnet, ist der Historiker geneigt zu sagen, an der Stelle, wo die Eintracht ihren ersten Meistertitel auf Junioren-Ebene einfuhr. Bis dahin war es allerdings ein vielleicht nicht unbedingt schwierigerer, aber in jedem Fall weiterer Weg als heutzutage, wo die Entscheidungsspiele direkt mit der Runde der letzten Vier beginnen. Und nicht wie 1982 mit dem Achtelfinale, welches für die Riederwälder schnell zu nicht viel mehr als einer Bewegungstherapie taugte. Im Hinspiel die SpVgg EGC Wirges mit 9:0 auseinandergenommen, ließen die Adlerträger im Rückspiel Gnade walten und gaben sich beim ehemaligen Klub von Eintracht-Legende Alfred Pfaff mit einem 1:1 zufrieden. Anschließend gastierte der Hamburger SV in der Mainmetropole und unterlag dort ebenso mit 1:3 wie eine Woche später vor heimischer Kulisse mit 0:4. Auch das Semifinale brachte die Hessen mit einem Stadtstaat zusammen. Mit Werder Bremen und der SGE begegneten sich Anfang Juli des WM-Jahres die bis dahin treffsichersten Teams. Während aber letztere aus den Rohren feuerten wie nie, ebbte die Torflut bei den Norddeutschen gehörig ab. Ein 5:1 zu Hause sowie ein 7:2 in der Fremde ließen keinen Zweifel an Frankfurt als verdientem Finalisten.

Im Endspiel wartete kein geringerer als der VfB Stuttgart, damals wie heute Rekordmeister auf jener Ebene. Der Titelverteidiger hatte zuvor den 1. FC Kaiserslautern mit 5:0 und 4:1 deklassiert, überzeugte ansonsten vor allem mit einer sattelfesten Defensive, welche in sechs Partien lediglich vier Gegentreffer zuließ. Entsprechend waren die nominellen Gäste – wenngleich die Schwaben auf neutralem Badener Boden sicher alles andere als eine Heimspielatmosphäre zu erwarten hatten – am 17. Juli 1982 gut beraten, ihrerseits den Laden dicht zu bekommen, ein Chancenabonnement schien ausgeschlossen. Wider aller Erwartungen musste VfB-Keeper Werner Hoppe schon nach acht Minuten das erste Mal hinter sich greifen, Tor- und Siegschütze wie nach einer halben Stunde: Harald Krämer. Bis zur Pause sollte sich an der 2:0-Führung nichts mehr ändern, ebenso wenig im zweiten Durchgang, sodass die Truppe von Trainer Klaus Mank dem Verein die erste Deutsche Meisterschaft im A-Junioren-Bereich bescheerte. Dies hatten die Riederwälder insbesondere ihrer famosen Offensivabteilung zu verdanken, die mit 31 Buden in der K.O.-Runde die meisten aller Konkurrenten erzielte.

Nette Randnotiz: In der 54. Spielminute musste Dennis Rieth das Feld verlassen, für ihn kam ein gewisser Thomas Berthold – der einstige Jungprofi sollte acht Jahre später den Weltmeisterpokal in die Höhe recken. Ähnlich wie die U19-Kicker bis 1985 noch zweimal die Meisterschale...

 

Endspiel um Deutsche Fußballmeisterschaft der A-Junioren

VfB Stuttgart – Eintracht Frankfurt 0:2 (0:2)

Stuttgart: Hoppe – Lopes, Rasic, Knierling, Schäfer – Busenius, Tochtermann, Flad – Ramsperger (69. Jäger), Bialon, Glückler

Frankfurt: Gundelach – Hofmann – Boy, Kahlhofen, Ernst – Kühn, Gabriel, Wöber – Krämer, Müller, Rieth (54. Berthold)

Tore: 0:1 Krämer (8.) 0:2 Krämer (29.)

Gelbe Karte: Bialon

Zeitstrafe: Bialon

Schiedsrichter: Karl-Heinz Tritschler (Freiburg im Breisgau)

Zuschauer: 5000

Foto: Eintracht Frankfurt Museum


 

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