Meilensteine

Weltrekord 4x100 Meter

Friedrich-Wilhelm Wichmann

10. Juni 1928

Die Frankfurter 4x100-Meter-Staffel stellt 1928 den damaligen Weltrekord ein und greift dabei auf eine in dieser Form noch nicht bekannte Stabwechseltechnik zurück.

Die Gedankengänge des Friedrich-Wilhelm Wichmann sind zwar bis heute nicht überliefert, es bedarf jedoch nicht viel Vorstellungskraft, dass der Frankfurter Sprinter dem Braten unmittelbar nach Zieleinlauf noch nicht unbedingt traute. Gemeinsam mit seinen Mitläufern (im sportlichen Sinne) Ernst Geerling, Adolf Metzner und Hans Salz hatte der gebürtige Hördener gerade die vier mal hundert Meter in 41,0 Sekunden gemeistert und damit den bestehenden Weltrekord eingestellt.

Das Misstrauen Wichmanns hatte zwei gute Gründe. Grund Nummer eins: Bereits am 31. Juli 1927 war der promovierte Arzt mit drei Mitstreitern aus dem Nationalteam in Düsseldorf dieselbe Zeit wie nun in Halle gelaufen und dadurch den seit knapp vier Jahren bestehenden Bestwert der USA aus den Olympischen Spielen in Colombes (bei Paris) eingestellt. Eigentlich, denn die International Accociation of Athletics Federations (IAAF) erkannte das Ergebnis nicht an. Grund Nummer zwei: Der dritte Juni 1928, als die deutsche Olympia-Auswahl inklusive Wichmann beim Test in Berlin mit 40,8 Sekunden gar eine neue globale Spitzenzeit aufstellte! Wieder ein Fall von „denkste“. Jährlich grüßt die IAAF.

Eine Woche später. Zehnter Juni 1928. Nächster Olympia-Test in Halle an der Saale. Diesmal mit der Eintracht-Fraktion. Geerling, Metzner, Salz und – klar – Wichmann knacken die Einundvierzig Komma Null. Und die IAAF? Hebt den Daumen und wahrscheinlich Wichmanns Gemütslage. Zugleich sorgte das „Ärzte-Team“ – auch Metzner war ausgebildeter Mediziner – für einen neuen deutschen Rekord.

Miteinher ging auch eine neue Stabwechseltechnik. Ausgedacht und eingeführt vom Frankfurter Konditionstrainer und Sportwart Otto Boer besteht die Abfolge aus einer Kombination aus Außen- und Innenwechsel. Bei diesem Mischwechsel gibt der Läufer jeweils den Stab mit der anderen Hand ab, als er ihn angenommen hat. Der Vorteil liegt darin, dass ein Kurvenwechsel ausgespart werden kann und die Läufer kürzere Wege haben.

Der „Frankfurter Wechsel“ war geboren und mehr als nur eine nette Randerscheinung des Weltrekords.

 

Eine schöne Veranschaulichung des „Frankfurter Wechsel“ gibt’s hier:



 

Kontakt

Eintracht Frankfurt e. V.

Alfred-Pfaff-Straße 1
60386 Frankfurt/Main

Tel.: +49 69 42 09 70-0
Fax: +49 69 42 09 70-999