Vereinskooperationen

Was auf menschlicher Ebene mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit zu ernsthaften persönlichen Problemen führen würde, wird im Vereinsfußball gefordert und gefördert: Eine mehrfache Partnerschaft. Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) von Eintracht Frankfurt hat zurzeit drei Partner an seiner Seite, doch von Komplikationen keine Spur.

Am längsten hält diesbezüglich die TSG Wieseck dem NLZ die Treue. Vor über einem halben Jahrzehnt kam angesichts ohnehin regelmäßiger Aufeinandertreffen in den Jugend-Hessenligen der Gedanke einer organisierten Kooperation auf. Seitdem intensivierten die Verantwortlichen den gegenseitigen Austausch immer tiefer, als Paradebeispiel gelten hierbei die Entwicklungen der einstigen TSGler Luca Waldschmidt und Nico Rinderknecht zu Bundesligaprofis – auch wenn sie inzwischen die Fußballschuhe nicht mehr für die Eintracht schnüren. Nachahmer sind nicht auszuschließen, tummeln sich in den Leistungsteams doch zahlreiche weitere Gießener Freunde. „Wir sehen das als Auszeichnung unserer Arbeit“, erklärt Stefan Frels, stellvertretender Leiter des Jugendförderzentrums, mit einem lachenden Auge und zeigt weitere Vorzüge der Zusammenarbeit auf: „Unsere Trainer erhalten die Möglichkeit, im NLZ zu hospitieren, sich fortzubilden.“ Die damit einhergehende steigende eigene Ausbildungsqualität komme wiederum dem eigenen Image zugute, „was uns für andere Nachwuchsakteure interessant macht.“ 

Dem kann sich Thomas Dreifürst, Vorstandsvorsitzender des zweiten Partners JFV Viktoria Fulda, nur anschließen. „Wir lernen auf diese Weise professionelle Strukturen kennen, wodurch wir unseren Anspruch einer leistungsorientierten Ausbildung weiter optimieren.“ Eben dies sei bei der Kontaktaufnahme 2012 der Kerngedanke gewesen. Darüber hinaus erhalten vereinseigene Talente immer wieder die Möglichkeit, im Frankfurter Trainingsbetrieb reinzuschnuppern, enorm begünstigt durch die kurze Distanz. Erst Anfang 2016 wurde die Kooperation mit dem JFV Viktoria Fulda verlängert. 

„Idealerweise findet ein Wechsel in der C-Jugend statt. Spätestens bei den A- und B-Junioren ist das Niveau inzwischen beinahe zu hoch“, erklärt der aktuelle Wiesecker U15-Trainer Stefan Frels. Einerseits möchte man versuchen, den Nachwuchs möglichst lange bei ihren Heimatvereinen trainieren zu lassen, andererseits kennt er auch den Unterschied zwischen Hessen- und Bundesliga. Nichtsdestotrotz weiß die Eintracht um die hochwertige Nachwuchsarbeit an den jeweiligen Standorten, weshalb „wir schon ein ums andere Mal von der Empfehlung des NLZ profitiert haben“, erinnert sich Dreifürst an gebürtige Fuldaer Talente, die den Sprung nach ganz oben nicht geschafft haben. Im Gegenzug dürfen sich die Frankfurter Verantwortlichen seriöser Tipps ihrer Partner sicher sein, falls bei weiteren Teams der Staffel ein potenzielles Juwel auf sich aufmerksam machen sollte. 

Mit Wieseck und Fulda ist der „Austausch schon seit Langem sehr offen und kommunikativ“, so Scout Habil Misimi zufrieden. Besonders das monatliche Toptalente-Training für ausgewählte Hochbegabte aller Standorte im Altersbereich von U12 bis U17 habe sich zuletzt bewährt. 

Außer dem Transfer von Kickern und Konzepten beinhalten die Zusammenarbeiten zahlreiche weitere Vorzüge. So finden regelmäßige Testspiele  gegen die Nachwuchsmannschaften der Kooperationsvereine und gemeinsame Trainingstage mit den jüngsten Jahrgängen statt. Zudem erhält der Wiesecker und Fuldaer Nachwuchs einmal jährlich eine Einladung zu einem Bundesligaauftritt der Profis. Und nicht zu vergessen die regelmäßig stattfindenden Adlertage. Abwechselnd in Fulda, Frankfurt und Wieseck dürfen die Jüngsten ihre fußballerischen Künste unter Beweis stellen und die Chance suchen, in einem der drei Vereine unterzukommen und ganz vielleicht eine glorreiche Zukunft zu gestalten. 

Für die Gegenwart legt sich Thomas Dreifürst schon einmal fest. „Das Modell trägt Früchte“, freut er sich, mit dem JFV einen bedeutenden Fleck auf der Jugendfußball-Landkarte gefunden zu haben. 

 

 

Seit Dezember 2016 koopereiert das Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt und die Spielvereinigung 05 Frankfurt-Oberrad unter dem Motto „Fußball spielen fördern“ – speziell im Grundlagen- und Aufbaubereich – miteinander.

Mit 600 aktiven Kindern und Jugendlichen in 31 Mannschaften gehört Oberrad inzwischen zu einem der größten Fußballvereine in der Region und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem anerkannten und anspruchsvollen Ausbildungszentrum für Jugendfußballer entwickelt. Das Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt ist die Kaderschmiede für talentierte Nachwuchsfußballer in Hessen. Beide Vereine haben erkannt, dass durch das gemeinsame Beschreiten innovativer Wege die jeweiligen Stärken weiter ausgebaut werden können. Die Leitidee dabei ist die gemeinsame organisierte Förderung des Jugendfußballs in Frankfurt. So sollen in naher Zukunft talentierte Jugendspieler in ihrer gewohnten Umgebung gefördert und ausgebildet werden, um sie dann in das Nachwuchsleistungszentrum der Eintracht zu integrieren. Auf der anderen Seite unterstützt Eintracht Frankfurt die Spielvereinigung 05 Oberrad beispielsweise durch die Austragung gemeinsamer Freundschaftsspiele.

„Wir nehmen in unserem Nachwuchsleistungszentrum erst Spieler ab dem Alter von 10 Jahren auf, Oberrad dagegen bildet bereits noch jüngere Nachwuchsfußballer aus. Die Spielvereinigung betreibt seit Jahren eine hervorragende Nachwuchsförderung und wir sind sicher, dass motivierte, talentierte Spieler sich in diesem Verein in guten Händen befinden. Wir sind davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit für beide Vereine einen großen Nutzen bringen wird“, so Armin Kraaz, Leiter des Leistungszentrums.

 

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Armin Kraaz
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