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Treffen der Generationen: Rückblick auf GLASGOW 1960

Mittwoch, 21. April 2010, 12:04

Alle Besucher des Eintracht-Museums an diesem Abend kannten die Geschichte:
Nach der Meisterschaft 1959 stand die Eintracht erstmals auf der großen Fußballbühne Europas, im Pokal der Landesmeister, der heutigen Champions League. Doch nur die wenigsten Gäste hatten diesen Höhepunkt der Eintrachtgeschichte vor 50 Jahren live erlebt.

Um so emotionaler der Einmarsch der Helden von damals: begleitet von Dudelsackspieler Thomas Zöller und Standing Ovations zogen der zweifach Endspieltorschütze Erwin Stein, Ehrenspielführer Adolf Bechthold, Torwart Egon Loy, der noch heute bei der Eintracht aktive Friedel Lutz, Hansi Weilbächer, Dieter Stinka und Wolfgang Solz ins Museum ein.

Museumsleiter Matthias Thoma und Stefan Minden, Leiter der Fan- und Förderabteilung, begrüßten als Organisatoren des Abends die Gäste und Mannschaft zu einem weiteren Höhepunkt der Reihe „Tradition zum Anfassen“. Und die Geschichten, die Axel „Beve“ Hoffmann den „Helden von Glasgow“ entlockte, machten auch diesen Abend wieder zu erlebter und lebendiger Eintracht-Geschichte.

Natürlich ging es vor allem um die beiden Halbfinal-Siege gegen die Glasgow Rangers und das fulminante Finale gegen Real Madrid im Glasgower Hampden-Park vor fast 130.000 Zuschauern. Aber nicht nur die herausragenden Leistungen auf dem Platz waren Thema. Besonders den Geschichten nebenher lauschten die Besucher im brechend vollen Museum gebannt. Und nicht nur Egon Loy, Friedel Lutz und die anderen Spieler erzählten, auch die anwesenden Spielerfrauen und Zeitzeugen im Publikum bereicherten mit Anekdoten den Abend.

Herbert Neumann, damals als Sportredakteur für die FAZ beim Halbfinale im Waldstadion, erinnerte sich an den schottischen Kollegen hinter ihm, der acht, neun Mal das Endergebnis an seine Redaktion durchgeben musste. In seiner Heimat glaubte ihm keiner, dass die Eintracht „das Größte gezeigt hat, was je auf Frankfurter Fußballerde geboten wurde.“ Und auch wenn das Endspiel verloren wurde blickten alle gerne auf das Spiel der „Weltauswahl“ (Friedel Lutz) gegen die „Bauernbübchen aus Hessen (Egon Loy) zurück.

Im Rückblick sind sich auch alle einig, dass die Leistung von Real Madrid anerkannt werden muss, auch wenn Erwin Stein den damaligen Rivalen, die heute Freunde sind, statt Spalier zu stehen lieber „die Gurgel durchgebissen hätte.“

Und noch eine Mannschaft bekam an diesem Abend – mal wieder – ihr Fett weg: Nachdem Kurt E. Schmidt unter großem Applaus festgestellt hat, wie gerne man den Offenbachern „in Europa kennt euch keine Sau“ entgegenschmettert wurde betont, dass der damalige Trainer Paul Oswald sehr großen Anteil daran hatte, dass damals die Eintracht und nicht die Offenbacher in die Bundesliga kamen.
„Dafür kann man nicht oft genug danke sagen“ – damit sprach Axel Hoffmann allen Anwesenden aus der Seele.

Zum Abschluss des Abends sorgte Thomas Zöller noch einmal für echtes Gänsehaut-Gefühl: Auf seiner Dudelsack intonierte er „Im Herzen von Europa“ und die Mannschaft von 1960 und alle Besucher sangen stehend und Schals schwenkend lautstark mit. Da kann man sich nur auf weitere Ausflüge nach Europa und Tradition zum Anfassen – Abende freuen.

Nächste Veranstaltung: "Wir haben den Pokal!", 30 Jahre UEFA-Cup Sieg 1980 am Donnerstag, 20. Mai 2010 um 19:30 Uhr

Homepage von Thomas Zöller

Youtube-Video "Im Herzen von Europa" im Museum

Fotos der Veranstaltung gibt's auf der Homepage des Eintracht Frankfurt Museums

Von: Stefanie Apel

 

 


 

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