FuFA

FuFAAktuelles aus der Fan- und Förderabteilung

Rückblick "Tradition zum Anfassen" Teil 9

Freitag, 20. November 2009, 16:07


Sein Name ist bis heute untrennbar mit Eintracht Frankfurt verbunden: Karl-Heinz – Charly – Körbel. Rekordspieler der Fußball Bundesliga mit 602 Spielen für die Eintracht. Das schafft nicht mal jemand, der 20 Jahre lang jede Saison 30 Spiele absolviert, er würde nur auf 600 Einsätze kommen und damit nicht am treuen Charly vorbeiziehen.

Die Eintracht hat das Leben von Charly Körbel geprägt. Bis heute und immer intensiver, weiß er zu berichten. Umgekehrt aber hat auch Charly Körbel die Eintracht geprägt.
 
So war es für Moderator Axel „Beve“ Hoffmann leicht, bei der letzten Veranstaltung der Reihe Tradition zum Anfassen des Museums und der Fan- und Förderabteilung im Jahre 2009, eine Brücke über die Zeit zu schlagen: Vom Meistertitel 1959 über Erfolg und Leid der 1970er und 1980er Jahre, den Fußball 2000, bis heute.

Körbel erklärt was an der Eintracht so wichtig ist: Die Werte. Die Tradition. Die Sache Eintracht. So erfahren die rund 150 Besucher der Veranstaltung, von der ersten Begegnung zwischen Museumsleiter Matthias Thoma und Charly Körbel auf dem Weg zu einem Europapokalspiel in Lodz. Oder die sehr menschliche Geschichte, wie Charly Körbel zur Eintracht kam.

Eigentlich wollte der damals 16-jährige zum Hamburger SV wechseln, hatte dort schon mit Uwe Seeler zusammen trainiert. Doch dann entschied er sich gegen den großen HSV und blieb noch ein Jahr bei seinen Kumpels beim Heimatverein in Dossenheim. Zur Eintracht wollte er eigentlich gar nicht. „Das erste Spiel, das ich von der Eintracht live im Stadion gesehen habe war gegen den KSC. Eine 0:7-Heimspielpleite. Zu so einem Verein kann man doch nicht gehen.“ Und doch hat es der damalige Manager Jürgen Gerhard damals geschafft, ihn zu holen. „Die Eintracht war nicht so aufdringlich wie die anderen Vereine. Der VFB Stuttgart hat mir damals 100 Mark zugesteckt. Die habe ich behalten und kurz danach doch abgesagt“, erzählt er mit schelmischem Lausbubengrinsen.

Bereut hat er den Schritt zur Eintracht bis heute nicht. So erzählt er in 90 Minuten plus Nachspielzeit von seiner Laufbahn und besonders von der Qualität des Miteinander in den Mannschaften in denen er spielte: „Die Älteren hatten schon das Sagen: Bernd Nickel zum Beispiel machte die klare Ansage: Ausschalten! Marschieren! Mir den Ball geben! Und wir jungen Spieler haben uns daran gehalten, denn die älteren haben uns geführt und wir haben von ihnen gelernt.“

So konnte er später Gelerntes an jüngere weitergeben und ist froh, dass er diesen Weg gehen musste. Heute, meint er, ist alles anders. Als Beispiel führt er die aktuelle Situation um Caio an. Damals hätte sich die Mannschaft von selbst um den Spieler gekümmert, wie bei Bum-Kun Cha. Die Situation war vergleichbar, der Südkoreaner konnte kein Wort deutsch, war aber ein begnadeter Fußballer. Die Mannschaft hat ihm damals geholfen, auch ohne Trainer. Eine Zeichensprache wurde verabredet und der Vollblutstürmer wurde von der Mannschaft in die Geheimnisse der Deutschen Küche eingeweiht. In der heutigen Zeit, die geprägt ist von vielen Spielerberatern und noch mehr Medien ginge das nicht mehr. Früher hätten Probleme noch eher in der Mannschaft intern geklärt werden können und wenn es sein musste im Hinterzimmer der Stammkneipe. So analysiert Charly Körbel schließlich auch die heutige Situation: In jeder Zeit, in der die Eintracht erfolgreich war, gab es eine Achse, die diesen Erfolg garantierte. So auch in den frühen 1990er Jahren: Anthony Yeboah war der Garant für 15-20 pro Saison, Uwe Bein war als genialer Passgeber daran beteiligt – „Der hat Montag bis Donnerstag nichts getan, Freitag ein bisschen trainiert und Samstag genial gespielt und Uli Stein hat hinten die Punkte festgehalten. So eine Achse fehlt heute. Doch auch wenn es schwer ist – warum sollte es nicht möglich sein, so eine Achse wieder aufzubauen?“ Träumt Charly etwas von einer rosigen Zukunft. 

Die Sache Eintracht ist bis heute Teil seines Lebens. Deshalb setzt er sich so stark für die Fußball-Jugend ein. Und für die Erhaltung und Weitergabe der Tradition – für das, was die Sache Eintracht ausmacht.

So war der Abend mal wieder viel zu schnell vorbei und Körbel schrieb noch ca. 30 Minuten Autogramme für seine begeisterten Fans.Die Fan- und Förderabteilung bedankt sich bei allen Gästen, Helfern, dem Eintracht Frankfurt Museum und vor allem allen Besuchern der "Tradition zum Anfassen" Veranstaltungen im Jahr 2009. Jeder einzelne Abend wird für uns unvergesslich bleiben und treibt uns an auch im Jahr 2010 wieder ein tolles Programm mit einträchtlichen Talkrunden zusammen zu stellen. 
 

So war der Abend mal wieder viel zu schnell vorbei und Körbel schrieb noch ca. 45 Minuten Autogramme für seine begeisterten Fans.


Die Fan- und Förderabteilung bedankt sich bei allen Gästen, Helfern und vor allem Besuchern der "Tradition zum Anfassen" Veranstaltungen im Jahr 2009. Die Abende werden für uns unvergesslich bleiben und treiben uns auch im Jahr 2010 an wieder ein tolles Programm zusammen zu stellen. 

Von: Stefanie Apel

 

 


 

Kontakt

Fan- und Förderabteilung

Gustav-Behringer-Str. 10
60386 Frankfurt

Tel: +49 69 42 09 70-333
Fax: +49 69 42 09 70-336
info(at)fanabteilung.de

Bürozeiten:
Mo - Fr von 9:00 - 18:00 Uhr