Rückblick Tradition zum Anfassen 17: Derbygeschichten
Mittwoch, 24. August 2011, 09:47
Drei Tage vor dem lange erwarteten Stadtderby fand die 17. Veranstaltung der Reihe Tradition zum Anfassen im Eintracht Frankfurt Museum statt. Die Gemeinschaftsveranstaltung von Museum und Fan- und Förderabteilung stand ganz im Zeichen des Frankfurter Derbys. Und so waren nicht nur wie immer zahlreiche Fans gekommen, um ihren Helden von einst zu lauschen, sondern auch viele Pressevertreter von allen Medien.
Doch bevor die Rivalen von 1962 am Tisch Platz nahmen beantwortete der FuFA-Vorsitzende Stefan Minden die Frage „Ist es überhaupt ein richtiges Derby?“ mit einem klaren ja. Und einem genauso klaren nein. Laut Definition ist es ganz eindeutig ein Derby, aber da die Rivalität heute eher einer lockeren Freundschaft gewichen ist, sei es eben ganz klar auch kein Derby.
Anders war es da noch 1962, als am 27. Januar das letzte Liga-Pflichtspiel der beiden Frankfurter Vereine am Riederwald angepfiffen wurde. 23.000 Fans kamen, zahlten damals zwischen zwei Mark und drei Mark fünfzig Eintritt, während sich auf dem Spielfeld unter anderem Horst „Schotte“ Trimhold, Dieter Stinka, Ernst Gunne und Friedel Späth gegenüber standen. Die ehemaligen Eintracht- und FSV-Spieler erzählten vom Stellenwert der Vereine in der damaligen Zeit, von glücklichen Toren und unglücklichen Lattentreffern. Aber natürlich gab es nicht nur die reinen Fakten im Museum. Moderator Axel „Beve“ Hoffmann schaffte es einmal mehr, den Protagonisten vor allem die kleinen Geschichten drum herum zu entlocken. Besonders Horst „Schotte“ Trimhold plauderte aus dem privaten Nähkästchen, sodass der jüngste Spieler Matthias Hagner schon auf seine Redezeit verzichten wollte, weil er „dem Schotten so gerne zuhört“. Der 37jährige, der sich in den 90ern erst mit zwei Toren in einem Spiel gegen die Bayern ins Herz der Eintrachtler schoss und später über Umwege zum FSV kam hätte gerne auch das Derby am Sonntag noch gespielt, um einmal die besonderen Emotionen zu spüren. Dass die Emotionen zwischen den Frankfurter Vereinen rein freundschaftlich sind, spürte man auch unter den Zuschauern. Auf den roten und schwarzen Stühlen im Foyer haben nicht nur Eintrachtler, sondern auch Fans und Funktionäre des FSV Platz genommen. Aber das ist ja auch kein Wunder, schließlich „sind die Kickers ja auch der eigentliche Feind der SGE, auch wenn sich Mainz anstrengt, den Platz einzunehmen, aber soweit wie die Kickers werden die es nie schaffen“, sagt „Beve“ Hoffmann zur Rivalität.
Von: Stefanie Apel