Ein Bildband zum Riederwald
Mittwoch, 09. März 2011, 16:42
Zum 112. Geburtstag von Eintracht Frankfurt wurde gestern Abend im neuen Sportleistungszentrum am Riederwald ein außergewöhnlicher Bildband vorgestellt: „Riederwald – Heimat der Eintracht“ ist der Titel des 224 Seiten starken Buchs, das seit heute im Handel erhältlich ist (Foto: Anja Feix).
Am Faschingsdienstag fanden rund 100 geladene Gäste den Weg an den Riederwald, um zunächst bei einer kleinen Führung über das Gelände, die Geschichte der Sportanlage näher kennen zu lernen. Matthias Thoma, Autor des neu erschienen Buches, berichtete den Gästen auf dem höchsten Punkt der ehemaligen Stehplatzkurve von Ligaspielen, die hier einst vor 40.000 Fans stattfanden und von Weltrekorden, die die Leichtathleten der Eintracht aufstellten. Nach der kleinen historischen Exkursion fand die offizielle Buchvorstellung in der Gaststätte „Diva“ statt. Präsident Peter Fischer begrüßte die Gäste offiziell und betonte, dass sich die Eintracht der bewegenden Historie der Vereinsanlage bewusst sei und diese natürlich nicht vergessen werde. Auch Axel Hellmann, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied, erklärte, dass der Riederwald das Herzstück der Eintracht sei.
Im Anschluss an die Begrüßungen stellte Matthias Thoma das neue Buch vor. Der Leiter des Eintracht-Museums in der Commerzbank-Arena berichtete von den Anfängen des Vereins, die die Gründerväter von den Stationen Hundswiese, Roseggersportplatz bis an den Riederwald führten. 1920 wurde die Eröffnung des vereinseigenen Stadions gefeiert, dass damals noch direkt am Ratsweg lag. Matthias Thoma erinnerte an die Gaststätte bei den Kraushaars, bei denen sich die Eintrachtler in den 20er Jahren trafen und vom Brand der Tribüne im Jahr 1936, vom anschließenden Wiederaufbau und von der Zerstörung der Anlage im Zweiten Weltkrieg.
Erst nach Kriegsende fand die Eintracht ihre neue Heimat am heutigen Riederwald. Erneut entstand ein Vereinsstadion mit einer Kapazität von 40.000 Besuchern, das bis zur Gründung der Bundesliga große Spiele erlebte. Mit Gründung der höchsten deutschen Liga wechselten die Fußballer von Eintracht Frankfurt ins städtische Stadion im Stadtwald. Das einstige Aushängeschild des Vereins verfiel in den folgenden Jahrzehnten zusehends. 1988/89 wurden große Teile der Tribünen zurückgebaut, die Überdachung der Haupttribüne wurde entfernt. Bis 2008 befand sich die Geschäftsstelle des Vereins im alten Funktionsgebäude der Tribüne, bevor im November 2008 mit dem Abriss der traditionsreichen Anlage begonnen wurde. In den vergangenen zwei Jahren entstand nun ein hochmoderner Sportkomplex mit Sporthalle, Sportleistungszentrum, Büros für die Verwaltung, Gastronomie und Fanshop. Der neue Riederwald wurde im Dezember 2010 feierlich eingeweiht.
Das Buch „Riederwald – Heimat der Eintracht“ schlägt den Bogen von den Anfängen des Sports in Frankfurt bis zur Fertigstellung des neuen Sportleistungszentrums. Auf 224 Seiten finden sich mehr als 150 Aufnahmen, von denen viele zum ersten Mal veröffentlicht werden. Der prächtige Bildband ist im Eintracht-Museum, in den Fanshops und im Buchhandel erhältlich und kostet 29,90 Euro.
Von: Nina Bickel