Geschichten der Damen 2
Dienstag, 22. Februar 2011, 15:24
Unterwegs mit den Underducks: Ein Zwischen-Rückblick oder die Kunst der Beredsamkeit
Wie soll man es in Worte fassen? ES, also das, was sich zugetragen hat in den letzten drei Spielen an den letzten zwei Spieltagen, nachdem die Eintrachtlerinnen mopsfidel aus der Winterpause gestartet waren (Anm. d. Rep.: Bericht vorhanden, gerne nachträglich hochladen)? Ich bin sprachlos. Warum also nicht Experten auf dem Gebiet des Ballsportes befragen? Schillernde Persönlichkeiten, Legenden ihres Sports, Sportskanonen, kurz: Menschen, die sich auskennen.
"Wir sind nur Underducks" - Fußballexperten über die Vergleichbarkeit der Sportarten im Allgemeinen und zur Leistung der zweiten Volleyballdamenmannschaft von Eintracht Frankfurt im Besonderen. Im Fokus stehen folgende Spiele:
Eintracht Frankfurt II : TG Naurod (3:0)
Eintracht Frankfurt II : HTG Bad Homburg II (3:0)
TuS Griesheim : Eintracht Frankfurt II (2:3)
Der Reporter: - Meine Herren, wir sprechen von Volleyball. In welchem Bereich sehen Sie mögliche Gemeinsamkeiten?
Sepp Herberger: - "Der Ball ist rund."
Gyula Lorant: - Natürlich. "Der Ball ist rund. Wäre er eckig, wäre er ja ein Würfel."
Der Reporter: - Ah, ein gemeinsamer Nenner. Wunderbar! - Nun, sagen Sie, die Eintrachtlerinnen stehen aktuell auf dem ersten Tabellenplatz. Erst in der letzten Saison sind sie aufgestiegen. Was meinen Sie dazu?
Reiner Calmund: - "Wir sind nur die Underducks."
Der Reporter: - Verzeihung, es ist mir bewusst, dass die Eintracht einen Vogel im Wappen trägt, doch muss es nicht Underdogs heißen? Wobei ich im Übrigen hoch erfreut bin, dass Sie sich nach so kurzer Zeit bereits verbunden fühlen.
Wolfram Wuttke: - "Ich kann doch nicht vor jedem Spiel einen Rhetorik-Kurs besuchen."
Der Reporter: - Nein, bitte verstehen Sie mich nicht miss, es war mitnichten meine Absicht, jemandem zu nahe zu treten, nett, dass Sie stellvertretend das Wort ergreifen. Wenn ich mir nur die Bemerkung erlauben darf, wir stehen nicht auf dem Platz.
Berti Vogts: - Also, "ich glaube, daß der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann."
Der Reporter: - Oh, da sprechen Sie Wahrheit. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Eintrachtlerinnen gegen sich selbst verlören. Wenn wir uns erinnern, so geschehen vor ziemlich genau einem Jahr, in Liederbach. Herr Trapattoni, in Italien spielt Volleyball eine große Rolle, wie charakterisieren Sie die beiden Sportarten?
Giovanni Trapattoni: - "Fußball ist immer ding, dang, dong."
Der Reporter: - ?
Der Reporter: - Gut, der Dreierrhythmus gibt tatsächlich im Volleyball den Takt vor. Um ihn Ihren Worten zu sprechen: Ziel ist mit Sicherheit dong, allerdings muss klar sein, dass ohne ding, kein dong. Und selbst ein mittelmäßiges ding, erschwert das dang in solch erheblichem Maße und mindert die Chancen auf ein effektives dong. Befindet man sich in der Position der aufschlagenden Mannschaft, muss jedoch, der Vollständigkeit halber, ein weiterer, ähm, Takt im Spielrhythmus aufgenommen werden. Der Aufschlag, nennen wir ihn, öhm, deng. Mit einem starken deng hat man eine zusätzliche Waffe an der Hand, um das Ding der gegnerischen Mannschaft derart unter Druck zu setzen, dass das dang nahezu unmöglich wird und kein dong mehr zustande kommt. Sehr schön war dies beispielsweise im dritten Satz gegen die Damen aus Naurod zu beobachten, sechs Aufschläge in Folge und schwupps, ein Vorsprung von fünf Punkten.
Die Herren: - ???
Der Reporter blättert in seinen Notizen.
Der Reporter:- Bleiben wir bei diesem Heimspieltag und dem ersten Spiel gegen die TG Naurod, das bereits im ersten Satz nach den ersten 15 gespielten Punkten spektakuläre Aktionen zu bieten hatte. Beim Spielstand von 6:9 tritt die Diagonalspielerin versehentlich und doch mit voller Wucht der Zuspielerin ins Gesicht!
Andreas Brehme: - "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß"
Der Reporter: - Na, das war zum Glück nicht der Fall! Es war jedoch auch so tragisch genug und brachte die Mannschaft völlig aus dem Tritt - pardon!
K.-H. Rummenigge - "Das war nicht ganz unrisikovoll."
Der Reporter: - Sehr richtig, das hätte - buchstäblich - ins Auge gehen können, noch dazu war die zweite Zuspielerin krankheitsbedingt ausgefallen. Was für ein Pech, anders kann man es wirklich nicht beschreiben.
Karl-Heinz Körbel: - "Die Eintracht war vom Pech begünstigt."
Der Reporter: - Nicht nur das, ein persönliches Dilemma dazu.
Andreas Möller: - "Das ist eine Deprimierung."
Der Reporter: - Wie bitte? Deprimierend, ja, und zweifellos eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Trotz allem: Die Mannschaft fing sich und fand sich und konnte das Spiel gegen den Verfolgerbesieger klar in drei Sätzen gewinnen. Die Zuspielerin verdient Anerkennung, immerhin Schuhgröße 42.
Jochen Hageleit: - "Er spielte ohne Tal und Fehdel."
Der Reporter: - Sie, sie spielte! Wir sprechen vom Frauensport, oder Pausensport, wenn ich kurz einen ihrer Kollegen zitieren darf. Ansonsten ja, ein sehr gutes Spiel.
Lothar Matthäus: - "Die Frauen haben sich entwickelt in den letzten Jahren. Sie stehen nicht mehr zufrieden am Herd, waschen Wäsche und passen aufs Kind auf. Männer müssen das akzeptieren."
Der Reporter: - Wir schweifen ab.
Lothar Matthäus: - "Manchmal spreche ich zu viel."
Der Reporter: - Haben Sie zu diesem ersten von zwei Spielen noch etwas zu sagen?
Rudi Völler: - "Zu fünfzig Prozent haben wir es geschafft, die halbe Miete ist das aber noch nicht."
Der Reporter: - Der hätte vom Trainer sein können.
Max Merkel: - "Spieler vertragen kein Lob. Sie müssen täglich die Peitsche im Nacken fühlen."
Der Reporter: - Kennen Sie einen Herrn Antweiler? Wobei, zur Verteidigung sei gesagt, dass sich die Peitsche auf drei Einheiten in der Woche beschränkt und man sich die Schmerzen mittels Springseilen zumeist selbst zufügt. Selbst schuld, wer nicht hoch genug hüpft. - Weitere Kommentare zum zweiten Spiel an diesem Tag gegen die HTG, das erfreulicherweise ebenfalls ohne Satzverlust und mit einer geschlossenen mannschaftlichen Leistung zum Abschluss gebracht werden konnte?
Marcel Reif: - "Also, wenn Sie dieses Spiel atemberaubend finden, dann haben Sie's an den Bronchien!"
Der Reporter: - Hört man das noch!? Ihr Urteil finde ich zu hart.
Franz Beckenbauer: - "Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser."
Der Reporter: - ?
Max Merkel: - "Wenn der Kaiser spricht, legen sogar die Engel ihre Harfen beiseite."
Dieter Eilts: - "Das interessiert mich wie eine geplatzte Currywurst im ostfriesischen Wattenmeer."
Der Reporter: - Contenance, meine Herren. Ich schlage vor, wir belassen es dabei und konzentrieren uns in der weiteren Analyse auf den bisher wichtigsten Spieltag der Rückrunde gegen die Damen des TuS Griesheim. Ein echter Fight! Wie sehen Sie das?
Beckenbauer: - "Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage!"
Der Reporter horcht nach dem Klang der Harfen.
Andreas Möller: - "Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl."
Der Reporter: - Das stimmt mich positiv. Immerhin ging es zu einem Spitzenspieltag, an dem ein weiteres Mal die drei ersten Mannschaften der Tabelle aufeinander trafen. Als dritte Mannschaft war an diesem Tag die FTG zu Gast in Griesheim.
Alexander Strehmel: - "Bei so einem Spiel muß man die Hosen runterlassen und sein wahres Gesicht zeigen."
Der Reporter: - So gab auch der Trainer von Beginn an die Devise aus: Risiko. Volles Risiko. Bloß gleich das Gaspedal durchtreten! Nicht lange Fackeln.
Toni Polster: - "Für mich gibt es nur "entweder-oder". Also entweder voll oder ganz!"
Der Reporter: - Mitreißend! Nicht so verhuscht wie im ersten Satz gegen die TG Naurod. Von Anfang an ein packendes Kopf- an- Kopf- Rennen, bei dem Die Hausherrinnen stets die Nase um einige Punkte vorn hatten. Woran lag es?
Eduard Geyer: - "Wir müssen diese elementaren Fehler abstellen. Das ist schwerer gesagt, als getan."
Der Reporter: - Wenigstens gegen Ende des ersten Satzes gelang dies. Beachtenswert, dass die Damen einen Rückstand von 18:21 Punkten in einen 25:20 Satzsieg verwandeln konnten. Im zweiten Satz gelang dies nicht. Denkbar knapp musste sich die SGE mit 25:27 geschlagen geben.
Lothar Matthäus: - "Das Chancenplus war ausgeglichen."
Heribert Fassbender: - "Es steht 1:1, genauso gut könnte es umgekehrt stehen."
Der Reporter: - Das wiederum hätte ich nicht für möglich gehalten. Nahtlos knüpfte hieran übrigens der dritte Satz an. Zu keiner Zeit gelang es einer der beiden Mannschaften sich wirklich abzusetzen. Hatte man sich durch effektive Angriffe oder gute Blockaktionen einen Vorsprung erarbeitet, so verhielt es sich eher wie gewonnen, so zerronnen.
Trapattoni: - "Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muß man tun? Ihn sich wiederholen!
Der Reporter: -Genau! So isses. Das ist die richtige Einstellung. So appellierte auch der Trainer eindringlich an die Mannschaft, die sich schwer tat. Immerhin
Anthony Yeboah: - "Ich wollte den Ball treffen, aber der Ball war nicht da."
Der Reporter: - Keine Panik, das kommt in den besten Familien vor. Mitten kennen das Problem. Oder der Aufschläger, der den Ball nicht richtig trifft. Kein deng, verstehen Sie? Aber ganz ruhig, Sie waren gar der Adressat dieser leidenschaftlichen Aussage. Viel beunruhigender ist, dass der Appell im dritten Satz noch zum Erfolg führte (25:21), doch im Vierten, da half alles Aufbäumen nichts.
Friedhelm Funkel: - "Die Situation ist bedrohlich, aber nicht bedenklich."
Der Reporter: - Das sagen Sie so leichtfertig dahin! Heftig hat man sich engagiert, leidenschaftlich gekämpft! Bisher konnten viele Sätze am Ende noch gedreht werden. Mit 26:24 glichen die Gastgeber zum 2:2 aus und erzwangen den Tie Break. Was sagt man da?
Hans Krankl: - "Wir müssen gewinnen. Alles andere ist primär."
Der Reporter: - ?
Horst Hrubesch: - "Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor!"
Der Reporter: - Gestatten Sie mir die Nachfrage: ist das synonym für ding, dang, dong zu verstehen? Dann stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu! Solche Punkte braucht man nun. Keine Kompromisse. Kämpfen. Was das Zeug hält. Alle. Der Trainer mit der nötigen Ruhe.
Jens Jeremies: - "Gewinnen, abhaken und wieder gewinnen. Nur das zählt."
Der Reporter: - Ja. Punkt für Punkt. So gewannen die Eintrachtlerinnen wirklich diesen entscheidenden fünften Satz. Die Freude war enorm! Ein wirklich spannendes Spiel. Und was wäre gewesen wenn?
Hermann Gerland: - "Hätte, wenn und aber, alles nur blödes Gelaber!"
Der Reporter: - Fragen stellen, muss man schon. Immer wieder. Aber genießen wir mit der Mannschaft diesen Erfolg. Vielleicht noch ein paar Worte zum Schiedsgericht?
Stefan Reuter: - "Zur Schiedsrichterleistung will ich gar nichts sagen, aber das war eine Frechheit, was da gepfiffen wurde!"
Der Reporter: - Um Himmelswillen, drücken Sie sich doch nicht so drastisch aus. Niemals entscheidet ein Schiedsrichter bei uns über Sieg oder Niederlage. Haben Sie selbst schon mal die Pfeife in der Hand gehabt?
Beckenbauer: - "Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift."
Der Reporter: - Sehr richtig, so lange muss weitergespielt werden. Allerdings darf man sich doch gelegentlich wundern, das gehört dazu, vor allem wenn man dazu geradezu eingeladen wird.
Diego Maradona: - "Es war die Hand Gottes."
Der Reporter: - Mmhm.
Max Merkel: - "Die wissen nicht einmal, daß im Ball Luft ist. Die glauben doch, der springt, weil ein Frosch drin ist."
Der Reporter: - Wer jetzt?
Otto Rehagel: - "Was soll man schon erwarten? Der hat früher immer Dynamo Ostberlin zum Titel gepfiffen."
Der Reporter: - An dieser Stelle muss ich einschreiten, damit wir keine Gegendarstellung drucken müssen. Schlussendlich sind potenzielle Fehlentscheidungen mit einzukalkulieren, und wer die Punkte selbst macht, muss keinen Gedanken daran verschwenden. Und um mich selbst mal zu zitieren: Hinten kackt die Ente.
Rudi Völler: - "Wie so oft, liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit."
Der Reporter: - Das ist doch ein schöner Abschluss. Schauen wir noch nach vorne. die Eintrachtlerinnen konnten ihre Führung verteidigen und sogar unerwartet ausbauen. Was kommt jetzt?
Paul Gascoigne: - „Ich mache nie Voraussagen und werde das auch niemals tun."
Der Reporter: - Damit macht man auch nichts verkehrt. Aber wer...
Ron Atkinson: - „Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen."
Der Reporter: Zweifellos! Ich bin jedoch überzeugt, dass die Mannschaft auch am kommenden Heimspieltag alles geben wird.
Martin Wagner: - "Wir werden die Spitze mit Messer und Gabel verteidigen."
Der Reporter: Ob das die Mittel der Wahl sind? Wer sind die nächsten Gegner?
Arnim Basche: "Kickenbacher Offers."
Der Reporter: Na ja, fast. Wem will man es verdenken. Es werden zu Gast sein der TV Offenbach und das Team von TGB Darmstadt. Wohl dem, der keinen Gegner unterschätzt!
Karl-Heinz Körbel: - "Mit dieser phantastisch kämpfenden Mannschaft ist die Meisterschaft bald drin!"
Der Reporter: Vorschusslorbeeren?
Jens Jeremies: - "Das ist Schnee von morgen."
Der Reporter: - Heißt es nicht Schnee von gestern? Wie dem auch sei, es hat noch niemandem geschadet, sich bewusst auf das nächste Spiel vorzubereiten.
Matthias Sammer: - "Das nächste Spiel ist immer das nächste."
Der Reporter: - Joooah, das erscheint mir eine beinahe unbestreitbare Tatsache zu sein. Hat noch jemand eine Einschätzung, und wenn's nur eine Plattitüde ist, bevor wir zum Ende unseres unterhaltsamen Gespräches kommen?
Beckenbauer: - "Wenn du die Meisterschale überreicht bekommst, dann bist Du Meister."
Der Reporter: Ich glaube, nun sind wir ausreichend geerdet. Mir fehlt zu meinem Glück jetzt nur noch ein krachendes Schlusswort, das uns einstimmt auf das kommende Wochenende...
Toni Polster: -"Ich bin Optimist. Sogar meine Blutgruppe ist positiv."
Der Reporter: Meine Herren, super! Ich bedanke mich herzlich für das Gespräch und ihre messerscharfen Analysen und pädagogisch wertvollen Ratschläge. Mein Horizont ist geweitet und mein Inneres sensibilisiert auf das, worauf es ankommt! An dieser Stelle erlauben Sie mir, mit den legendären Schlussworten zu enden:
"Ich habe fertig!"
Der Reporter
- Underduck aus Leidenschaft -
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Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein. (Mario Basler)
Wenn alle Spieler so engagiert wären wie Oliver Kahn, wäre das gefährlich für die Mannschaft. (Ottmar Hitzfeld)
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Zitate: Quelle: www.fussballzitate.de/index.html
Von: BiRo