Eintr. Frankfurt I nach 2:0-Satzvorsprung noch in die Knie gezwungen
Mittwoch, 12. Oktober 2011, 16:05
Volleyball-Oberliga Hessen (Frauen):
In einem Volleyball-Krimi lag das Happy Ende schließlich auf Seiten des SSC Bad Vilbel. Die Oberliga-Damen hatten sich am Wochenende gegen Eintracht Frankfurt I nach 0:2-Satzrückstand noch mit 3:2 (20:25, 18:25, 25:19, 25:17, 19:17) durchgesetzt.
Das "Tulpen-Team" von SSC-Trainer Christoph Haase hat sich nach den fünf nervenaufreibenden Sätzen mit nun 4:2 Zählern auf Rang 5 vorschieben können.
Die Voraussetzungen für den angestrebten zweiten Saisonsieg waren aus Vilbeler Sicht denkbar ungünstig, denn Eintracht Frankfurt hatte nach zwei Saisonniederlagen zu Beginn der Saison ausgerechnet am letzten Spieltag den hohen Favoriten aus Wiesbaden mit 3:1 in eigener Halle besiegt und damit gezeigt, dass sie als Regionalliga-Absteiger in der Oberliga durchaus ein Wörtchen um die Topplätze mitreden will.
Im ersten Durchgang knüpfte die Eintracht dann auch gleich daran an, womit sie am letzten Spieltag aufgehört hatten. Starke Aufschläge und gute Angriffsaktionen führten oft zu direkten Punktgewinnen – Annahme sowie Abwehr rund um Neuzugang Anna Bauer, die ihren ersten Rundeneinsatz für den SSC auf der Liberoposition hatte, bekam die Bälle einfach nicht in den Griff. So rannten die SSClerinnen schnell einem Rückstand von bis zu vier Punkten hinterher. Immer dann, wenn die Zuschauer das Gefühl hatten, dass nun Ruhe ins Spiel der Heimmannschaft einkehrte, folgte erneut ein leichter Angriffs- oder Aufschlagfehler. So verlor man den ersten Satz deutlich mit 25:20.
Im zweiten Durchgang gelang es den Tulpen zunächst, das Spiel offener zu gestalten. Zum einen wurde der eigene Aufschlag nun stärker, zum anderen passierte nun auch der Eintracht der eine oder andere Fehler.
Beim Stand von 10:10 war noch für keinen ersichtlich, wer in diesem Durchgang als Sieger vom Platz gehen sollte. Es waren jedoch erneut die Gäste, die Mitte des Satzes einen 5-Punkte-Lauf hinlegten und sich auf 19:14 absetzten. Trainer Haase wechselte nun Daniela Krah im Zuspiel ein, auch auf den Angriffspositionen wurde durchgewechselt: Thiel für Schäfer und Siegel für Brisken – doch auch in dieser Formation war kein Durchkommen gegen Frankfurt – es hieß 18:25 bzw. 0:2.
Wer nun dachte, die Tulpen würden sich so einfach geschlagen geben, sah sich getäuscht. Wie ausgewechselt schien das Team um Zuspielerin Katinka Ehret, die im dritten Satz aufs Feld kam. Aufbauend auf der immer stabiler werdenden Annahme rund um Anna Bauer zog Katinka nun die Fäden im Angriffsspiel des SSC. Die Angreiferinnen Harikantha, Brisken, Thiel, Schäfer und Krickau dankten es ihr ein ums andere Mal mit direkten Punkterfolgen. So war es nun der SSC, der sich Mitte des Satzes absetzen konnte. Viola Krickau baute am Aufschlag die Führung auf 21:17 auf, kurz danach hieß es 25:19 – der SSC war "fast" zurück im Spiel. Der vierte Satz nahm dann einen ähnlich ausgeglichenen Verlauf, ehe Eva Woköck mit drei Assen in Folge die erste Führung erspielte, die Sabine Schäfer dann von 21:17 auf 25:17 zum 2:2-Satzstand nutzte.
Spätestens jetzt waren die Zuschauer völlig aus dem Häuschen und peitschten die SSClerinnen in den fünften Satz, der jedoch mit einer ganz starken Phase der Eintracht begann: 0:5, 1:6 und 3:8 hieß es aus Sicht des SSC, das Spiel schien verloren. Als jedoch wohl kaum noch einer auf die Tulpen setzte, zeigten sich diese von ihrer besten Seite. Trotz klaren Rückstands wurde fast fehlerfrei mit hohem Risiko aufgeschlagen, auch im Block trieb man den Gegner nun ein ums andere Mal zur Verzweiflung. So kämpfte sich der SSC nach 10:13-Rückstand auf 13:13 heran und hatte nach dem 14:13 Matchball. Diesen wehrten die Gäste ab und kamen dann ihrerseits zu einem Matchball, den wiederum Eva Woköck mit überlegter Angriffsaktion auf der Diagonalposition abwehren konnte – ehe es Jennifer Harikantha war, die mit einem bärenstarken Außenangriff longline den dritten Matchball der Tulpen zum 19:17 und 3:2-Sieg verwandelte.
Haase: "Einer der schönsten Siege in meiner Zeit beim SSC! Die Damen haben mit Unterstützung unserer Fans ein kleines Wunder geschafft, ein zwei Mal schon verloren geglaubtes Spiel nochmal gedreht: großes Kompliment! Und der Dank aller Tulpen an die Fans, die jeden Punkt lautstark, wie einen kleinen Sieg, feierten."
Von: fnp